Donnerstag, 25. Februar 2016

Sonne trifft Seide

 Pastelltöne gehören eigentlich nicht in mein Beuteschema, 
aber mit Dorfen kreativ am gar nicht mehr so fernen Horizont 
ließ ich mich dann gerne mal auf diese 
für mich in verschiedener Hinsicht 
ungewöhnlichen Fasern ein.  

Wie viel Spaß mir das Spinnen und insbesondere das Spiel der Sonnenstrahlen 
auf dem edlen, schmuseweichen Material gemacht hat, 
spiegelt sich in der Bilderflut wieder, 
die sich jetzt davon auf auf meinem Rechner tummelt.
Die Auswahl für den Blog fiel mir direkt schwer. 
 

"Ashford Merino/Seide" aus 80%Merino und 20%Seide.
 Das Garn wurde ca. 604m lang und wiegt 122g.
 (Sonata 1 : 16 kurzer Auszug, Januar/Februar 2016)
 
Zum Dorfen kreativ-Markt bringe ich das Garn übrigens doch nicht mit.
Es hat schon eine Liebhaberin gefunden
und entwickelt sich bereits zu einem Halsschmeichler weiter. 
Ich wünsche beim Stricken und Tragen viel Freude damit! 




Dienstag, 23. Februar 2016

Eine Tunika für eine Frau mit einer traditionellen Figur oder ...

... ein zweites Leben für einen alten Vorhang.
Das blaue Gewand wurde schon am Samstag fertig, aber die derzeitigen Wetterverhältnisse lassen eigentlich keine vernünftigen Fotos zu. 
Ich poste es jetzt trotzdem, sonst wird mein kreativer Blogeintragsstau immer länger.....

Zum einen gefiel mir das Kleidchen für meine Nichte so gut, 
zum anderen trage ich selbst gerne Tunikas obendrüber, 
zudem wollte ich bei dem Versuch, mir selbst so eines zu nähen, nicht teuren Stoff verhunzen. 
Zuguterletzt sollte dieses Projekt ein Testlauf für meine neue Nähmaschine werden, die mich bisher nur theoretisch überzeugt.

Also:

Da gab es noch diesen uralten Leinenvorhang in blau wenn ich mich recht erinnere aus Büroräumen meines Vaters, wahrscheinlich 70er Jahre.  
Der Stoff hat einen sehr schönen Fall, aber nachdem ich ihn entfaltet hatte, fielen sofort die typischen Gebrauchsspuren eines alten Vorhangs ins Auge: Total verschossen! 
Naturgemäß waren die hellen Streifen auf der einen Seite viel stärker ausgeprägt als auf der anderen. Zunächst überlegte ich, die bessere Seite nach rechts zu nehmen. 
Aber dann fiel mir ein: Vor einigen Jahren hatte ich mir aus der Leinentischdecke derselben Büroeinrichtung schon einmal eine Tunika genäht und der helle Streifen rechts neben der hinteren Mitte stört mich bis heute. 
So entschloss ich mich kurzerhand, das Solardesign dieses edlen Stoffes im topaktuellen Usedlook als modischen Akzent für die die Tunika zu nutzen und auf die rechte Seite zu bringen.  

Plan B hätte vorgesehen, die fertige Tunika anschließend in bordeaux zu überfärben, falls sie wie ein alter Putzlappan wirken sollte. Vorausschauend wählte ich als Farbe für das Nähgarn ein hübsches Lila. 
Plan B wird nicht zum Einsatz kommen, denn die Tunika sieht nicht schlecht aus, und die blassen Streifen sind tatsächlich das Tüpfelchen auf dem i. 

Beim Nähen ergab sich dann erst einmal die Hürde, dass ich den alten Tunikaschnitt nicht mehr fand. Da habe ich wohl neulich zu viel aufgefräumt....  
Also nahm ich den Schnitt noch einmal ab, entwickelte daraus den neuen Schnitt im Stil des Nichtenkleidchens mit dem Mittelstück und schnitt den Stoff entsprechend zu. 
Der Vorhang reichte mit Ach und Krach. Für das hintere Mittelstück musste ich zwei Stoffstücke aneinandersetzen. 
Und beim Anprobieren stellte ich dann fest, dass das ganze Ding an mir hing, wie ein Sack.
SO eine traditionelle Figur habe ich nun auch wieder nicht. Also nahm ich rechts und links nochmal 7 cm weg, so dass 28cm weniger Weite übrig blieb und war froh, keinen teuren Stoff verschnitten zu haben.  
Es ist doch immer gut, einen Vorrat an alten Vorhängen parat zu haben. 

Um zu sehen, was die Nähmaschine kann, steppte ich die Kanten mit einem Zierstich um. 
Dort, wo es über dickere Stellen geht, ist deutlich zu sehen, dass ich die Maschine noch überhaupt nicht im Gefühl habe.  
Memo: 
Wenn ich nochmal so eine Tunika nähe, muss ich auch am Papierschnitt noch die Weite wegnehmen!

Das ist doch heute mal wieder ein Fall für den Creadienstag




Sonntag, 21. Februar 2016

Kaminfeuersocken

Manchmal sitze ich irgendwo rum. 
Im Zug, im Wartezimmer, in einer Sitzung, ratschend, einen Film guckend (letzteres eher selten), oder anderswo...
Dann beginnen meine Hände zu zappeln. 
Wenn man ein paar Stricknadeln und ein bisschen Garn dazulegt, stricken sich Socken quasi von selbst. 
.... und schon ist wieder ein Paar fertig. 
Ich liebe diese Farben, nicht nur, weil mir schon beim Hinschaun warm wird, sondern – hach egal. 
Ich mag es einfach, dieses warme Terracotta-Orange-mit-Rot-Melange! 
(Farbe unfotografierbar.)

So habe ich schon überlegt, ob ich mir aus dem Wollrest nicht noch ein Paar passende Handstulpen stricken soll. Doch dafür wäre mir diese Wolle dann wohl doch zu rustikal in der Haptik.
Mal sehen – jetzt freue ich mich erstmal an diesen geglückten Fußwärmern.

Zum Fotografieren sind die Bedingungen bei grauem Himmel und starkem Wind allerdings alles andere als optimal.
Memo: 
Schwarzkopfwolle Ernte 2013
handgekämmt, 2-fädig gesponnen, stranggefärbt
reichlich Größe 43, 2,25er Nadeln, in Fußform gestrickt
125g, ca. 255m (LL berechnet) 
(Rest ca. 45g, knapp 100m)

Freitag, 19. Februar 2016

Ein Garn, so lecker wie Zwiebelsuppe

Neulich hatte ich mal Lust, einfach draufloszuspinnen, dick und ungleichmäßig, 
mit Knubbeln und Wurzelseppcharakter (Tweedeffekt sagt der Fachmann)  und ohne Verwendungszweck. 

Die Zutaten für diese spontane Entspannungstat fand ich in der Restekiste: 
Da waren noch allerlei gesammelte Kammzugreste aus meiner Zweibelschalenfärbezeit 
und ein bisschen Knubbelzeugs, das beim Spinnen übrig geblieben war.  
 
Mit naturbrauner deutscher Merino zusammenkardiert ergab es drei appetitliche Batts. 
Ein nur kurz existierender Übergangszustand bei Nacht ohne Blitz ganz schnell noch festgehalten:
Voila – hier ist das Resultat:
Mir gefällt's.
 Jetzt fehlt noch die Idee, was daraus werden könnte. Aber darüber denke ich erst 
nach dem Dorfen kreativ-Markt nach, falls es dann noch bei mir wohnt. 
Denn vielleicht findet es da einen neuen Besitzer

Memo: 
129g, 193m
deutsche Merino natur und Zwiebelschalenfärbung
Bliss 1:12, langer Auszug



Und wo ich schon dabei war, habe ich die allerletzten Reste gleich auch noch in 
ein lustig-luftiges Garn verwandelt. (ca 30g) 



 

Montag, 15. Februar 2016

Ein Nichtenkleid

Von Zeit zu Zeit überkommt mich ein akuter Nähanfall.
Am Wochenende war es mal wieder soweit. 
Verstärkt wurde er diesmal von der Tatsache, dass ich seit Freitag eine neue Nähmaschine im Haus habe. Die alte kränkelt schon seit einer Weile, so war die Zeit gekommen, mal eine neue in Erwägung zu ziehen. So ganz überzeugt sie mich allerdings noch nicht, aber das ist eine andere Geschichte. 

Testobjekt sollte jedenfalls ein schlichtes Kleid für eine Nichte werden. Einen passenden Schnitt fand ich bei Pech und Schwefel, der Stoff schlummerte schon seit vielen Jahren in meinem Stoffschrank und hat nun endlich seine Bestimmung gefunden.
Das heißt, von dem hellblauen war ohnehin nur noch ein Rest da, denn daraus hatte ich schon vor geraumer Weile mit meinem Tochterkind ein Kleid genäht. Da können die beiden Cousinen nun fast im Pertnerlock gehen. 


Memo: 
Größe 116/122, bei Innen- und Außenteil anders als in der Anleitung erst alle Seitennähte schließen, Vlies für die Druckknöpfe auf den Trägerenden aufbügeln, dann verstürzen, schließlich in der seitlichen Innennaht Futter und Außenstoff noch ein Stück von rechts aufeinander nähen. 
Und dann keimte die Idee, für mich selbst ein ähnliches Kittelchen zu nähen. 
Irgendwo habe ich einen Schnitt, den ich abwandeln können müsste – und nach dem suche ich nun schon seit einer guten Stunde. Mittlerweile sind alle Schnittmuster aus dem Regal und alle Stoffe aus dem Stoffe-Schrank gezogen. Vielleicht sollte ich mal eine große Auf- und vor allem Ausräumorgie starten und mich von Einigem trennen – aber mir dämmert, dass der Schnitt genau solch einer Aktion zum Opfer gefallen sein könnte, ebenso wie ein paar Kinderstoffe, nach denen ich vorgestern auch erfolglos suchte.... 
Denn auch Ausräumanfälle überkommen mich von Zeit zu Zeit....

Samstag, 13. Februar 2016

Buch: Weben. Einfach-schnell-vielfältig (Christel Diekmann)

Christel Diekmann: Weben. Einfach-schnell-vielfältig. 
Hamburg 1981. 29 Seiten, ca. 16,5cm x 16,5cm
Pelikan-Hobbybuch Nr. 19. ISBN 3-8144-0419-X

Das ist ein Buch oder besser Heftchen aus der Wanderbuchkiste Weben
Das Inhaltsverzeichnis und weitere Meinungen zum Buch finden sich im Handspinnforum

Beim ersten Durchblättern fällt auf: Auf den linken Seiten ist Text, fast alle rechten Seiten sind jeweils komplett bis zum Rand mit einem Foto ausgefüllt. Viele der Bilder sind vielversprechend, machen Lust aufs Lesen und Weben und wecken Neugier: Wie ist das gemacht?

Also beginne ich mit dem Lesen und stelle schnell fest: Der Text ist äußerst knapp gehalten, vieles nur angerissen, dazwischen aber auch reichlich Überflüssiges. Auf Seite 3 erfahre ich, die Autorin habe für die heutige Zeit ein "Webgerät in der Schachtel entwickelt", das ich "unter den Arm nehmen" und womit ich "im Freien, im Urlaub oder zusammen mit Freunden kleine und große Kostbarkeiten" weben soll. Im Verlauf der weiteren Lektüre erahne ich, dass dieses Büchlein ein Anleitungsheft für den Umgang mit diesem Webgerät sein muss, ohne dass das jedoch irgendwo extra erwähnt oder dieses Webgerät und seine Teile vorgestellt und beschrieben würde. 
Es muss wohl so eine Art Gurtwebgerät sein. Das Foto auf S.9 dazu ist mehr ästhetisch als aussagekräftig.

Auf Seite 4 und 5 werden ganz knapp einige Web-Begriffe geklärt und drei Bindungarten beschrieben (Leinwand, Schussrips, Panama) , wobei behauptet wird, dass bei Schussrips der Schuss immer über zwei Kettfäden und unter zwei Kettfäden ginge. Daran hege ich Zweifel. 
Auf den folgenden Seiten wird das Weben erläuert.
Das Lesen erfordert sehr viel Aufmerksamkeit. Die einzelnen Abschnitte sind wenig strukturiert und enthalten eine Mischung aus stark verdichteten Informationen und der Verbreitung von Allgemeinplätzen, die keinen Spaß macht.
Mittlerweile habe ich zwar bemerkt, dass es tatsächlich zu jedem der schönen Bilder irgendwo im Text auf irgendeiner Seite einen Bezugspunkt gibt, aber nach dem muss man in mühsamer Detektivarbeit suchen. 
So gefällt mir z.B. das Kissen auf S.13 richtig gut und ich vermute anhand der Optik, dass es aus mehreren Streifen zusammengestzt ist. Gerne wüsste ich, wie man die Streifen so schön ordentlich zusammennäht. Dass meine Vermutung stimmt, lese ich später auf S.18, erfahre dort aber lediglich: "Ebenso sind sowohl Tischläufer wie Kissen auf dem Foto von S.13 aus zwei 20cm breiten Bahnen gefertigt und in der Mitte mit einem Band zusammengefügt. Diese Beispiele zeigen die Vielfalt der Möglichkeiten". Aha.  Lieber hätte ich gewusst, WIE sie das gemacht haben.

Also mit diesem Buch werde ich nicht warm. 
Gut, dass es weiterwandern darf.  




Freitag, 12. Februar 2016

Lebensverlängernde Maßnahmen für eine Zahnbürste

Eine Ultraschallahnbürste sollte es sein. 
Und zwar möglichst ein Markenprodukt, sagte der Zahnarzt zu meinem Mann. 

Also schenkte ich ihm (also dem Mann, nicht dem Zahnarzt) vor gut zwei Jahren eine topmoderne Philips sonicare Ultraschallzahnbürste in hochweriger Verarbeitung und bester Markenqualität zu Weihnachten. 
Seither ist sie in Betrieb und der üblichen Beanspruchung einer Zahnbürste ausgesetzt. 
Man muss feststellen: Sie funktioniert nach wie vor tadellos. 

Schade nur, dass der Einschaltknopf aus einem Material ist, das im Laufe der Zeit auf Hautkontakt mit Zersetzung reagiert. Und schade, dass man einen Einschaltknopf nicht bedienen kann, wenn man Hautkontakt vermeiden will. (Ich kann mich auch nicht erinnern, in der Anleitung gelesen zu haben, dass es zweckmäßig sei, vor dem Einschalten der Zahnbürste Gummihandschuhe anzuziehen.)


Wie auch immer. Heute, nach zwei Jahren Betrieb, ist der Ein-/Ausschaltknopf ein ekliges, klebriges Etwas mit Löchern und Rissen drin, mit dem sich die Zahnbürste nur noch mit viel gutem Zureden und langwierigem fummligem Getrickse schalten lässt.
Was tun? Ersatzteil besorgen. 
Also brachte mein Mann die Zahnbürtse zum Fachhändler, bei dem ich sie gekauft hatte. 

Da holte ich sie dann vorgestern wieder ab und erhielt von der netten Verkäuferin folgende Auskunft: 
"Da kann man leider nichts machen. Der Knopf ist nicht einzeln nachbestellbar. Aber das ist ja nicht so schlimm. Die Zahnbürsten sind ja heute nicht mehr so teuer. Da kaufen Sie halt eine neue." 

Mir blieb schier die Spucke weg. 
Vor zwei Jahren war diese Zahnbürste schon teuer. Und ich habe ein Markenprodukt im Fachhandel gekauft, damit ich nicht gleich eine neue kaufen muss. Und überhaupt finde ich es aus prinzipiellen, ökologischen und sonstigen Gründen nicht akzeptabel, eine elektrische Zahnbürste wegzuwerfen, nur weil der Knopf kaputt ist
Als ich wieder Spucke hatte, sagte ich ihr das auch. Immerhin nickte sie zustimmend, eigentlich sähe sie das ja auch so. 
Was allerdings auch keine Lösung des Problems herbeiführte. 

Im Nachdenken über meine kränkelnde Nähmaschine kam mir dann die Idee, einen Zanhbürstenknopf aus Fimo zu machen. 
(Manchmal bin ich selbst beeindruckt von den Gedankenketten in meinem Kopf.) 
Diesen Plan verwarf ich allerindings gleich wieder, denn der Knopf muss ja flexibel sein, doch immerhin: die kreativen Problemlösungsfindungsmechanismen waren in Gang gesetzt.

Und dann habe ich gebastelt:
Einen Schnipsel Kinesiologietape abgeschnitten, auf den Knopf geklebt, dann rundum passend zugeschnitten. 
(Das Tape ist vom Drogeriemarkt, schön elastisch und selbstklebend und ich hatte es für mein kaputtes Knie im Schrank.)
Knopf wieder aufgesteckt. 
 
Funktioniert prima. Alles wieder gut. 

Allerdings habe ich Sorge, dass sich das das Klebeband schnell wieder ablöst und weiß auch nicht, wie es sich auf die Dauer so macht.  Es ist ja auch nicht als Schalterbezugsstoff gedacht.
Deshalb bekam die Zahnbürste vorsichtshalber noch eine Bauchbinde aus einem länglichen Luftballon. 
Und jetzt wollen wir mal sehen, ob sie's nicht doch noch eine Weile tut. 



Donnerstag, 11. Februar 2016

Pflanzenfarben aus Flechten?

Früher habe ich schon mit verschiedenen Pflanzenfarben gefärbt, aber in letzter Zeit war mir das etwas aus dem Blickfeld gerückt. Seit ich im Garten die Bäume geschitten habe, spukt mir die Pflanzenfärberei aber wieder im Kopf herum und schärft den Blick für potentielle Farbstofflieferanten.

Neulich beim Obstbäume ausschneiden brachten sich mir die Flechten wieder in Erinnerung. Ich hatte mal aufgeschnappt, dass man mit Flechten färben könne, mich aber nicht weiter damit beschäftigt. 
Weil mir zur Zeit überall Flechten in die Augen springen, die irgendwo herumliegen und ohne Zerstörung von Natur einfach so aufzusammeln sind, will ich mir mal eben aufschreiben, was ich dazu im Moment an Theoretischem so herausgefunden habe. 
Wenn es dann soweit ist, muss ich die Infos nicht wieder zusammensuchen.  
Im Garten (und auf dem für den Häcksler bestimmten Astschnitt) habe ich diese Flechten, mit deren Bestimmung mir "Erdrauch" von Petzis Spinnforum aushalf. (Danke!)
 
Die graue ist eine Parmeliaflechte und färbt nach Erdrauchs Erfahrungen mit oder ohne Alaun ein warmes Gelb. 

 Die gelbe Flechte soll ein Orange ergeben.


Auf dem Sonntagsspaziergang kam ich dann an ein paar Alleebäumen vorbei, unter denen ziemlich viele abgebrochene Ästchen lagen, alle von Flechten überzogen. Die Flechten leben sicher noch, aber an diesem Feldrand wird demnächst einfach ein Traktor drüber fahren, so dass ich keine Skrupel hätte, die vom Boden einzusammeln. Zunächst nahm ich drei Zweiglein mit und fand im Internet eine interessante Seite, die mir bei der Bestimmung der Flechten half. 
 
Ich denke, es handelt sich um die Gelbe Wandfelchte. Über diese fand ich zu lesen, dass sie Parietin enthält, was ein altbewährter Textilfarbstoff sein soll. Und lt. Gefahrstoffkennzeichnung "reizend".
Ich werde wohl doch mal mit einem Korb an diese Stelle gehen und Totholz auflesen. 
Über diese gelben Flechten las ich auch, sie sein typisch für stickstoffreiche Standorte, was genau zu der Fundstelle passt. 
Eine Zuordnung der grauen Flechten von den aufgelesenen Hölzern gelang mir nicht. Ähnlich aussehende in dem Bestimmungslink sollen typisch für stickstoffarme Standorte sein. 
Sie sieht anders aus, als die aus dem Garten, aber die Parmeliaflechte gibt es wohl in unterschiedlichen Arten und Varianten. 

Nun frage ich mich, wie ich die Flechten bis zum Färben aufbewahre. Die Färbekraft der Wandflechte soll von der Sonneneinstrahlung abhängen. Vielleicht sollte ich die Äste an einen sonnigen Platz im Garten legen. Oder doch die Flechten abkratzen und trocknen?

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. 
Vielleicht sollte ich einfach mal eine kleine Probefärbung machen, um zu sehen, ob's den Aufwand wirklich wert ist.  

Mittwoch, 10. Februar 2016

Der Chinakohl lässt grüßen

"Und - hättest Du das gedacht, dass in mir so eine hübsche Frühlingsblume steckt?" 
fragte mein Chinakohl.
Ehrlich gesagt habe ich darüber noch nie nachgedacht. 
Aber es stimmt. 


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 Auch im Garten sehnen sich die Pflanzen unter dem schützenden Laub nach Licht. 
Was fotografiert sie denn da im Laubhaufen?