Montag, 9. Juli 2018

Jeans-Upcycling-Kissenhüllen

Welche Garnfarbe ist am schönsten? Welches Stichmuster gefällt mir für diese Naht am besten? Passt die Fadenspannung für diesen Näh-Fall?
Bevor ich das "echte" Werkstück in Arbeit nehme, mache ich Nähproben. 

Und allmählich gewöhne ich mich daran, dass diese Nähproben tatsächlich nur für die drei genannten Fragen nötig sind, denn mit einer früheren Nähmaschine hatte ich da andere Erfahrungen gemacht.
Nach wie vor überkommt mich staunende Freude, wenn eine moderne Nähmaschine einfach macht, was ich von ihr erwarte. 

Wie Farbe und Stich auf dem Stoff wirklich wirken, das muss ich jedoch sehen. Deshalb gibt es immer wieder Nähproben.  

Die Nähprobe zur der Jeanspatchworkdecke habe ich noch etwas vergrößert und in ein Kissen mit 40x40cm Größe verwandelt. 

Und weil da noch so viele Gebeine der ausgeschlachteten alten Jeanshosen im Körbchen liegen, griff ich einfach mal beherzt hinein und nähte aus Fetzen noch eine crazy Kissenplatte in 50x50cm – einfach so drauflos. 
Es ist mein erster Versuch in Crazy-Patchwork: 
Zunächst habe ich aus einem alten Bettlaken ein Stück in 53x53cm zugeschnitten. Dann ein Jeansteil daraufgelegt und etwas mit Klebestift fixiert. Weitere Jeansteile wurden Stück für Stück überlappend mit einem Zierstich aufgenäht – hier habe ich mich zierstichmäßig mal so richtig ausgetobt. 
An dicken Stellen / Nahtkreuzungen über Kappnähte etc. glückte es nicht immer ganz perfekt. Da müssen wir die Zusammenarbeit noch ein bisschen üben, die Nähmaschine und ich. 
Aber bei so einem Stück erklären wir die betreffenden Stellen einfach zum Designelement.

Die Kissenrücken sind aus dem Rest einer robusten blauen Leinentischdecke aus Dornröschens Schatzkiste 

Die einzigen neuen Elemente bei diesem Projekt waren Reißverschluss und Garn.
Ich liebe es, wenn ich in meinen Vorräten so aus dem Vollen schöpfen kann und dabei auch noch Umwelt, Ressourcen und den Inhalt meins Portemonnaies schone. 
Dann freue ich mich sehr über meine gesammelten Rohstoffe, die mir ordnungstechnisch schon auch manchmal auf die Nerven gehen. 

Jedenfalls sind die beiden Kissen ganz witzig geworden und unterstreichen den Sofa-Look von Sohn IIs Bett im Tagesgebrauch. 


Dienstag, 3. Juli 2018

Jeans-Upcycling-Patchworkdecke

Sohn II wollte einen Bezug für eine Matratze, die hinter seinem Bett senkrecht steht und dort quasi für Sofa-Feeling im Jugendzimmer sorgt. 

Das war eine gute Gelegenheit, um auszuprobieren, was ich schon lange einmal ausprobieren wollte: Patchwork aus alten Jeans. 
Zunächst hatte ich vor, den Bezug wie einen Spannbezug "auf Form" zu nähen, aber wer weiß, wie lange diese Matratze in dieser Funktion dort stehen wird. So entschied ich mich dann doch für eine multifunktionale Decke. 
An den Rändern sind kleine Schlaufen eingearbeitet. Auf der Matratzenrückseite haben wir die Decke dann mit einer Schnur durch die Schlaufen auf die passende Größe verspannt.

Memo Material: 
Oberstoff: mehrere Jeans mit Geschichte: Jedes Stück Stoff erzählt seine eigene. 
Rückseite: ausgedienter, relativ schwerer Baumwollbettbezugs-Stoff aus dem Yused-Shop. 
Keine Zwischenlage
Ein Stück blaues Ripsband für die Schlaufen

Es ist also mal wieder ein Projekt der Sorte: "Upcycling total". 

Gewicht: Top aus Jeans: ca. 2070g, Decke gesamt ca. 2700g. 
Maße: ca. 250cm x 150cm

Memo Entstehung:

• Allen Familienmitgliedern ihre alten Jeans abknöpfen. 
• Jeans in Streifen schneiden.  (Rollschneider, Lineal)
Die meisten Streifen habe ich mit 10cm Breite zugeschnitten, aber weil bei manchen Hosenbeinen dann noch so schöner Stoff für 9cm breite Streifen übrig war, habe ich diese einfach in 9cm-Streifen geschnitten. 
• Streifen so sortieren, dass in Farbe und Struktur ein hübsches Durcheinander entsteht, dabei die verschiedenen Breiten auseinanderhalten. 
• Alle Streifen aneinander nähen (natürlich nur die mit der jeweils passenden Breite) 
In 10 cm Breite entstand ein Streifen von ca. 41,60m Länge, der 9cm breite Streifen wurde ca. 8,10m lang. 
(Damit ich die Stoffe optimal ausnutzen konnte, habe ich Berechnungen in einem Tabellenkalkulationsprogramm angestellt.) 
• Die Nahtzugaben auseinander bügeln
• Die Streifen in Stücke von je153cm Länge schneiden
• Die Nähte mit einem passenden Zierstich von der rechten Seite her übernähen. 
Das sorgt zum einen dafür, dass sie beim späteren Zusammennähen ordentlich liegen bleiben und hat außerdem einen versäubernden Effekt, den der extrem zum Ausfransen neigende Denim auch dringend benötigt. 
Ich hatte auf einem Probestück verschiedene Stiche ausprobiert und dann einen auf meiner Nähmaschine so bearbeitet, dass die Nadel nicht in die Naht (also bei auseinandergebügelter Naht ins Nichts), sondern planmäßig knapp daneben in den Stoff sticht. 

• die Stoffstreifen auf dem Fußboden auslegen und sorgfältig anordnen, dabei darauf achten, dass keine Nahtkreuzungen direkt aufeinandertreffen. 

• Die langen Streifen zusammennähen, dabei in kleinen Einheiten vorgehen: Also erst je zwei, diese dann zu einer Vierereinheit usw. 
• Die Nahtzugaben auseinanderbügeln
• Die Längsnähte mit dem Zierstich übernähen. 
Das ganze Teil war ziemlich schwer und an manchen Stellen gelang mir die Stoffführung nicht ganz einwandfrei, so dass sich manchmal Stiche stauten oder zogen. 

• Zwischendurch ab und zu die Nähmaschine saubermachen. Das war mehrfach nötig.
 • Für die Rückseite die Ränder des zufällig in der Breite exakt passenden Bettbezuges abschneiden und zwei Teile so verbinden, dass die Länge auch passt
• Top und Rückseite je an einer Breitseite versäubern

• Aus einem Stückchen Haushaltsband ca 5cm lange Stücke schneiden, zu Schlaufen legen und diese an den Kanten auf rechts so aufnähen, dass sie später nach außen zeigen. (Zur Befestigung an der Matratze.)  
• Die beiden Teile rechts auf rechts sorgfältig auf dem Boden auslegen und an den Rändern mit Stecknadeln fixieren. 
• Rundum mit 1cm Nahtzugabe zusammennähen, dabei auf der versäuberten Seite eine Wendeöffnung lassen. 
• Ecken abschneiden und die beiden Stoffe auf den anderen drei Seiten miteinander verzaubern versäubern. 
(Ständig muss ich diese Rechtschreibkorrektur zurück korrigieren!)
• Wenden, bügeln, am Rand in ca. 5mm Entfernung zur Kante absteppen, dabei die Wendeöffnung schließen. Die offene Kante zusätzlich noch von Hand zunähen. Das sieht schöner aus.  
• an ein paar Punkten (an Stellen, wo auf der Vorderseite Nahtkreuzungen sind) mit kleinen Stichen die beiden Lagen miteinander verbinden, damit es kein Gewurschtel gibt, falls die Decke einmal als Decke Verwendung finden sollte. 

Als während der Arbeit an der Decke mal Sohn II im Vorbeigehen äußerte: "Das wird ja voll stylish!", da hörte sich dass in meinen Ohren dann auch voll cool an. 

Wir sind beide recht zufrieden mit dem Ergebnis. 
Und ich muss sagen: Ausrangierte Jeans sind ein toller Rohstoff! 
Auch wenn's manchmal unhandlich wurde: Die Arbeit mit dem Material macht Spaß und es wird möglicherweise nicht mein letztes Projekt daraus bleiben. 

(Psst: Aus dem Nahtprobenlappen und ein paar weiteren Schnipseln wurden bereits zwei stylische Jugendzimmer-Lümmel-Kissen und dann sind da ja jetzt auch noch jede Menge Hosentaschen und manches mehr übrig ... ) 



Verlinkt mit Gustas Upcycling-Linkparty und Creadienstag

Sonntag, 1. Juli 2018

Auf geht's

... mein eigenes Leben leben. Und zwar vorwärts. 

So soll es auch hier demnächst wieder weitergehen. 
Bei der Durchsicht meiner Fotos aus den letzten Wochen stolperte ich unter anderem über dieses farbenfrohe Bild.  
Es zeigt meine "Beute" von einem wunderbaren Ausflug mit der lieben Freundin J. zu den Allgäuer Nadelstichen am 7. April. Ist das wirklich schon so lange her? 
Mit ähnlichen Stoffen hatte ich ja schon letztes Jahr viel Spaß und so habe ich mir auch heuer wieder ein paar davon gegönnt. Diesmal richtig bunt, aber noch ohne konkreten Plan, was daraus werden soll.  
Sie sind längst gewaschen und gebügelt und ruhen jetzt erst mal in Dornröschens Schatztruhe – hoffentlich nicht für 100 Jahre. 

Die Kreuzspindel ist in Betrieb genommen. 

Und so manches andere wurde und wird ... 

Die bunten Farben machen mir gute Laune. …  :  ) 

Montag, 30. April 2018

Blau von gestern

Vor allem sollte schnell mal ein altes Strickgarn meiner Schwiegermutter blau werden, das – aus Gründen – in den nächsten Tagen dringend verarbeitet werden muss. 

Und dann fiel noch einiges mehr in den Topf. 
Und zwar in jenes Second-Hand-Schnäppchen mit eingebautem Thermostat, das gestern erstmalig zum Einsatz kam. 

Französische Merinowolle. (2 verschiedene Färbungen, 21 mic)
Eine superkuschlige Faserwolke. Genial!

Versuche mit Mohair-Kammzug, einem Mitbringsel von den diesjährigen Allgäuer Nadelstichen.
Ich habe die flusigen Fasern in einem Wäschenetz verstaut, damit sie sich im Topf nicht einzeln selbstständig machen. 
Dann habe ich an dieser Stelle nur sehr wenig im Topf herumgestochert, denn ich hatte das Gefühl, sie könnten extrem filzanfällig sein. 
Tatsächlich kamen mir nach dem Schleudern schlecht gefärbte Filzschnüre entgegen. Jetzt, nach dem Trocknen, sind die Fasern aber wieder frei und das zarte Ergebnis gefällt mir gar nicht schlecht. Das könnte versponnen so duftig aussehen, wie es sich anfühlt. 

Und nicht zuletzt hatte ich die zündende Idee, wie ich Seiden-Kammzug ganz einfach durchfärben kann. Darüber gibt's vielleicht nach der nächsten Färbeaktion einen eigenen Post. Auf dem Foto sind auch jene mit dabei, die am Anfang der Versuchsreihe standen und noch nicht "ganz durch" sind.
Blau stellt Kamera und Bildschirm immer vor besondere Herausforderungen. 



Sonntag, 29. April 2018

The most boring Topflappen ever

Ein neuer Topflappen war schon lange mal fällig. 
Memo: 
Garn: langweiliges Baumwollgarn aus Dornröschens Schatzkiste
100% Baumwolle, LL ca 125m/50g
doppelt genommen, schließlich soll der Topflappen isolieren
Farbe: langweiliges beige
Muster: langweiliges Perlmuster, 1r/1l, jede Reihe abwechselnd
Breite: 40 Maschen, 19cm
Gewicht: 46g
Anschlag: aufgestrickt
Abgekettet: verschränkt
Ränder: Knötchenrand
Stricknadel: Stärke 2,5
Schlaufe: angehäkelt
Quadratisch- praktisch - heiß waschbar - neu 
Projekt für einen Sonntag Nachmittag, während Wolle in der Färbeflotte schwimmt ...
... und schillernde Insekten den Frühling genießen. 
 Der nächste wird bunter. 


Freitag, 27. April 2018

Den Löwenzahn eingefangen

Eigentlich mag ich die gelben Blüten ganz gerne. Aber wenn man sie einfach lässt, wie sie wollen, dann hat man bald nur noch Löwenzahn im Garten. 
Also habe ich mich daran erinnert, dass ich früher schon einmal mit Löwenzahnsirup experimentiert habe.  Damals brachten die Kinder – noch im Kindergartenalter – die gelben Köpfe von der Wiese in der Flussaue mit. 
Es wurde es ein dunkle Masse daraus, die vor allem sehr klebrig und sehr süß war, mit einem leichten Aroma von angebranntem Zucker. 

Doch nachdem der pestizid- und hundepissefreie Löwenzahn jetzt vor der Terrassentür herumwächst und ohnehin irgendwie gebändigt werden muss, nahm ich einfach mal eine zweite Auflage in Angriff. 

Und bereits, als der Aufguss in der Küche aufkochte, durchzog ein wunderbares Aroma das Haus und ließ mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. 

Tatsächlich ist der Sirup diesmal rundum gelungen und einfach nur köstlich. 
So habe ich ihn gemacht: 
(Es handelt sich hier nicht um ein Rezept, sondern um meine persönlichen Aufzeichnungen.) 
Löwenzahnköpfe abgeknipst 
(mit Handschuhen wegen der Flecken, wäre aber vielleicht nicht nötig gewesen)
das ergab knapp 100g
im Sieb gewaschen
Kelchblätter abgezupft (weiß nicht, ob das wirklich nötig ist.)
mit 500ml Wasser und Saft von 1 Zitrone aufgekocht
den Nachmittag über stehen und ziehen lassen  
mit 500g Zucker (einschließlich eines Restes Rohrzucker) aufgekocht und etwas köcheln lassen

Die Masse stand ziemlich lange auf dem Herd. Immer, wenn ich in der Küche war, habe ich es etwas köcheln lassen, dann, wenn ich wieder etwas anderes zu tun hat, den Herd wieder ausgemacht und später wieder weitergeköchelt. 

Abends habe ich dann anscheinend den perfekt Zeitpunkt erwischt, zum die kochendheiße Masse in die Gläser zu füllen. Der Sirup hat genau die richtige Konsistenz (wie flüssiger Honig) und schmeckt wunderbar. 

Jetzt, 3 Tage später, ist schon wieder der ganze Garten gelb. 
Vielleicht ernte ich gleich nochmal ... 


Sonntag, 22. April 2018

Flohmarktbeute: Werkzeuge für die Filetarbeit

Ich hatte das Gefühl, ich hätte diese seltsamen Metallgabeln schon mal irgendwo gesehen. 
In einem alten Handarbeitsbuch vielleicht? 
Die Neugier siegte und ich nahm sie mit, zusammen mit dem Holzstäbchen, von dem ich den Eindruck hatte, es könnte dazugehören. 
Zu Hause stöberte ich dann in meinen beiden alten Nachschlagewerken und wurde fündig: 
Ich habe heute historische Filetnadeln erstanden. Zwei filigrane Gebilde und ein Teil, dass eher an einen Schraubenschlüssel erinnert.  

Ich mag so alte Sachen ja immer sehr gerne. 
Ob ich das jemals ausprobieren werde? 
Mal sehen. 

In Bertha Schwetters "Bayers Lehrbuch der weiblichen Handarbeiten", Band I, (1931) wird die Technik unter "Filetarbeit" beschrieben. 
Einige Seiten später folgen umfangreichere Arbeitsproben, die zeigen was man damit machen kann. 

In der ca. 100 Jahre alten "Encyklopädie der weiblichen Handarbeiten" von Therese de Dillmont umfasst das Kapitel "Das Netzen" 52 Seiten. Wenn ich mir die Abbildungen der fertigen Deckchen so ansehe, dann denke ich, dass ich heute auf dem Flohmarkt ein paar Stände weiter ein Exempel dieser Kunst in der Hand hatte. Da hatte ich mich noch gefragt, aus welcher Technik dieses seltsame Stück wohl entstanden sein mag.
PS: Jetzt bin ich extra nochmal fotografieren gegangen, weil mir die Bilder so unscharf vorkommen. Aber im Original sind die Fotos absolut scharf. Diese schlechte Bildqualität muss irgendwo auf den Weg hier ins Bloggerprogramm entstehen. Blöd. 

Dienstag, 3. April 2018

Mal wieder Zwillingsnadeln

In der Bedienungsanleitung der Janome 230 DC wird die Zwillingsnadel nicht erwähnt, aber natürlich kann die Maschine – genau wie die große Schwester 4120 – damit nähen. 
Sie ist dafür mit einem zweiten Garnrollenstift und der gleichen extra Fadenführung für den zweiten Faden ausgestattet.
Allerdings hat die 230 keinen "Zwillingsnadelschutz". 
Das heißt, man muss ein bisschen selber denken, damit die Nadeln nicht seitwärts auf die Stichplatte krachen. 

Bei einer möglichen Gesamtstichbreite der Nähmaschine von 7mm muss die Stichbreite für die Zwillingsnadel entsprechend begrenzt werden. 

Zwillingsnadel mit 2mm Nadelabstand: -> max. Stichbreite 5mm
Zwillingsnadel mit 3mm Nadelabstand: -> max. Stichbreite 4mm
Schmaler darf die Breite natürlich immer eingestellt werden. Bei manchen Stichen sieht das sogar noch netter aus. 

Meine Experimente mit den Stichmustern der 230 und den Zwillingsnadeln liegen schon eine Weile zurück. 
Heute wurde endlich das obligatorische Täschchen aus den Nähproben fertig.

Spielerei mit der 2mm-Nadel: 

Spielerei mit der 3mm-Nadel:

Auf der Rückseite teilen sich die beiden Oberfäden einen Unterfaden. Das sieht dann so aus: 
Memo: 
Oberstoff: abgeschnittenes Bein einer alten Jeans
Futter: eingefärbtes Bettlaken
Nadeln: Stärke 90, Nadelabstand 2mm + 3mm
Garn für die Ziernähte: älteres Polyestergarn "Toldi" aus Dornröschens Schatzkiste, vermutlich nicht die beste Qualität (ein Fadenriss)

Sonntag, 1. April 2018

Montag, 19. März 2018

Eine Kurbelstickmaschine

Es war einmal. 
Irgendwann im letzten Jahr.

In einem Forum fragte jemand, ob jemand in einer gewissen Gegend vorbeikäme und eine Nähmaschine abholen könne, um sie kurzfristig unterzustellen. 
Der betreffende Ort lag fast auf meinem Weg zu meinem Vater und so sagte ich zu, die Maschine zu bergen.  
Am vereinbarten Tag sagte mir mein Vater zwar ab, aber ich holte die Maschine trotzdem. 
Schlussendlich verbrachte sie dann nur eine Nacht in meinem Haus, bevor sie weiter ihrem Bestimmungsort entgegen reiste. 

Eine kurze Zeit, die ich für ein paar eilige Fotos nutzte und dazu, dieses wundersame Ding von allen Seiten zu bestaunen. 




Was ist das nun für eine seltsame Zaubermaschine, mit all diesen Zahnrädern, Federn, Schrauben und Wellen und der verwirrenden Mechanik? 
Eine muskelkraftbetriebene Kurbelstickmaschine aus dem Hause Lintz & Eckhardt. 

Und was macht man damit? 
Sticken. 
Also jedenfalls kann man damit sticken, sofern man die Maschine beherrscht.
Zum Beispiel Borten, Tressen oder andere "Bänder" auf Vorhängen, Polstern, Uniformen und Faschingskostümen. Die Maschine arbeitet mit einem Faden und produziert einen Kettstich. 

Im Internet gibt es ein paar hübsche Videos, die solche bzw. ähnliche Maschinen in Aktion zeigen, z.B. 
eine Cornley, die nach dem gleichen Prinzip arbeitet,
eine jüngere Lintz & Eckhardt, die bereits mit Motor ausgerüstet ist
oder eine moderne asiatische Version.

Ich finde diese Maschine faszinierend und freue mich, dass ich dazu beitragen konnte, dass sie zu neuen Ehren kommt. 
Diese ganze Aktion hatte übrigens noch ein Nähmaschinen-Nachspiel, das auch schon lange darauf drängt, endlich hier im Blog gebührend gewürdigt zu werden. 

Kommt Zeit und Lust – kommt Beitrag. 
Vielleicht.  
Eines Tages... irgendwann einmal.