Sonntag, 31. Juli 2016

Li - la - lustige Socken

Sie entstanden – ebenfalls während der Tour der Fleece –
auf meinen in diesem besonderen Juli 
ungewöhnlich häufigen Zugfahrten in die Landeshauptstadt 
und bestehen aus dem ersten Garn der Tour.

Memo: 
Schwarzkopfwolle ab Schur,
handgekämmt, gefärbt, 2-fädig gesponnen,
Größe 43, Nadeln Nr. 2,25, in Fußform gestrickt,
ca. 115g/235m 
(LL berechnet, Rest ca. 30g/63m) 
 


Ich hatte mir fest vorgenommen, mit den Socken meine Blogeinträge für den Juli abzuschließen und nun mache ich das auch, obwohl sich das Wetter heute als suboptimal für Sockenfotos erweist.... 
Außerdem verstellt sich sich in diesem blöden Programm die Schriftgröße beim Speichern immer von selbst wieder. 
Ich kapituliere.  

 



Freitag, 29. Juli 2016

Das Ende der TdF und das Blaue vom Himmel oder

 ... Spinnen ohne Tempolimit
Memo: 
Bliss 1:18, kurzer Auszug
4 Stränge, insgesamt ca. 442g/1100m  
Die himmelsblauen Wolken wollten aus der Kiste.
Die Singles wurden am Nachmittag des letzten TdF- Sonntags fertig, 
aber es hat mich doch etwas gewurmt, 
dass diese meine letzte Etappe der Tour de Fleece 
noch nicht gezwirnt war. 
Also habe ich nochmal einen echt sportlichen Sprint hingelegt
und den guten Kilometer Zwirn in knapp 3 Stunden durchs Rad gejagt. 
Es floss der Schweiß, aber um kurz vor elf waren sie fertig.
Mittlerweile sind die Stränge auch gewickelt und gebadet. 
Als Rennrad kam das Bliss zum Einsatz. 
Es hat drei Gänge: 

1. Der Relaxgang: 
Bei gemütlicher Bein- und Handarbeit läuft es ruhig und gleichmäßig.

2. Der ratternde Zwirngang: 
Hände und Füße können zum Zwirnen entspannt viel schneller arbeiten, 
weil da ja nicht so viel zu tun ist. 
Aber in dieser höheren Schwungradfrequenz entstehen Schwingungen, die das ganze Rad zum Rattern und Rumpeln bringen. 
So spinnt es sich nicht schön. 
Da hilft nur eines: Noch schneller treten ->

3. Der Sprintgang
Ich trete so schnell, dass sich alle Teile wieder rund und gleichmäßig drehen. 
Das ist sehr schnell. Die Hände schaffen das locker, aber für die Füße ist das richtig Arbeit.
Und quasi dauernd muss man das Garn in einen anderen Haken umhängen, was eine willkommene Pause für die Füße ist. 

Ich habe mal eine Minute lang mitgezählt 
und bin auf 170 Tritte = Schwungradumdrehungen/Minute gekommen. 
 
Bei einer Übersetzung von 1:18 heißt das, 
dass sich der Spinnflügel 3060 Mal pro Minute dreht. 

Bei diesem TdF-Endspurt bin ich erstmalig ernsthaft auf den Gedanken gekommen, 
ob ich nicht eines Tages zum Zwirnen ein elektrisches Spinnrad mit einer automatischen Aufwickelvorrichtung brauche (E-Spinner mit Wooleewinder). 
Aber: Die haben üblicherweise bis zu 1800 Umdrehungen, manche bis zu 2600 – 
und ich glaube, das ist mir zu langsam! 
Da mache ich lieber ab und zu mal ein bisschen umweltschonenden und figurfreundlichen Sport. 

So, die TdF liegt nun schon schon in der Vergangenheit 
und die Spinnräder haben seit Montag mal ein bisschen Pause. 
Die fertigen Garne liegen im Körbchen und lachen mich an. 
Ich bin schon ein bisschen beeindruckt, wie viel ich in den drei Wochen geschafft habe. 
Insgesamt ca.1,55kg Garn mit ca. 3,1km Lauflänge. 
Das heißt, dass auf der Tour mehr als 9km Faden durchs Rad gelaufen sind... 
Das Sockenpaar stelle ich demnächst auch noch vor.  


Sonntag, 24. Juli 2016

Southdown in Wasserfarben


Wieder ist eine Etappe meiner Tour de Fleece fertig.

Memo:
Southdown-Kammzug, handgefärbt, 
Sonata 1:16, Zwirn: Bliss 1:18
ca 100g/220m
Den Kammzug stammte vom Wollschaf und ich hatte ihn seinerzeit bestellt, 
um diese viel gerühmten Fasern einmal zu testen. 
Ich empfinde sie als eigenartig, irgendwie etwas stumpf, oder vielleicht sollte man es als Gegenstück zu "glänzenden" Fasern etwas positiver als "matt" bezeichnen. 
Und sie fühlen sich sehr, sehr flauschig an. 
Das flauschig-plüschige Gefühl beim Spinnen fand dann auch seine 
messbare Bestätigung beim Waschen des fertigen Stranges: 
Wie immer auf meine Haspel mit 180cm Umfang gewickelt, hat er sich so stark aufgeplustert, dass er nach dem Trocknen nur noch auf einen Umfang von 160cm kommt.  

Fluffige Streichgarne ziehen sich bei mir schon mal auf 165cm zusammen, 
aber für ein Kammgarn ist das wirklich sehr erstaunlich. 
Wissensertes über das Southdown-Schaf fand ich hier





Heute ist der letzte Tag der Tour 
und ich werde die angefangene Etappe heute nicht mehr zu Ende bringen.
Nachtrag: 
Ein sportlicher Spinnrad-Sprint am Sonntagabend ließ dann doch noch alles fertig werden. 
Fotos folgen. 

Freitag, 22. Juli 2016

Die versponnenen Gurken – oder wie viel Platz braucht Wolle?

 Das Ausgangsmaterial waren 
- diese giftgrünen und ziemlich scheußlichen Resultate 
meiner ersten Rohwollfärbe- und -kardierversuche vor einigen Jahren sowie
 - das restliche Vlies von diesem Jackenprojekt
Hellgrün und tannengrün wurden auf der Trommekarde 
im Verhältnis 1 : 2 gemischt (je 20g hell und 40g dunkel) 
und mit Rundhölzern als Riesenrolags abgezogen. 
Die Gurken, die dabei enstanden, 
habe ich als weiteren Streckenabschnitt meiner Tour de Fleece auf's Rad genommen. 
Den letzten tannengrünen Vliesrest habe ich gleich auch noch zu Gurken verarbeitet und gesponnen.
Memo: 
Gurkenmix: ca 483g/760m in drei Strängen
Unigurken: ca 79g/80m
Bliss, langer Auszug, 1 : 12, Zwirn: Malottke

Und welchen Schluss zieht der geneigte Leser und Betrachter aus folgenden Bildern?  

Dienstag, 19. Juli 2016

Ein Röckchen

 ...für's Tochterkind. 

Ein gemeinsamer Bummel in die Münchner Stoffboutique ließ ein leichtes Baumwollstöffchen in die Tüte wandern. Es soll sehr gute Qualität sein, den Namen des englischen Labels vergaß ich postwendend wieder.
Der Tochter gefiel der Stoff wegen des hübschen Musters und des schönen, fließenden Falls. 

Na, mal sehen, wie er sich bewährt und ob der Rock zum Lieblingsstück wird.  

Im Laden war ein Musterrock zu sehen und ich bilde mir ein, dass bei diesem Rock das Bündchen keine sichtbare Naht hatte, also der Rockstoff quasi zwischen dem Bundstoff und die Naht im Bund inwendig lag. (Vielleicht habe ich das aber auch nur nachts drauf so geträumt.)

Jedenfalls wollte ich es auch so und ich weiß nun, wie es nicht funktioniert: 
Man muss beim Nähen den Rockstoff zwischen das Bündchen rollen. Ganz sicher.
Aber weder eine Wendeöffnung im Bündchen noch ein Stück offene Naht an der Verbindung Bund-Rock lassen es zu, dass beim Wenden etwas anderes als ein interessantes Gewurschtel rauskommt, jedefalls ergibt das keinen Rock.

Man müsste den Zwischnnäh- und Wendetrick wohl anwenden, bevor man die Seitennaht geschlossen hat. Aber wie gelänge in diesem Fall eine schöne Seitennaht am Übergang zum Bund? Vielleicht, indem man die Naht bis zum Bund mit der Nähmaschine schlösse und den Bund von Hand?

Naja, ich habe halt wieder aufgetrennt und den Bund ganz normal festgenäht. 
Hätte ich das von Anfang an gemacht, wäre der Rock ruckzuck fertig gewesen, aber so habe ich ganz schon viel rumgepfriemelt. 

Memo: 
Dieser Rock ist komplett mit der Overlock genäht.  
Am "Saum" habe ich mich mal mit einem 2-Faden-Rollsaum ausgetobt, der mir an dem feinen Stoff sehr gut gefällt.
An der Seitennaht habe ich ebenfalls die Rollsaumfunktion eingestellt (mit 4 Fäden), weil die Naht so am schönsten wurde. 
Das ist heute mal wieder ein Fall für den Creadienstag.

Donnerstag, 14. Juli 2016

schöner lesen

Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich die Romane von Agatha Christie liebe? 
Weniger wegen der Krimihandlung an sich als vielmehr, weil sie oft so treffende Passagen voller Lebensweisheit und tiefem Witz enthalten. 
Vor allem bei der Lektüre neuerer Bücher stelle ich leider zunehmend öfter fest, dass mir für so einen Schmarrn eigentlich meine Zeit zu schade ist und dies auch nicht die Art von Input darstellt, die mein Verstand und meine Seele mögen. 
(Es gibt natürlich auch gute neue Bücher, aber ab und zu treffe ich auf ziemlichen Müll und man weiß es halt erst hinterher, was zwischen den Buchdeckeln steckt.) 

So greife ich tatsächlich ab und zu gerne auf Altbewährtes zurück und manche Bücher haben ihren festen Platz im Regal, während andere ganz schnell wieder ausziehen. 
Christie und Sayers und Simenon gehören zu den Stammplatzhütern.
Ein Vorteil fortschreitenden Alters besteht bekanntlich darin, dass das Gedächtnis nachlässt. 
Dass ich mir Romanhandlungen nicht mehr über längere Zeiträume merken kann, führt dazu, dass ich gute Bücher später noch einmal lesen und genießen kann, ohne mich dabei zu langweilen. 
Sehr praktisch.
Weil mir die Inhaberin des örtlichen Gebrauchtwarenladens neulich eine ganze Tüte unverkaufbarer Krimis in die Hand drückte, habe ich jetzt einige doppelt. Diese bekommt eine Freundin. Damit die ollen Schinken beim Lesen schöner in der Hand liegen, habe ich einen größenverstellbaren Einband ungefähr nach diesem Rezept dazu genäht.
Gestern war absolut kein Wetter für's Fotoshooting
Memo: 
Die steife Gewebeeinlage ist wirklich zu steif.
(... was ich hier schon mal festgestellt hatte, aber da war auch der Obertsoff aus einer alten Leinentischdecke steif. Der Leinenvorhang, der diesmal zum Einsatz kam, ist dagegen sehr schlabberig und ich dachte, die Taschenbücher könnten ein wenig mehr "Stand" vertragen und habe wieder eine der beiden Lagen mit dieser Gewebeeinlage bebügelt.)
Die vielen Stofflagen innerhalb der Buchdeckel (Innenklappen und Streifen zum Unterstecklen der Lasche) tragen ganz schön doll auf. 
Die Einstecklasche müsste man bei einem nächsten Mal etwas schmaler machen, damit sie besser unter den Streifen passt.   

Mittwoch, 13. Juli 2016

Words on Wednesday


Das kommt allerdings ein wenig auf die Qualität der Lektüre an...

Dienstag, 12. Juli 2016

Corriedale in orange

Memo: 
Corriedale Kammzug, selbst gefärbt
ca. 153g/364m
Sonata 1:18, Zwirn: Bliss 1:18
Ein weiterer Streckenabschnitt der Tour de Fleece
Heute ist mal wieder Creadienstag


Samstag, 9. Juli 2016

Ein Streckenabschnitt der Tour der Fleece

Die Tour de Fleece vom 2.7.-24.7.2016
– das sportlich-kreative Event des Sommers! 

Die Sportlerinnen treten in die Pedale und bringen 
unter den anfeuernden Rufen ihrer radsportbegeisterten Fans und Mitstreiterinnen
Kilomenter um Kilometer unter Meter um Meter auf ihre Räder. 

Die modernen Zeiten sozialer Netzwerke ermöglichen 
fröhliches Rudelspinnen in 
nie zuvor erahnten Dimensionen. 

Ich bin zum ersten Mal dabei und fahre im Team Spinnernetz bei Ravelry.  

Und was hat man davon? 
Vor allem eine Gaudi. 
Außerdem eine Menge Inspiration durch andere Spinnerinnen 
und eine ordentliche Portion Motivation, Fasern zu verarbeiten, 
die man sich aus welchen Gründen auch immer sonst nicht so gerne vorgeknöpft hätte
– und am Ende ein paar schöne Garne mehr. 

(Ein wesentlicher Unterschied zu den radfahrenden Kollegen bei der Tour de France besteht darin, dass diese am Ende der Tour ihre absolvierten Strecken nicht einpacken 
und mit nach Hause nehmen können.)

Ein Abschnitt der 1.-3. Etappe war schon hier zu sehen. 

Gestern habe ich einen weiteren Etappenabschnitt des 3. Tages gehaspelt und gebadet. 
 
Die Fasern für diese Strecke stammten noch von den ersten Versuchen meiner Rohwollverarbeitung und lagen seither platzraubend und missachtet in einer Kiste. 

Dieser Orangeton ist eine meiner absoluten Lieblingsfarben 
und ich habe ihn damals aus rot, gelb und blau selbst gemsicht 
– wahrscheinlich eine unwiederholbare Farbe. 

Der Fliederfarbton war ein "Färbeflottenputzer". 

Das Giftgrün, das noch in der Kiste zu sehen ist, 
wird auch schon abgeradelt, allerdings nicht allein.
Memo: 
Schwarzkopf ab Schaf, 
handkardiert usw.
Bliss 1 : 12 langer Auszug
Orange: ca. 94g/143m
Flieder: ca. 57g/82m