Dienstag, 23. Februar 2016

Eine Tunika für eine Frau mit einer traditionellen Figur oder ...

... ein zweites Leben für einen alten Vorhang.
Das blaue Gewand wurde schon am Samstag fertig, aber die derzeitigen Wetterverhältnisse lassen eigentlich keine vernünftigen Fotos zu. 
Ich poste es jetzt trotzdem, sonst wird mein kreativer Blogeintragsstau immer länger.....

Zum einen gefiel mir das Kleidchen für meine Nichte so gut, 
zum anderen trage ich selbst gerne Tunikas obendrüber, 
zudem wollte ich bei dem Versuch, mir selbst so eines zu nähen, nicht teuren Stoff verhunzen. 
Zuguterletzt sollte dieses Projekt ein Testlauf für meine neue Nähmaschine werden, die mich bisher nur theoretisch überzeugt.

Also:

Da gab es noch diesen uralten Leinenvorhang in blau wenn ich mich recht erinnere aus Büroräumen meines Vaters, wahrscheinlich 70er Jahre.  
Der Stoff hat einen sehr schönen Fall, aber nachdem ich ihn entfaltet hatte, fielen sofort die typischen Gebrauchsspuren eines alten Vorhangs ins Auge: Total verschossen! 
Naturgemäß waren die hellen Streifen auf der einen Seite viel stärker ausgeprägt als auf der anderen. Zunächst überlegte ich, die bessere Seite nach rechts zu nehmen. 
Aber dann fiel mir ein: Vor einigen Jahren hatte ich mir aus der Leinentischdecke derselben Büroeinrichtung schon einmal eine Tunika genäht und der helle Streifen rechts neben der hinteren Mitte stört mich bis heute. 
So entschloss ich mich kurzerhand, das Solardesign dieses edlen Stoffes im topaktuellen Usedlook als modischen Akzent für die die Tunika zu nutzen und auf die rechte Seite zu bringen.  

Plan B hätte vorgesehen, die fertige Tunika anschließend in bordeaux zu überfärben, falls sie wie ein alter Putzlappan wirken sollte. Vorausschauend wählte ich als Farbe für das Nähgarn ein hübsches Lila. 
Plan B wird nicht zum Einsatz kommen, denn die Tunika sieht nicht schlecht aus, und die blassen Streifen sind tatsächlich das Tüpfelchen auf dem i. 

Beim Nähen ergab sich dann erst einmal die Hürde, dass ich den alten Tunikaschnitt nicht mehr fand. Da habe ich wohl neulich zu viel aufgefräumt....  
Also nahm ich den Schnitt noch einmal ab, entwickelte daraus den neuen Schnitt im Stil des Nichtenkleidchens mit dem Mittelstück und schnitt den Stoff entsprechend zu. 
Der Vorhang reichte mit Ach und Krach. Für das hintere Mittelstück musste ich zwei Stoffstücke aneinandersetzen. 
Und beim Anprobieren stellte ich dann fest, dass das ganze Ding an mir hing, wie ein Sack.
SO eine traditionelle Figur habe ich nun auch wieder nicht. Also nahm ich rechts und links nochmal 7 cm weg, so dass 28cm weniger Weite übrig blieb und war froh, keinen teuren Stoff verschnitten zu haben.  
Es ist doch immer gut, einen Vorrat an alten Vorhängen parat zu haben. 

Um zu sehen, was die Nähmaschine kann, steppte ich die Kanten mit einem Zierstich um. 
Dort, wo es über dickere Stellen geht, ist deutlich zu sehen, dass ich die Maschine noch überhaupt nicht im Gefühl habe.  
Memo: 
Wenn ich nochmal so eine Tunika nähe, muss ich auch am Papierschnitt noch die Weite wegnehmen!

Das ist doch heute mal wieder ein Fall für den Creadienstag




Kommentare:

  1. Toll was man aus einem alten Vorhang rausholen kann. Ich finde die Farbe toll und diese Marmorierung durch das Ausbleichen macht das Kleid richtig spannend.
    Viele Grüße Miriam

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  2. Das ist ein sehr schönes Projekt und ein tolles Ergebnis! Gerade die ausgeblichenen Stellen machen die Tunika lebendig.
    LG Constance

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