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Montag, 17. Oktober 2022

Patchwork aus dem Rahmen (Bonus zum Stickmaschinenbuch)

Meine Stickmaschine von A-Z: 
Bonus-Fotos zum Stichwort > Patchwork
Der Text dazu steht natürlich wie immer im Buch. 
(Infos dazu ganz unten.)












Stickdatei bei Lavender Quilting Farm (Designcopyright)

PS: Natürlich kann man mit der Stickmaschine auch quilten. Die Bilder dazu sind hier.

 ______________

Mehr zum Buch: 

-> Buchvorstellung
-> Leseprobe
-> hier erhältlich

Meine Stickmaschine von A bis Z

Was hat es mit den "Bonusfotos" auf sich? Zur Antwort > hier entlang.
> Index der Bonusfotos 


Alle Blogbeiträge rund ums Buch und Bonusfotos sind mit einem Klick hier zu finden.  




Sonntag, 13. Juni 2021

Ein bunter Quilt


Quilten mit der Stickmaschine – das wollte ich schon länger mal ausprobieren. 

Die Decke besteht ausschließlich aus Naturfasern und – mit Ausnahme des Garns – aus Altmaterialien: 

Das Top ist wieder einmal aus selbst gefärbter alter Bettwäsche.
Die Wattierung bildet ein etwas seltsames Wollvlies, das vor langer Zeit einmal als Verpackung eines Spinnrades ins Haus kam. Zum Spinnen taugte es definitiv nicht. Jetzt hat es seinen Platz gefunden. 

Zum Sticken habe ich Abschnitte eines dünnen, schon etwas fadenscheinigen Bettbezuges in weicher Atlas-Bindung eingespannt, das Wollvlies präzise zugeschnitten aufgelegt, und obendrauf den Stoff für' s Top, grob zugeschnitten, dann mit einem Heftrahmen fixiert, und alle Lagen zusammen bestickt. 


Beim Zusammennähen stellte ich mich dann maximal blöd an:
Erstens wäre es gut gewesen, alle Nähte am Anfang und Ende zu verriegeln (was man bei Patchwork ja häufig nicht tut).
Zweitens wäre es dann gut gewesen, die Nahtzugaben je zu einer Seite zu bügeln – was ich nicht machte, um dicke Stoffdoppelungen zu vermeiden. 
Dann kam ich auch noch mit den mühsam angeordneten Blöcken durcheinander.  

Die Kombination aus nicht verriegelten Nähten und Auseinanderbügeln führte dazu, dass einige Nähte eine gewisse Auflösungstendenz zeigten. Also beschloss ich, bei der Verbindung mit dem Rückseitenstoff die Nahtzugaben jeweils beidseitig neben der Naht mit festzusteppen, um die nötige Stabilität zu gewährleisten. Damit das sauber geht, nähte (heftete) ich die Nahtzugaben von Hand grob zu beiden Seiten fest.
Tja. Da steckt jetzt trotz der Maschinenquilterei viel Handarbeit drin. 

Und weil's eh schon wurscht war, habe ich dann im letzten Schritt nach dem Umschlagen auch noch die Einfassung von Hand angenäht. 

Schlussendlich bin ich mit der Decke sehr zufrieden.
Nach der Fertigstellung habe ich sie erst mal gründlich und heiß gewaschen und nun auch schon darunter geschlafen: Sie fühlt sich sehr leicht und angenehm an. 


Memo:
207cm x 138cm
2610g
Oberstoff, Rückseite, Zwischenlage und Garn: Baumwolle, 
Wattierung: Schurwolle
Statt Stickvlies: dünner Baumwollstoff
Stickdesign Julias Needle Design

Alles in allem war die Decke ein knappes Jahr in Arbeit – wie üblich mit vielen Pausen dazwischen. 


Nachtrag: 
Irgendwie braucht es hier doch noch Bilder, wo man ein bisschen mehr von den schönen Blumen sieht. Insgesamt sind es 12 verschiedene Motive. Sie sind im einfachen Steppstich ausgeführt ("singlerun"): 





Montag, 20. April 2020

Stuhlkissen für draußen oder ...

... der erfolgreich erfolglose Versuch, Resteberge abzutragen. 

Es war einmal
- eine geschenkte Tüte voller oranger Vorhänge: gute Baumwolle, stabile Qualität, einseitig verblichen,
- eine umfangreiche Sammlung kleiner Reststücke von gefärbten Bettlaken aus meinen Patchworkprojekten 
- und die Notwendigkeit neuer Stuhlkissen für draußen. 

Dazu kam die Lust, mich mal mit Applikationstechniken an der Stickmaschine zu verkünsteln und gleichzeitig das präzise Umsetzen des Stickrahmens für große, zusammengesetzte Motive zu üben. 

Was kam dabei heraus? 

Zwei farbenfrohe Stuhlkissen mit knallbunt interpretierten Jugendstilmotiven und eines mit Resten ausrangierter Jeans, das den Sitzplatz von Junior stilecht markieren wird (allesamt total upgecycelt) ...
... sowie
– eine nach wie vor prall gefüllte Tüte mit orangen Vorhängen
– eine nach wie vor umfangreiche Sammlung von Schnipseln alter, bunter Bettwäsche. 
Mit letzterer verhält es sich fatal: 
Tatsächlich zeigte die Applikationsspielerei sehr deutlich, dass sich selbst allerkleinste Schnipsel prima verwerten lassen, was nahelegt, dass man die wohl auch weiterhin unbedingt sammeln und aufbewahren muss ... 
Gleichzeitig ist in der zuständigen Schachtel nahezu kein Schwund festzustellen. 
Der Versuch nennenswerter Reste-Minimierung erwies sich mit dieser Technik als erfolglos. 

Tja. Und sonst so? 

Tatsächlich habe ich mir einen Ruck gegeben und das großspurig angekündigte neue Patchworkdeckenprojekt in Angriff genommen. 
Stand heute: 160 Quadrate 10 x10 cm
Und nebenbei gehen nach und nach kleine Portionen des großen Weihnachts-Wollberges in andere Aggregatszustände über. Eigentlich wollte ich heute Batts färben. 
Aber der kalte und heftige Wind macht es mir draußen zu ungemütlich. 

Kleine Einblicke in meine "Wollwerkstatt": 
Neulich draußen:

Jetzt drinnen:

Wegen des Winds werden auch die neuen Stuhlkissen heute noch nicht eingesessen. 

Copyrighthinweis Stickdesigns: 
Die Jugendstilmotive sind Elemente aus der großen Decke von "Birdhouse Cottage Crafts", über Secrets of embroidery 
Applikationsschrift von Jolsonsdesigns




Freitag, 6. März 2020

Ein blau-weißer Quilt mit Geschichte

"Du sollst die alten Stoffe bekommen", hatte die beste Freundin gesagt, als sie in ihrem neuen Haus auf den prall gefüllten Sack der Vorbesitzer gestoßen war. 

So nahm ich ihn gerne mit. 

Es kam vor allem Weißwäsche zum Vorschein, Mitteldecken und Geschirrtücher, ein paar Bettlaken, Bettbezüge, Kopfkissen mit Spitzeneinsätzen, Nachthemden...
Aufgrund der Designs lassen sich die Stoffe um 1900 +/-20 Jahre datieren. Eine Mitteldecke zeigt und zitiert Bismarck, manche haben typische gründerzeitliche Designs, andere erinnern an Jugendstil. 

Manche Stücke sind schon im Lumpenstadium, viele aber noch recht gut erhalten. 

Eines war ganz anders, und vor allem: Blau. 



Die Schürze aus schwerem Leinen, von beiden Seiten mit Blaudruck verziert und sichtlich viel gebraucht, wurde das Kernstück eines ganz besonderen Projekts: 

Ein Quilt für meine beste Freundin.

Ich wählte Wäsche aus, halbierte sie, färbte jeweils die Hälfte blau und schnitt sie zu Quadraten.
Ich trennte Spitzen ab und nähte sie auf Quadrate, überwiegend auf blaue. 

Aus Randstücken mit Webkanten und anderen Reststreifen nähte ich neue Quadrate und verzierte die Kanten mit Zierstichen meiner Nähmaschine. 
(Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Zierstiche liebe?) 

Einige ungemusterte Stoffe wurden mit der Stickmaschine bestickt.
Am Schluss wurden die Quadrate sorgfältig im Schachbrettmuster angeordnet, zusammengenäht, mit Volumenvlies und Rückseite verbunden, gesteppt, eingefasst – fertig. 
Jetzt ist die Decke auf dem Weg zu ihren Ursprungsort, dorthin, woher die Stoffe stammten. 

Ich muss gestehen, es tut mir weh, in alte Stoffe zu schneiden, die alte Wäsche auf diese Weise zu zerstören. Aber: So, wie sie sind, würden die alten Lumpen nur für die weiteren nächsten 100 Jahre sinnlos und ungeliebt in einem Schrank oder sonstwo im Weg herumliegen. Oder entsorgt. 
Nun sind die Stoffe zu neuem Leben erwacht, erfreuen das Auge und wärmen den Körper. 

Manchmal muss Altes kaputt gehen, damit etwas Neues daraus werden kann.  

Alles hat seine Zeit.
Auch Nähen hat seine Zeit. Und zerschneiden. Und wieder zusammennähen... 
(Salomo zugeschrieben)
Jedes der Quadrate hat seine eigene Geschichte. 
Zum Teil ist das nun auch meine Geschichte. 
Und wird bei meiner Freundin zu Geschichte.
In den gefärbten Stoffen kommen die Damastmuster des alten Leinens besonders schön zur Geltung. Am besten kann man sie sehen, wenn man schräg drauf schaut. 




Memo:
Größe ca 222cm x 142 cm
Oberstoff: altes Leinen, alte Baumwolle, teils mit Simplicolfarben gefärbt
Rückseite: Bettlaken
Füllung: Baumwollvlies 100g/qm (Nähzwerge)
im Nahtschatten gequiltet
In Arbeit seit ca. März 2019 - mit allerlei Unterbrechungen