Freitag, 12. Februar 2016

Lebensverlängernde Maßnahmen für eine Zahnbürste

Eine Ultraschallahnbürste sollte es sein. 
Und zwar möglichst ein Markenprodukt, sagte der Zahnarzt zu meinem Mann. 

Also schenkte ich ihm (also dem Mann, nicht dem Zahnarzt) vor gut zwei Jahren eine topmoderne Philips sonicare Ultraschallzahnbürste in hochweriger Verarbeitung und bester Markenqualität zu Weihnachten. 
Seither ist sie in Betrieb und der üblichen Beanspruchung einer Zahnbürste ausgesetzt. 
Man muss feststellen: Sie funktioniert nach wie vor tadellos. 

Schade nur, dass der Einschaltknopf aus einem Material ist, das im Laufe der Zeit auf Hautkontakt mit Zersetzung reagiert. Und schade, dass man einen Einschaltknopf nicht bedienen kann, wenn man Hautkontakt vermeiden will. (Ich kann mich auch nicht erinnern, in der Anleitung gelesen zu haben, dass es zweckmäßig sei, vor dem Einschalten der Zahnbürste Gummihandschuhe anzuziehen.)


Wie auch immer. Heute, nach zwei Jahren Betrieb, ist der Ein-/Ausschaltknopf ein ekliges, klebriges Etwas mit Löchern und Rissen drin, mit dem sich die Zahnbürste nur noch mit viel gutem Zureden und langwierigem fummligem Getrickse schalten lässt.
Was tun? Ersatzteil besorgen. 
Also brachte mein Mann die Zahnbürtse zum Fachhändler, bei dem ich sie gekauft hatte. 

Da holte ich sie dann vorgestern wieder ab und erhielt von der netten Verkäuferin folgende Auskunft: 
"Da kann man leider nichts machen. Der Knopf ist nicht einzeln nachbestellbar. Aber das ist ja nicht so schlimm. Die Zahnbürsten sind ja heute nicht mehr so teuer. Da kaufen Sie halt eine neue." 

Mir blieb schier die Spucke weg. 
Vor zwei Jahren war diese Zahnbürste schon teuer. Und ich habe ein Markenprodukt im Fachhandel gekauft, damit ich nicht gleich eine neue kaufen muss. Und überhaupt finde ich es aus prinzipiellen, ökologischen und sonstigen Gründen nicht akzeptabel, eine elektrische Zahnbürste wegzuwerfen, nur weil der Knopf kaputt ist
Als ich wieder Spucke hatte, sagte ich ihr das auch. Immerhin nickte sie zustimmend, eigentlich sähe sie das ja auch so. 
Was allerdings auch keine Lösung des Problems herbeiführte. 

Im Nachdenken über meine kränkelnde Nähmaschine kam mir dann die Idee, einen Zanhbürstenknopf aus Fimo zu machen. 
(Manchmal bin ich selbst beeindruckt von den Gedankenketten in meinem Kopf.) 
Diesen Plan verwarf ich allerindings gleich wieder, denn der Knopf muss ja flexibel sein, doch immerhin: die kreativen Problemlösungsfindungsmechanismen waren in Gang gesetzt.

Und dann habe ich gebastelt:
Einen Schnipsel Kinesiologietape abgeschnitten, auf den Knopf geklebt, dann rundum passend zugeschnitten. 
(Das Tape ist vom Drogeriemarkt, schön elastisch und selbstklebend und ich hatte es für mein kaputtes Knie im Schrank.)
Knopf wieder aufgesteckt. 
 
Funktioniert prima. Alles wieder gut. 

Allerdings habe ich Sorge, dass sich das das Klebeband schnell wieder ablöst und weiß auch nicht, wie es sich auf die Dauer so macht.  Es ist ja auch nicht als Schalterbezugsstoff gedacht.
Deshalb bekam die Zahnbürste vorsichtshalber noch eine Bauchbinde aus einem länglichen Luftballon. 
Und jetzt wollen wir mal sehen, ob sie's nicht doch noch eine Weile tut. 



Kommentare:

  1. Hast Du es mal direkt bei Philipps probiert:
    http://www.philips.de/c-w/support-home/support-contact-page.html

    Könnte mir vorstellen, dass man da evtl. eher Glück haben könnte.
    Ich habe auch 2 Schallzahnbürsten dieser Marke, eine 4 Jahre und eine 2 Jahre alt. Zum Glück löst sich bei mir noch nichts auf.

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  2. Danke für den Tipp!
    Ich habe gerade angerufen und dort auch nur die Auskunft erhalten, dass es den Knopf als Ersatzteil nicht gibt. Wenn es innerhalb der Garantiezeit läge, würden sie das Gerät austauschen, aber da die schon verstrichen ist, können sie auch nur Neukauf empfehlen.....

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