Donnerstag, 29. November 2018

Farbecht – lichtecht – ?

Neulich wanderte mal ein Vorhang in die Wäsche. 
Das Fenster zeigt nach Osten und liegt im Sommer im Schatten hoher Laubbäume. 
Die farbige Seite zeigt nach innen. 

Von dem Stoff lag noch ein unbenutztes Stück im Schrank. 
Auf dem Foto sieht man beide. 

Wenn man selbst färbt, ist "Lichtechtheit" ja immer mal wieder ein Thema, vor allem im Zusammenhang mit Pflanzenfarben. 

Ich find's spannend, zu sehen, was "normale" (industriell gefärbte, konventionelle) Stoffe da so zu bieten haben. 
Wenn der Vorhang hängt und ohne direkten Vergleich, fällt es übrigens nicht auf, weil man sich ja sukzessive an die hellere Farbe gewöhnt. 





Dienstag, 20. November 2018

Eine besondere Kuscheldecke

"Ich habe doch noch so viele schöne Wollreste, die möchte ich mal aufbrauchen. Vielleicht kann eine schöne Decke daraus werden."

So ungefähr sprach die beste Schwiegermutter von allen und klappte ihre schwere Holztruhe mit den Wollschätzen darin auf. Sie suchte für dieses Vorhaben die naturfarbenen Knäule aus, klemmte sich die Stricknadel unter den Arm und begann mit der Arbeit.
Das ist schon eine kleine Weile her. 

Sie machte es so ähnlich wie ich: Nahm Knäule und Nadeln mit auf Reisen und in den Urlaub, strickte im Pensionszimmer, im Zug oder am Strand, oder zuhause bei schöner Musik, und stellte ein Quadrat nach dem anderen fertig, bis es schließlich 46 waren. 

Ja, das könnte schon eine schöne Decke geben. 

Doch weil seit einem Schlaganfall vor einigen Jahren der linke Arm nicht mehr so will wie früher, stellte die Verbindung der Teile sie vor eine große Herausforderung. 

Praktisch veranlagt, wie die beste Schwiegermutter von allen nun einmal ist, spendete sie daher einfach die fertigen Strickquadrate als "Patchworkdeckenbausatz, reine Schafwolle, Handarbeit" dem Adventsbasar. Leider fand sich kein Freund dieser Arbeit, so dass sie die liebevoll gearbeiteten und voller angenehmer Erinnerungen steckenden Teile am Ende wieder mit nach Hause nahm. 

Dann sollte es wohl doch eine Decke für sie selber werden. 
Sie übergab mir die Quadrate und die restliche weiße Wolle und ich versprach ihr, sie für sie fertigzustellen. 
Bei näherem Hinsehen merkte ich allerdings, dass es nur 45 Teile waren. Außerdem fehlte mir zunächst die rechte Idee, um die Teile in den verschiedenen Braun-, Grau,- und Wollweißtönen dekorativ mit der weißen Wolle zu verbinden. Also erinnerte ich mich an ihre blaue Wohnzimmergarnitur, färbte die weiße Wolle kurzerhand passend ein, strickte das fehlende Quadrat und tüftelte eine hübsche Verbindungsart aus. 
Eigentlich sollte sie die Decke zu ihrem 80. Geburtstag im Frühling bekommen, aber dann kam mir einiges dazwischen und ich wurde nicht fertig. 

Nun, der Urlaub am Kochelsee gab mir den nötigen Freiraum, um die Arbeit wieder aufzunehmen. 
So konnte sie die Decke vor ein paar Wochen in Empfang nehmen, gerade rechtzeitig vor Anbruch der kalten Jahreszeit. 

"Ach ja, diese Quadrate habe ich gestrickt als ... " kommen ihr die Erinnerungen, in die sie sich nun kuschlig hüllen kann. 
Und das blaue Quadrat macht die Decke perfekt, meint sie. 
Ich meine, diese Decke meiner Schwiegermutter ist ohnehin etwas ganz Besonderes, gestrickt mit der langen Stricknadel unter dem linken Arm. Und auch ein schönes gemeinsames Projekt. 
Ich selbst stricke übrigens sehr ungern Krausrippen. Die gehen mir nicht recht von der Hand und diese Decke zu stricken wäre für mich kein Vergnügen gewesen. 
Nun, wie man auf den Bildern sieht, war der Garten noch grün, als ich die Fotos machte. 
Jetzt findet diese besondere Decke endlich auch noch den Weg in meinen Blog. 

Memo: 
Material: verschiedene Schafwollgarne, Reste
Größe: ca. 1,10m x 1,65m
Gewicht: ca. 790g

Verbindung der Kanten: 
von der rechten Seite in der Mitte der Randmaschenglieder von oben nach unten durchstechen und das hintere Maschenglied auf die Nadel nehmen:
1. Farbe a, dann Farbe b, dann wie eine Kettmasche das Verbindungsgarn durchziehen.  

2. Farbe b, dann Farbe a, dann genauso.  

Ich habe dazu eine alte Maschinenstricknadel verwendet, die mit ihrer auf und zu klappenden Nadelzunge das Arbeiten deutlich erleichtert hat. 

Eigentlich bin ich auch ziemlich sicher, ein Bild von der Rückansicht der Verbinungsstiche gemacht zu haben, aber das ist verschollen. 
Das kommt davon, wenn man das Schreiben von Blogeinträgen so lange vor sich herschiebt ...
Also von hinten sieht es aus, wie eine Steppnaht: Stich an Stich eine gerade Linie. 

Ganz am Schluss habe ich  noch eine Reihe blau außenrum gehäkelt. 
Und ein kleines Label mit dem Namen meiner Schwiegermutter und der Jahreszahl angebracht. 

Inzwischen ist auch das fehlende Quadrat wieder aufgetaucht, berichtete mir die beste Schwiegermutter von allen. Na, dann hat sie jetzt ja sogar noch einen passenden Topflappen. 
Oder den Grundstock für eine weitere Decke ... 


Und weil heute Dienstag ist, gibt es mal wieder einen Link zum Creadienstag