Freitag, 7. April 2017

Kleine Pause

Der Kopf ist voller Ideen, die Hände wollen Wolle fühlen.... aber die Tage sind neben dem normalen Alltagsgeschäften und Kontakten voller Farbe. 
Voller langweiliger, weißer Wandfarbe, die Stück für Stück aus dem Wohnzimmer wieder ein wohnliches Zimmer macht.  
Die auf den Boden tropft, auf der alten Hose klebt und unter den Schuhen...

Auch das lustige neue alte Spinnrad, das in den letzten Tagen den Pausenclown spielen durfte, ist unter einer Plane verschwunden und muss warten, bis es wieder dran ist. 

So langsam ist ein Ende in Sicht. Vor mir liegt heute das große Putzen. 

Ich freu mich drauf, wenn ich im Wohnzimmer endlich wieder sitzen, chillen, spinnen, stricken, häkeln, weben kann.... 

Donnerstag, 23. März 2017

Bandweben mit dem Webkamm

Seitdem ich das Kissen in Schussrips gewebt habe, spukt mit die Idee im Kopf herum, solche Muster mal in Kettrips zu weben. 
Das Prinzip ist ganz einfach: Man fädelt Garn in verschiedenen Farben in einer bestimmten Reihenfolge in einen Webkamm. Die Abfolge ergibt das Muster. 
Die Fachbildung erfolgt "ganz normal": Kamm rauf, Kamm runter. 
Der Schussfaden wird so fest angezogen, dass die Kettfäden zusammenrutschen und den Schussfaden verdecken. Das ist alles. 

Aber es will natürlich auch geübt werden. 
Hier nun mein Versuch: 

Weil so viel Filethäkelgarn in Dornröschens Schatzkiste liegt, habe ich dieses als Material für den Test ausgewählt.

Auf Anneliese Bläses interessanter Seite habe ich gelesen, der starke Drall in dünnem Häkelgarn führe dazu, dass sich das Band stark wellt. Also habe ich erst einmal nur eine kurze Kette aufgezogen, um zu sehen, was passiert.  

Der Einfachheit halber kam mein alter 30cm breiter Eittorfer Webrahmen zum Einsatz. 

Mittlerweile ist das erste Band schon fertig gewaschen. Es dreht sich auf der Gesamtlänge von 83cm einmal um die eigene Achse. Damit kann ich leben. Und werde beim nächsten Versuch das gleiche Garn benutzen.

Merke: 

Gleichmäßiges Andrücken geht nur bei gleichmäßiger Kettspannung richtig gut, daher wäre eine einfache Regulierungsmöglichkeit gut (z.B. Gurt per Körperhaltung oder Spannungsschraube auf meinem "Bandwebstuhl".)
(Die Kettspannung wird beim Weben ja von selbst immer höher.)

Die Bandbreite einzuhalten braucht Übung. 
Eine schmalere Breite ist leichter einzuhalten, führt aber zu einem festeren Gewebe. 
Breiter Gewebtes ist lockerer und fließender. Wird es zu breit, kommt das Muster nicht mehr gut raus, noch breiter gibt es sogar Lücken. 

Zunächst habe ich "nach Optik" gewebt. Dann habe ich mir aber doch einen "Schmalhalter" gebastelt, der sich durchaus bewährt hat: 
Ein Stück Klebeband abschneiden und als "Ring"um das Webband kleben, und zwar mit der klebenden Seite nach außen. (Der Ring schließt sich dadurch, dass das Band auf sich selbst klebt.)
Dann noch eine Schicht Klebeband mit der klebenden Seite nach unten rumkleben. Fertig. 
Memo: 
Filethäkelgarn, wahrscheinlich Stärke 10
Länge 83cm (nach Wäsche)
Breite: 11-15mm ( Oh!) 







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Mittwoch, 22. März 2017

Dienstag, 21. März 2017

Brettchenweben in 3 Kapiteln oder

.... beinahe eine unendliche Geschichte. 

Kapitel 1 und 2 liegen im Dunkeln der präbloghistorischen Zeit, also in jenem Teil der Geschichte, aus dem nur wenig schriftliche Hinweise auf meine Machenschaften in der Vergangenheit vorliegen. Doch immerhin, Bruchstücke und Artefakte sind erhalten und fließen hier mit ein. 

Unendlich drohte die Geschichte zu werden, weil es einfach nicht und nicht vorwärts ging. 

Dabei hatte alles so schön begonnen. 

Kapitel 1, ca. 2011 oder 12, ein erster Versuch.
Mit Baumwollstrickgarn (Catania?) in zwei Farben, klassisch in Gurtwebmanier gewebt. 

Es war faszinierend, wie mit dieser Fadenanordnung Muster entstanden und machte eigentlich viel Spaß. 
Eine gute Anleitung habe ich in dem Buch von Bertha Schwetter: 
Beyers Lehrbuch der weiblichen Handarbeiten. Band 1: Was aus dem Faden entsteht. Leipzig 1931, das ich hier schon einmal vorgestellt habe. 


Ungünstig war allerdings zweierlei: 
Zum einen ist man mit dem Gurt beim Weben immer angebunden. Das ist schlecht, wenn Kinder schreien (die waren damals noch kleiner) oder das Telefon oder die Haustür klingelt. 
Zum anderen ging mir die Haltung beim Weben ziemlich ins Kreuz. 

Also folgte Kapitel 2, 
ein Webbrett, mit dem man nicht angebunden ist. Allerdings ging das Weben damit auch ins Kreuz. 
Und meinen eigenen Worten im Handspinnforum zufolge, wies die "Konstruktion des Webbretts Schwächen auf". Ich wurde seinerzeit gefragt, was ich an dem Brett zu bemängeln hatte und zitiere mich selbst an dieser Stelle: 
(Ob ich von dem Foto noch irgendwo ein Original habe weiß ich nicht, das Webbrett ist schon lang zu anderem verbastelt worden...)
"...
a) zum einen hatte ich anfangs keine Beilegscheiben unten unter den Schrauben, das Holz war weich und ich konnte über kurz oder lang die Schrauben nicht unkompliziert lösen, um die Kette nachzurutschen. Das war so ein komisches Furnierholzreststück mit Luft dazwischen. Die Schrauben und Muttern ließ sich dann nicht mehr so ganz komfortabel bedienen, weil die Enden so tief reingerutscht waren. Mit ein bisschen mehr gutem Willen hätte sich das sicher beheben lassen. 
b) Blöder war die Fadenspannung der Kettfäden 
Ich hatte vorne und hinten auf dem Holz Wildleder. Also die Kettfäden lagen sozusagen zwischen Wildleder. 
Das hielt die Spannung nicht gleichmäßig. Einzelne Kettfäden rutschten gerne durch, andere klemmten bombenfest. 
Das ließe sich beheben, wenn man die Kettfäden ganz regelmäßig nebeneinander anordnet, aber da muss man beim Schären und Spannen SEHR sorgfältig sein. 
Zudem war die Spannung dort, wo ich gewebt habe, immer nur kurz genau richtig. Nach dem Nachrutschen der Kette war sie erst etwas zu locker. Beim Weben werden die Kettfäden ja kürzer. Dann war die Spannung kurz ganz gut und dann war sie mir eigentlich zu streng und ich hätte die Kette lösen müssen, obwohl ich noch Platz zum "Geradeausweben" gehabt wäre. Hinten zu lockern hat dann wieder das Problem einzelner rutschender Kettfäden nach sich gezogen..... 
Das ist vielleicht auch ein bisschen Typsache. Ich habe mir mittlerweile einen simplen Rahmen gebaut, bei dem ich die Spannung mit einer ähnlichen Vorrichtung ändern kann, wie bei meinem 2-fädigen Spinnrad: ich drehe an einer Schraube und einer der Stäbe wandert dezent vor oder zurück. Das liegt mir persönlich mehr, ist besser dosierbar. 
..."

Kapitel 3
begann mit dem Bau des erwähnten "simplen Rahmens", der gar nicht so simpel ist, sondern zweckmäßig konstruiert. 
Die Regulierung der Fadenspannung während des Webens funktioniert wirklich sehr gut. 
Was allerdings nicht so glatt lief, war das Weiterrutschen der Kette, wenn ein Webabschnitt fertig war. Am besten geht es, wenn man den Rahmen mit den Stäben nach oben seitlich flach legt, die Spannung mit der Schraube löst und, sobald es möglich ist, einen Stab komplett rauszieht. Dann kann man die Kette gut weiterrutschen und den Stab wieder an die richtige Stelle stecken, die Spannung regulieren und – theoretisch – einfach weiterweben. 

Allerdings muss man bei dem Manöver sehr aufpassen, dass die Brettchen nicht durcheinander geraten. Hilfreich sind Klippverschlüsse für Gefrierbeutel, beidseits des Brettchenblocks angebracht. 
Mit ein bisschen Übung klappte das dann auch ganz gut. 

Was mir aber bis zum Schluss massive Probleme bereitet hat war zweierlei: 

Da gab es immer wieder einzelne Fäden, die plötzlich viel zu locker waren. Dann rutschte das betreffende Brettchen weg, es entstand ein Webfehler und das Zurückweben und Brettchen wieder richtig ordnen war sehr nervtötend, weil ich nicht so auf die Schnelle sehe, wo genau das Problem ist und wie es zu beheben ist. 
Wahrscheinlich fehlt mir einfach Übung und Knowhow beim Schären. Und dass die "Brettchen" recht dünn sind und sich gerne biegen, tat noch ein übriges. Jedenfalls war das lästig und nervig und vor allem nach dem Weiterrutschen der Kette musste ich jedesmal eine Weile herumoperieren, bis es dann wieder hätte glatt weitergehen können.
Da trat nun Problem 2 auf:  
Bei diesem Muster muss man den gesamten Brettchenblock je viermal vorwärts und viermal rückwärts drehen. (Und zwischen jeder Drehung gibt es einen Schusseintrag.)
Die Ränder werden aber schöner, wenn man jeweils die beiden Randbrettchen einzeln behandelt und eine ganze Zeitlang nur vorwärts und später wieder nur nur rückwärts dreht. 
Dieses ganze Manöver ist zwar nicht kompliziert, erfordert aber doch ein gewisses Maß an Konzentration. 
Mehr Konzentration, um nebenbei etwas anderes machen zu können, etwa reden oder Film gucken oder nachdenken. 
Und weniger Konzentration, um sich ganz darauf fokussieren zu müssen, wie etwa beim Zerlegen einer Nähmaschine. 
Also genau das Maß an Konzentration, das bei mir zwischen Entspannung und Fokussierung liegt. Was dazu führt, dass ich dauernd durcheinanderkomme. 
Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Offenbar bin ich nicht in der Lage, bis 4 zu zählen, ebenso wenig, wie mir zu merken, ob ich die Randbrettchen nun gerade vorwärts oder rückwärts drehe.... 
Habe ich dann endlich meinen Rhythmus gefunden, ist dieser Abschnitt fertig, die Kette muss weitergerutscht werden und es gibt wieder Brettchen-Faden-Salat..... 

Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe das aufgespannte Stück, das ca. seit 2012 in Arbeit ist, in den letzten Wochen tapfer (!) zu Ende gewebt, um diese Geschichte abzuschließen und ohne "UFO-Gefühle" eine neue Bandwebgeschichte beginnen zu können. Und ohne Brettchen. (Bis auf Weiteres...)

Memo: 
1. rotweißes Versuchsband: Baumwolle, Strickgarn, insgesamt 300cm
2. lilarotes Band: Filethäkelgarn Stärke 10 oder 15, Gesamtlänge 176cm
3. orangebuntes  Band: Filethäkelgarn Stärke 10 oder 15, Gesamtlänge 350cm

Ist heute nicht mal wieder ein Creadienstag
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Freitag, 17. März 2017

kuschelweiches Donnerstagsgarn (Merino)

Donnerstags kommt eine liebe Freundin vorbei, während ihre Tochter ein paar Häuser weiter in der Musikstunde ist. Bei einer Tasse Tee und guten Gesprächen lässt es sich gut spinnen und nach und nach füllen sich die Spulen.... 
Jetzt sind mal wieder genug Donnerstage vergangen. Ein Garn wurde fertig. 
Memo:
sehr feine Merinowolle,
"Morgensonne"
aus Kammzugstücken in verschiedenen Farben 
auf der Trommelkarde zu zwei Batts gemischt
Bliss, langer Auszug, 1 : 18
ca. 110g/280m

Damit hat das letzte der bei mir verbliebenen Batts von 
dieser Aktion den Aggregatzustand gewechselt.


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Dienstag, 14. März 2017

Meine Ringschiffchen-Nähmaschine

Alte Nähmaschinen gibt es viele, viele viele.... 

Als ich im Herbst über mein Exemplar stolperte, fragte ich im Nähmaschinentechnikforum nach, ob wohl Aussicht bestünde, dieses Exemplar (mit Rost und in allen beweglichen Teilen festgefressen) wieder in die Gänge zu bekommen. 


Dort erhielt ich die Auskunft, es gäbe viele alte Nähmaschinen in deutlich besserem Zustand und so sei es schon fraglich, ob man in dieses Objekt Zeit investieren wolle. 

Doch dann fiel einem der Profis auf, dass es sich hierbei um eine Ringschiffchen-Maschine handelt.  
Und diese wären eher rar, so dass es vielleicht schon eine reizvolle Aufgabe sei, sie sich vorzuknöpfen. 

Nun nähe ich zwar seit mehreren Jahrzehnten mit Nähmaschine und kann sie sachkundig bedienen, ölen und und pflegen, aber wie genau das mit dem mechanischen Nähen funktioniert, welche Technik und welche Entwicklung dahintersteht, dafür habe ich mich lange Zeit eigentlich nicht wirklich interessiert. 


Wie ich dann dazu gekommen bin, im letzten Sommer zum ersten Mal eine Nähmaschine zu zerlegen, ist eine andere Geschichte, die ich eigentlich auch schon länger hier beschrieben haben wollte... 

Aber stattdessen habe ich mittlerweile die zweite Nähmaschine in Behandlung. 
Nämlich diese alte Ringschiffchen - Nähmaschine. 

Und diesmal schreibe ich gleich zeitnah auf, was mir dazu durch den Kopf geht, denn später habe ich sicher alles wieder vergessen und keine Lust mehr, es noch einmal zusammenzusuchen .... 


Was heißt Ringschiffchen? 


Die Bezeichnung bezieht sich auf den Mechanismus unter der Stichplatte. 
Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Möglichkeiten entwickelt, wie sich Ober- und Unterfaden verschlingen können. 
Vor ca. 100 Jahren waren unter anderem "Langschiffchen" weit verbreiten, bei denen der Unterfaden auf einer ähnlichen Spule aufgewickelt war, wie man sie in Webschützen kennt. Von diesen Maschinen sind wohl auch noch relativ viele im Umlauf. 
Beim Ringschiff ist der Unterfaden – wie bei den mir seit über 30 Jahren vertrauten Zentral-Spulen-Greifern (CB-Greifer) mit der herausnehmbaren Kapsel – auf einer flachen runden Spule aufgewickelt. Allerdings sitzt die relativ kleine Spule unter einer Art Deckel. 

Nähere Auskunft über die Ringschiffchen-Mechanik gibt mir mein "Herders Konversationslexikon" von 1902-1910, Band 6, Stichwort "Nähmaschine". 

(Sollte es für die im folgenden gezeigten Abbildungen trotz des hohen Alters des Buches Rechteinhaber geben, die ich nicht ermitteln konnte, bitte ich um eine diesbezügliche Auskunft. Dann werde ich die Bilder natürlich umgehend löschen.)   
... Treiber T mit Schlitz s für den Nadeleintritt in Schwingung (200°)versetzt wird. 



•••





Ein Blick auf die Kurbel K meiner Maschine: 


Was ist der Nutzen von diesem Ringschiff? 

Zum einen ist es einfach eine Entwicklungsstufe in der Nähmaschinentechnik. 

Mein Lexikon (oben) meint, die Zentralspulgreifer wären erst ganz neu auf dem Markt, aber komfortabler in der Handhabung.  

Es scheint jedoch auch eine Technik gewesen zu sein, die sich besonders für die Verarbeitung schwererer Stoffe und dickerer Garne eignete. 


Jedenfalls finden sich bei Peter Wilhelm einige Reklamedrucke, in denen  Maschinen mit verschiedenen Greifersystemen angeboten und für Verwendungszwecke empfohlen werden. Aus deren Lektüre entsteht für mich der Eindruck, die Ringschiffchen-Maschinen würden speziell für die Anwendung bei robusteren Arbeiten angepriesen. 

(Peter Wilhelm: Alte deutsche Nähmaschinen, Duderstadt 1987)

Die Passage über die Ringschiffmechanik in Naumanns Ausführungen über die "Singer Improved"- Maschinen bestätigt meinen Eindruck. 


Was weiß ich noch über meine Maschine? 


Ziemlich wenig. 

Auf der Vorderseite gibt es unterhalb des Stichlängenhebels zwei Löcher, die entweder für die Anbringung eines Markenlabels vorgesehen waren, oder an denen früher einmal ein Label angebracht war.  Welche Firmen welche Nähmaschinen unter welchem Label hergestellt haben und warum man manche Maschinen nicht unbedingt mit dem Logo des Herstellers versah, das ist eine spannende Geschichte, die man hier nachlesen kann
Die Abbildungen der Ringschiffmaschinen in Herdes Lexikon zeigen (lt. Text) Beispiele von Pfaff und Singer-Maschinen. Die einzige Ringschiffmaschine, auf die ich von diesen Firmen bisher im Netz stieß, ist jedoch die o.g. "Singer Improved", die noch keinen Rückwärtsgang hatte. (Hat meine schon.)

Auf der Rückseite gibt es eine Seriennummer, die auch nichts aussagt. 

In dem erwähnten Buch von Peter Wilhelm werden zahlreiche Firmen beschrieben und teilweise ihre Produktionspaletten aufgezeigt. 

Warum dort so oft die Daten aus den Jahren 1901 und 1912 erscheinen, erschließt sich mir nicht, aber es ist jedenfalls ersichtlich, dass viele Firmen solche Ringschiffmaschinen im Angebot hatten und viele Tausend davon in Umlauf gekommen sein müssten. 

In der Hoffnung, doch noch Verwandte zu entdecken und vielleicht eines Tages auch eine verwendbare Bedienungsanleitung aufzutreiben, liste ich hier mal einige Modelle auf, die in dem Buch erwähnt werden. 

Afrana O (Biesolt und Locke, Meißen, bis 1913)
Dietrich Medium und Titania (Altenburg 1895) 
Vesta E, F (Dietrich, Altenburg 1901+1912) 
Dürkopps Ringschiffmaschine 1891
Dürkopps Ringschiff B + C 1901
Victoria Ringschiffmaschine (Finster und Rossmann, Berlin 1889)
Gritzner Ringschiff E (1898), E+F (1912)
Excella E, F (Haid und Neu Karlsruhe, 1912)
Kayser E Familie (Kaiserslautern 1901)
Vera Ringschiff (Knoch, Saalfeld 1903)
Ossa E, EV (Knoch, Saalfeld 1912)
Köhler E, F (Altenburg, 1901)
Veritas L, F (Müller, Dresden 1912)
Opel E, F (Rüsselsheim, 1901, 1909)
Pfaff E (kleines Ringschiff), F (großes Ringschiff), (Kaiserslautern 1901)
Neumann Lit D (Seidel und Naumann, Dresden, 1901)
Stoewers Titania (Stoewer, Stettin, 1888,)
Stoewer Velocitas (1902)
Wertheim Ringschiff A (Frankfurt, 1901 + 1912)


Ich denke mal, dass meine nicht zu den ganz alten gehört, da sie schon einen Rückwärtsgang hat. 

Viele weitere Informationen und tolle Bilder finden sich übrigens bei  Ludger Halbur und im Nähmaschinenverzeichnis.



PS: Die beiden vorangehenden Einträge beschäftigen sich ebenfalls mit dieser Maschine. 




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Montag, 13. März 2017

... und sie bewegt sich doch


Einige Tage stand sie auf ihrem Lager mitten im Wohnzimmer, bekam Aufmerksamkeit und bewundernde Blicke, schluckte Medizin, wurde gehätschelt und gestreichelt. 
... aber sie rührte sich nicht. 

Schließlich studierte ich ausführlich ihre Anatomie und zog sogar ein zeitgenössisches Werk zu Rate, um alle Gelenke zu finden und optimal behandeln zu können. 

Ihr Dank? 
Kaltschnäuzige Sturheit. 

So rang ich mich schließlich zu einer Entscheidung durch:
Noch ein Versuch: 
Wenn auch dieser sie nicht davon überzeugen würde, sich von ihrer halsstarrigen Haltung zu verabschieden, würden sich unsere Wege trennen. 

Ob sie nun meine Entschlusskraft spürte oder der Wechsel des Massageöls (von WD40 auf Ballistol) den Durchbruch brachte? – Endlich gab sie ihren Starrsinn auf. 

Nachdem sie sich nun gelöst hat, bewegt sich alles grazil und geschmeidig wie bei einer Ballerina, außerdem beeindruckend präzise und nahezu geräuschlos. 

Also darf sie bleiben. 

Allerdings bekommt sie jetzt wieder ihren Platz in der Ecke. 
Noch tummeln sich in ihren Innereien allerlei Spuren und Reste jahrelanger Vernachlässigung und bis sie wieder Stich an Stich setzt (falls sie das jemals tun wird), werden wir noch ein paar Stündchen zusammen verbringen. 

Doch weil sie eigentlich eine Gefährtin für schlaflose Nächte ist, hoffe ich, dass es noch ein Weilchen dauert, bis ich über weitere Fortschritte berichten kann. 

Samstag, 11. März 2017

Nächtliches Rendezvous mit einer Nähmaschine

Manchmal kommt es vor, dass man nicht schlafen kann. 
Gedanken kommen ganz von selbst und wollen freiwillig nicht mehr gehen. 
Doch weiß man ganz genau, dass sie nur da sind, um sinnlos zu kreisen, dass sie zu keinem Ende finden und auch sonst keinen Nutzen haben. Sie rauben nur den Schlaf.

Dann ist es gut, eine alte Nähmaschine zu haben. 

Deshalb befreite ich das alte Trum seinerzeit dann doch aus dem Secondhandladen. 
Obwohl ich keine Nähmaschine mehr brauche und obwohl – oder besser: weil – an ihr nichts funktionierte. 
Aber auch gar nichts. 
Weder ließ sich das Handrad drehen, noch der Stichlängenhebel bewegen. 
Die Nadel saß fest in der tiefsten Position und in ihrer Halterung.
Nicht einmal der Nähfuss ließ sich anheben. 


Neulich kam es vor, dass ich nicht schlafen konnte. 
Gedanken kamen ganz von selbst und wollten nicht freiwillig ... 

Zeit, zum Schraubenzieher zu greifen und sich auf eine Sache zu fokussieren, die vielleicht eines Tages zu einem guten Ende führt...

So habe ich die Nähmaschine aus ihrem Eck gezogen und erst einmal diverse festgebackene Schrauben mit Kriechöl behandelt, dann alles abgeschraubt, was dafür vorgesehen ist: Die Frontabdeckung, den Deckel vor der Wartungsöffnung, die Stichplatte, aber diese konnte ich noch nicht abnehmen, weil sie unter dem Fuß und um die Nadel festhing. 
... reichlich WD 40 verteilt 
... während des Einweichens unter der Stichplatte einen historischen Fusselteppich entfernt und die Fadenspannungseinheit zerlegt und geputzt. Und als ich diese wieder zusammengebaut hatte, ließ sich immerhin der Nähfuß heben, die alte Nadel und die Stichplatte entfernen und die Spule aus der Spulenkapsel nehmen. Auch der Stichlängenhebel ließ sich bewegen und löste sogar eine kleine Reaktion am Transporteur aus. 

Alles andere saß zwar so bombenfest wie zuvor. Doch mit den Gedanken in der Mechanik dieser Nähmaschine fand ich endlich den ersehnten Schlaf.... 






 Fortsetzung und Informatives folgt.