unbezahlte Werbung

Werbehinweis: Mein Blog dient vor allem mir selbst als Gedächtnisstütze. Daher werden Firmen und Marken genannt, deren Materialien bzw. Designs ich verwende. Teilweise ist die Nennung auch zur Kennzeichnung von Urheberrechten notwendig. Außerdem werbe ich hier für meine Bücher. Ich werde nicht für Werbung bezahlt.
Posts mit dem Label Waschen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Waschen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 2. Juni 2016

Garn waschen nach dem Spinnen - warum?

links gewaschen, rechts ungewaschen. 

Das ist der eine Grund. 
Der andere ist Folgender: Beim Spinnen werden die Fasern in die Länge gezogen. Aber vor allem Schafwolle hat ein Gedächtnis: Wenn die Fasern am Schaf lockig gewachsen sind, werden sie später auch wieder lockig, egal wie sehr man beim Spinnen daran gezogen hat – mal ganz platt ausgedrückt.
Der Auslöser für diese Regeneration ist Feuchtigkeit bzw. Nässe. 
Ich wickle alle meine Stränge auf der gleichen Haspel mit ca. 180cm Umfang. 
Beim Waschen entspannen sich die Fasern, das Garn wird "dicker" und "kürzer". 
Das kann man sehen und fühlen und: messen. 
Wenn ich eine Haspelumlauflänge (eine Garnrunde) nach dem Trocknen nachmesse, habe ich je nach Schafrasse und Spinntechnik am Ende noch Werte von 150cm bis 176cm. Meistens ist der "Schwund" sehr deutlich. 
 
Selbst wenn der optische Eindruck nicht immer ganz so ausgeprägt ist wie in meinem Beispielbild: Man kann sich leicht vostellen, wie sich das "Fasergedächtnis" auf Maschenproben und fertige Strickstücke auswirkt, wenn man ungewaschenes Garn verstrickt und den Pulli dann das erste Mal wäscht.

Übrigens wird auch beim (industriellen ebenso wie handwerklichen) Weben an allen Garnen kräftig gezerrt. Das ist m.E. auch die Ursache, warum Webstoffe in der ersten Wäsche "einlaufen". 
 

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Der neue Wollentsafter

Vor zwei Wochen lief mir auf dem Flohmarkt ein neuer Wollentsafter zu. 
Meine gute alte Schleuder leistet mir schon lange wertvolle Dienste bei der Wollverarbeitung. 
Allerdings ist sie nicht stubenrein. Sie arbeitet laut und lärmend, lässt gerne kleine Pfützen unter sich und bekommt das große Rumpeln, wenn man sie mit zu keinen Portionen füttert. 
Dann möchte sie gerne weglaufen und ich muss sie mit beiden Händen festhalten. 
Deshalb freute ich mich über den Flohmarktfund am Gallimarkt ebeso wie die Verkäuferin, die sich das Erbstück ihrer Mutter in neue gute Hände wünschte und schon befürchtete,
niemand könne mehr so ein Ding brauchen. 

Bei den Wollfärbereien der letzten Woche kam der Kleine erstmals zum Einsatz.  
Er hat sich sehr bewährt. Ich kann ihn mit in die Küche nehmen, die Wolle direkt und ohne weite Wege vom Topf in die Schleuder geben und die Flotte sofort zurück in den Topf gießen. 
Sie läuft – mit Verstand befüllt – recht ruhig und braucht nur ganz kurz, um viel Flüssigkeit rauszuschleudern.
Nur ein kleiner Plastikhocker als Standfuß erwies sich nicht als optimal.  (Den musste ich auch am Weglaufen hindern.)
Ich bin mir auch nicht so sicher, wie sich die saure Flüssigkeit auf die Dauer mit dem Aluminium der Trommel vertragen wird, aber der Kontakt ist ja nur kurz. 
(Und ich glaube, die Trommel meiner Großen ist auch aus Alu, das ist mir nur
bis jetzt noch nicht aufgefallen.)
Jedenfalls ist der kleine Kerl sehr praktisch und auch hübsch, wie ich finde, und ich freu mich, 
dass er jetzt bei mir arbeitet. 

Freitag, 25. September 2015

Alpakawäsche

 
Der Vater des Gedankens: 
Obwohl man dem Vernehmen nach Alpaka gut frisch ab Tier kardieren oder spinnen können soll, 
habe ich mich doch entschlossen, die Fasern erst zu waschen, 
- weil ich den Alpakageruch nicht besonders mag, 
- weil ich ungern Staub und Sand im Wohnzimmer habe
- und weil ich von einer Erfahrung gelesen habe, dass der Sand am Spinnradeinzugsloch wie Schmirgelpapier gewirkt habe. 

Plan A: 

Die Idee: 
Alpaka enthält kein Lanolin, also muss ich weder heiß noch mit Spüli waschen und kann das Waschwasser gut zum Blumengießen verwenden, was mir bei dem warmen, trockenen und windigen Wetter vorige Woche sehr entgegenkam. 

Also trug ich den Waschzuber in die durstigste Gartenecke, kleidete ihn mit Mückennetz aus, legte die Alpakafasern ein, holte den Gartenschlauch und bebrauste das Ganze, bis das Wännchen voll war. 

Das Ergebnis: 
Die Fasern tauchten nur schwer unter, saugten sich gar nicht voll und es gab viele Bereiche, wo viele, viele Luftblasen in den Haarbüscheln eingeschlossen waren. 

Aha: Alpaka ist stark wasserabweisend, fehlendes Lanolin hin oder her. 

Plan B: 

Ein Tropfen Spüli dazu. Das hilft beim Wolle färben im Topf selbst dann, wenn ich noch leicht fettige Schafwolle habe. 
Aber nein: Selbst handgreifliches Tauchen konnte die Fasern nicht davon überzeugen, ein ordentliches Vollbad zu nehmen. 

Plan C: 

Mit etwas mehr Spüli (ca. 1 Esslöffel) und viel Gebrause und entsprechendem Geschäume ging' s dann.   

Es hat sich bewährt, kräftig in die Fasern zu brausen, sie sozusagen "abzuspritzen" bis sie im Wännchen schwammen. 
Nach der ersten Dusche habe ich das Ganze ca. 30 Minuten einweichen lassen, danach abgegossen.
Dann gab's eine zweite und dritte Dusche.

Bei einigen Faserportionen war das Waschwasser nach dem ersten Bad schlammbraun, nach dem zweiten Bad  grau und trüb und nach dem dritten Bad so gut wie klar. 
Das habe ich dann für fertig erklärt. 
Bei einigen anderen Portionen, v.a. den weißen, musste ich viel öfter spülen, teilweise wurde das Wasser bis zum Schluss nicht klar und ich habe es dann so gelassen. 

Nach dem letzten Spülgang kamen die einzelnen Wäscheladeungen in die Wäscheschleuder und wurden dann im Garten ausgebreitet. 

Die meisten Fasern trockneten erstaunlich rasch, waren nach 1-2 Stunden trocken. Nur das große, weiße Vlies brauchte 2 Tage zum Trocknen – oder sind die Fasern von diesem Tier nur viel glatter und ich habe nass und "seidig" verwechselt? Ein bisschen "klamm" fühlen sie sich immer noch an. Vielleicht ist das die Struktur dieser Fasern, nachdem der Staub runter gewaschen ist. Intressant. 


••••
Ein paar Bilder: 

Ich hatte befürchtet, dass die Faserbüschel beim Waschen in lauter Einzelhaare zerfallen, so dass ich am Ende "vorne" nicht mehr von "hinten" unterscheiden kann (Schnittkante und Spitze). Das ist aber nicht passiert. Die Fasern gefallen mir nach der Wäsche deutlich besser als vorher und werden sich bestimmt noch gut zum Kardieren ordnen lassen.  

Hier das beige Vlies: sehr, sehr weich und zart. 

So ein pitschnasser Alpakawollklumpen erinnert mich an einen Tonbatzen: 

 ••••
Oben liegt der nasse Wollhaufen auf dem Gitter, auf dem er nach dem Schleudern zum Trocknen ausgebreitet wurde (unten). 
Die Metamorphose ist beeindruckend.  
(Die Farbe übrigens auch: kastanienbraun.)
Das helle Vlies im Vordergrund ist übrigens das mit dem Creme-Touch, schnelltrocknend.
(vom Foto ganz oben in der Wanne)


Das kastanienbraune hatte ich in zwei Portionen sortiert: Diese hat Schuppen, glaube ich. 


Ich habe gelesen, dass die Schuppen beim Waschen quellen und kleben. Bisher sieht es nicht danach aus, aber ob sie beim Kardieren rausfallen oder nicht, muss sich noch zeigen.


Plan D: Die nächste Alpakawäsche probiere ich mal mit gut abgelagerter Kernseife.