Dienstag, 20. Juni 2017

Patchwork-Kissen oder

...die wundersame Verwandlung von zwölf dicken Vierteln. 

Schon längst sind sie fertig und haben sich gut eingelebt: 
Die sechs neuen Sofakissen. Es waren geduldige Objekte für Patchwork-Studien im Frühjahr. 

Eigentlich sehe ich in Patchwork die klassische Technik, um alte Stoffe und Reste zu verwerten. Traditionelles Upcycling sozusagen. 
Aber als ich an Palmsonntag mit meiner Freundin auf einer "Patchworkmesse" war, 
guckte ich doch mal gezielt nach Stoffen aus, die farblich ins Wohnzimmer passen. 
Denn da waren dringend neue Kissen fällig. Und ich wurde fündig. 
Diese zwölf "fat quarters" waren die ersten dicken Viertel meines Lebens. : )
Bei der Arbeit an den Kissen habe ich sehr viel gelernt und es gab einige "Aha-Momente".
Klug wäre es gewesen, das alles gleich parallel zur Arbeit aufzuschreiben.... 

Mittlerweile sind auch noch etliche zwischendurch geschossene Bilder verschollen.... Naja. Sei's drum.  
Vielleicht überkommt mich in den nächsten Tagen nochmal die Lust, meine Erkenntnisse festzuhalten, vielleicht auch nicht.... 

Jedenfalls bin ich mit den fertigen Kissen unterm Strich sehr zufrieden. 

Memo: 

Oberstoff: 12 fat quarters "von Loewenstein-Design", vorher gewaschen
Kissenrücken: Feincord aus Dornröschens Schatztruhe. (=meine Altbestände) 
Patchworkkissen: eigenes Design. 
Vlieseinlage:
5x "Sojamix", (wobei ich daran mittlerweile Zweifel hege, denn das Vlies fiel 260cm breit), vorher gewaschen,
1x Vlieseline 277, ungewaschen

4 Kissen ca. 50cm x50cm,  Füllung Polyesterwatte-Inlets aus Letland
2 Kissen ca. 40cmx40cm, Füllung: Dinkelspelz
genäht und qequiltet mit der Janome und viel Ärger, Fehlstichen, Tüftelei und exorbitant umfangreichen Probenähten, aus denen unter anderem später Beutelchen wurden. 

gequiltet überwiegend mit den Garnen vom Foto: 




Die dürfen heute mal wieder zum Creadienstag


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Montag, 19. Juni 2017

Lazy-Kate: Zwirnen mit optimierter Bremse



Eine Lazy Kate ist was Feines, vor allem dann, wenn sie eine Bremse hat. 
Schon seit mehreren Jahren habe ich dieses polnische Exemplar und benutze es oft zum Zwirnen von 2-3 Spulen. Die Singles rollen ab, ohne zu vertüddeln.

Allerdings löst dieses Teil bei mir regelmäßig den gleichen Gedankengang aus: 
Immer, wenn ich entspannt vor mich hinzwirne, frage ich mich: 
"Warum hast du die immer noch nicht verleimt? Dann würde sie nicht jedes Mal auseinanderfallen, wenn du sie von hier nach dort stellst." 

Gestern nun kam mir dann mal ein neuer Gedanke. 
Ich beobachte so die Spulen, wie sie sich drehten... 
immer ein Stück weiter im Rhythmus meiner Hände... 
und wieder ein Stück... (sehr meditativ...) 
und wie die Bremse ruckelt.. 
und wie die Spulen ruckeln.... 
und dann fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass für die Kate auch gilt, was ich von der Spulenbremse am Spinnrad schon lange weiß:  
Die Feder muss hinter (!) die Drehrichtung, so dass die Spulen quasi von der Bremsfeder wegdrehen, nicht darauf zu. 

Auf den nächsten Metern dachte ich darüber nach, ob und wie ich die Kate neu zusammenstecken kann, um den gewünschten Effekt zu erreichen. 
Vor der nächsten Zwirnportion setzte ich den Gedanken in die Tat um. 
Und siehe da: Jetzt zwirnt es sich noch viel angenehmer, ganz ohne ruckeln!
(Im Foto oben ist es jetzt genau richtig.)

Dass ich da so lange nicht draufgekommen bin! 

Übrigens verhält es sich bei meinen spulengebremsten Spinnrädern so: 

Am Sonata war das Zwirnen anfangs kein Vergnügen, bis ich nach einer Anleitung im Internet auch hier die Voraussetzungen schuf, um die Bremse andersherum einhängen zu können. 
Vielleicht werde ich eines Tages mal Federn auf beiden Seiten der Schnur anbringen. 
Aber seit ich das Bliss habe, zwirne ich ohnehin kaum mehr auf dem Sonata... 

Beim Bliss ist es von vorneherein vorgesehen, dass man die Bremsfeder aushakt und die Bremse je nach Drehrichtung zum Spinnen oder Zwirnen passend anbringt. 

Foto: Bremse zum Zwirnen eingehängt (Schwungrad dreht gegen den Uhrzeigersinn):

Foto: Bremse zum Spinnen eingehängt (Schwungrad dreht im Uhrzeigersinn):

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Samstag, 17. Juni 2017

Drohung an eine Bettwäsche

Kühlende Baumwolle in Leinwandbildung: Diese betagten Bettbezüge sind bei heißen Sommertemperaturen unschlagbar. 
Schon vor Jahren habe ich einige davon gefärbt – das macht gute Laune. 

Dieses Exemplar erweist sich jedoch als widerspenstig. Es hat die Eigenart, ständig sein Innenleben preiszugeben. 
Die Knöpfe gehen entweder auf oder gleich verloren, die Füße verheddern sich, das Inlet quillt raus....

Nun habe ich die fehlenden Knöpfe mal wieder ergänzt und ihm zusätzlich kurzerhand ein paar bunte "Snaps" verpasst. 
Und schiebe eine eindringliche Warnung (fast schon Drohung) hinterher: 

Entweder du spurst jetzt, oder ich mach' Patchwork aus dir! 

Mittwoch, 14. Juni 2017

Words on Wordless Wednesday


Quelle: Handarbeiten, das schönste Hobby der Frau. Paris 1973. 

Samstag, 10. Juni 2017

Ärmelrettung

 Der Sonntagsjanker des Gemahls - da muss was passieren! 
 Zum Glück ist das nötige Gerät vorhanden. 
 Da wird ein bisschen gezaubert. 
Weil das alles trotz Lupenlampe recht unübersichtlich war, ist's zwar nicht so perfekt geworden, wie ich mir das gewünscht hätte, aber jedenfalls geht's jetzt wieder für eine Weile und wahrscheinlich schaut keiner so genau hin, wie ich. ... 

Montag, 5. Juni 2017

Nixenhaar - Seidengarn

Challenge - Herausforderung.... 

Im Handspinnforum gab es eine "Seidentaum-Challenge". 
Reine Seide habe ich noch nie gesponnen und so nahm ich die Herausforderung an und bekam die Seide zugeschickt. 
Es waren gefärbte und kardierte Batts.

1. Versuch: im langen Auszug quer aus dem Batt: das wollte gar nicht klappen. 
2. Versuch: Batts auseinanderrollen und längs wie Kammzug im kurzen Auszug verspinnen. 

Das funzte und fühlte sich "ganz normal" an, etwa wie das Spinnen eines feinen Merinokammzugs. 
Das Garn wurde ziemlich dünn und verhältnismäßig reißfest, dabei fein und geschmeidig. 
Ich habe immer wieder überlegt, ob ich das Garn als Single lassen soll – Seide soll ja kein Gedächtnis haben – und es dann am Ende doch verzwirnt. 
Die Farbverläufe blieben weitgehend erhalten. 


Herausgekommen sind ca 330m/63g, bislang ungebadet. (Bliss 1:18)
Momentan fehlt mir jede Idee, was ich daraus machen soll.
Ich hätte ja mal wieder Lust zum Weben. Man wird sehen....