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Sonntag, 28. Juni 2020

Lesezeichen ...


... gehören zu den Dingen, die die Welt nicht braucht. 

Wann und wo auch immer ich ein Buch aufschlage, findet sich auch ein Lesezeichen. 

Ein Einkaufszettel zum Beispiel. 
Oder ein Kassenzettel. 
Ein Zettel vom Notizblock, die Terminerinnerung vom Zahnarzt oder eine Postkarte. 
Auch Einzelblätter von der Klorolle fanden so schon Verwendung. 
Notfalls gehen auch Eselsohren, aber die mache ich nicht gerne, weil ich finde, sie verschandeln ein Buch. 
Da merke ich mir lieber die Seite. 

Allerdings habe ich mir im Leben schon so viele Seiten gemerkt, dass ich sie inzwischen durcheinanderbringe. Nicht immer finde ich die richtige auf Anhieb, was dieses Verfahren uneffektiv macht. 
So greife ich doch lieber zum nächstliegenden Zettel. 
Manchmal stehe ich im Supermarkt und frage mich, was das doch gleich noch war, was ich unbedingt besorgen wollte. 
Leider habe ich gerade das aktuelle Buch nicht dabei, um auf dem Lesezeichen nachzusehen. 

Und wo finde ich jetzt den Zahnarzttermin? 
Habe ich damit den inspirativsten Entwurf in einem von gefühlt hundert Patchworkbüchern markiert oder liegt er in jenem ausgelesenen Krimi, den ich letztens in den "offenen Bücherschrank" am Straßeneck getragen habe? 

Und wo – zum Donner – ist jetzt schon wieder der Zettel hin, auf dem die Telefonnummer von der Autowerkstatt steht? 
Ich brauche Lesezeichen! 
Dabei muss ich ehrlicherweise sagen: Ich habe Lesezeichen. 
Meistens. Schon seit Jahren gibt es zwei Plätze im Haus, an denen ich "echte" Lesezeichen oder geeignete Kärtchen deponiere, wann immer sie mir unterkommen. 
Lesezeichendepots sozusagen. 

Besonders gerne finden sich hier entwertete Eintrittskarten oder Fahrkarten vergangener Reisen ein. 
Da habe ich dann gleich noch eine schöne Erinnerung. 
Doch irgendwie sind diese Depots zur Zeit dauernd leer. 
Offenbar führen Lesezeichen ein freiheitsliebendes Eigenleben. 

Gestern traf es sich nun, dass ich mal wieder viel zu früh aufwachte.  
Ich hatte keine Lust, mein Tagwerk so früh zu beginnen und den verpassten Schlaf durch Pflicht zu ersetzen. 
So beschloss ich, vor dem Frühstück ein bisschen mit der Stickmaschine und mit Farben zu spielen. 
Der erste Satz Lesezeichen wurde orange-apricot mit türkisem Rand und gefällt mir recht gut, auch wenn (oder weil?) diese liebliche Farbkombi für mich nicht typisch ist. 
Im zweiten Satz wollte ich es anders, konnte mich dann aber nicht entscheiden, wie. 
Also wechselte ich nach jedem Lilienmotiv die Farbe. 
Ich liebe diesen Terrakotta-Ton. 
Und kann mich immer noch nicht entscheiden, welche Farbkombi mir davon am besten gefällt. 
Vielleicht doch liebliches Orange-apricot? 

Jedenfalls habe ich jetzt mal wieder Lesezeichen. 
Und kleine Geschenke zur Hand. 
Und einen neuen Blogeintrag. 

Passenderweise begrüßte mich heute Morgen die Taglilie mit ihrer ersten Blüte.  
Wunderschön orange. 

Memo Lesezeichen: 
beidseitig Filz
Dateien (und Designcopyright) aus einem der drei etwas seltsamen, ziemlich werbelastigen Freebie-Blogs von Natali-embroidery



Montag, 15. Juni 2020

Pfaff 260: Die Musterlänge bei Zierstichen

Vorwort: 
Im Sommer 2016 habe ich eine alte Pfaff 260 mit Tretantrieb wieder instandgesetzt – das war die erste Nähmaschine, die ich zerlegt habe. 

Neulich bin ich bei der Suche nach etwas anderem über zwei fertige Blogeinträge gestolpert, die als "Entwurf" in meiner Liste vor sich hinschlummern und die ich wohl nie gepostet habe, weil ich damals eine ganze Serie über meine Reparatur der Maschine geplant hatte, aus der nie etwas wurde. 

Die Veröffentlichung des zweiten hole ich jetzt nach.
Mehr Beiträge zu meiner Pfaff 260 sind hier im Blog unter dem entsprechenden Label zu finden. 

Ende des Vorworts



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Die Pfaff kann ja jede Menge Zierstiche. 

Dabei ist die Maschine so konstruiert, dass man jeden Zierstich in sieben verschiedenen Musterlängen nähen kann. Die Stichdichte (Stichlänge) bleibt unabhängig von der Musterlänge immer so, wie sie mit der Stichlängeneinstellung vom Benutzer festgelegt wurde (bei Zierstichen am besten um 0-0,1mm). 



Mit dem Musterlängeneinstellhebel E auf dem Deckel der Maschine schaltet man die gesamte Mustrautomatik ein ("1-7") oder aus ("0") und regelt die Musterlänge
("1-7").

Der Hebel an meiner Maschine funktioniert nicht reibungslos. 

Die Automatik lässt sich bei meinem Exemplar nur ausschalten, wenn die Nadel aus der Aufwärtsbeweg ca 1cm über der Stichplatte steht, in anderen Positionen hängt bzw. klemmt der Hebel. 
Um den Grund dafür zu finden, wollte ich das Prinzip verstehen.

Der Hebel E mündet unter dem Deckel in einem Stift, dieser steckt in einer Aufnahme der Musterautomatik (rosa Pfeil). Dreht man den Hebel, bewegt sich die Aufnahme (gelbe Pfeile).

 Von unten sieht die Musterautomatik so aus (Aufnahme für Hebel E: rosa Pfeil)
  
Durch das Drehen des Hebels wird ein der Teil der Automatik hin und her geschoben (gelbe Pfeile), der die Musterlänge mit diesem Rad (rosa Pfeil) von der Nähmaschine übernimmt und auf die Musterautomatik überträgt. 

Das Rad läuft in der Nähmaschine auf einem Exzenter, also einem "ovalen Teil, das gleichzeitig konisch und asymmetrisch ist", würde ich als Laie mal sagen

In 0-Stellung "läuft alles rund": Die Automatik arbeitet gar nicht. 
In Stellungen 1-7 "eiert" dieses Rad und gibt damit dem Kurvenblock in der Automatik den Impuls, sich zu bewegen und die Zierstiche auszulösen. 
Je größer der "Durchmesser" dieser "Eierstrecke", desto mehr Zierstiche passen auf eine "Umlaufbahn", desto geringer wird die Musterlänge. Bei "7" werden die Zierstiche am längsten.








Naja, und irgendwo da an der Kante zwischen "rund" und "oval" rutscht das Rad nicht reibungslos auf den Exzenter, was zu dem Klemmen führt. So wie das aussieht, hätte ich das Problem eigentlich beim Einschalten der Automatik erwartet, nicht beim Ausschalten. 
Aber egal, in der speziellen Nadelposition geht es ja gut. Damit kann ich leben.  

Anmerkung: 
Diese meine Ausführungen müssen nicht richtig sein. Sie geben wieder, was ich verstanden zu haben glaube und dienen lediglich als persönliche Gedächtnisstütze. 

Nachwort: 
Hier ist der gleiche Stich bei Stichlänge zwischen 0 und 0,1 in allen sieben Musterlängen genäht: 

Das folgende Nähprobe zeigt den gleichen Stich nochmal in gelb und einen anderen Stich in Rosa, jeweils mit Musterlänge 7,4,1 und Stichlänge knapp über 0. 
Bei der folgenden Probe ist die Musterlänge der beiden linearen Stiche 1, die Stichlänge aber etwas länger, so dass sich nicht so viele Stiche auf engem Raum drängeln. 

Beim Nähen dachte ich, ich tu dem etwas stretchigen Jeansrest was Gutes und lege Stickvlies unter. 
Das ging aber irgendwie gar nicht gut. 
Zweimal stockte bei dem dichten Satinstich der Transport etwas. Ohne Vlies ging es eindeutig besser. An dieser Stelle kam mir die Bedeutung des "Stickfußes" moderner Maschinen in den Sinn. Der hat unter der Sohle eine Lücke, unter der die Stichraupe besser durchpasst. 


Freitag, 12. Juni 2020

Wo geht's lang?

Nachbars Katzen haben mein Salatbeet okkupiert.
Als Klo.
Das gefällt mir gar nicht, denn ich mag Katzenkacke weder beim Garteln an den Händen noch in der Salatschüssel.
Also habe ich provisorisch über die Schneckenzaunkanten gelegt, was mir gerade in die Hände fiel und halbwegs geeignet erschien: einen alten umgedrehten Fahrradkorb, 2 kleine Rankgitter ...
Die große Weinbergschnecke nutzt die Rankhilfe, um das Salatbeet in schwindelerregenden Höhen zu überqueren.

Wo geht's lang?
Ob sie einen Plan und ein konkretes Ziel hat?

Gleich ist sie irgendwo angekommen.




Die Kollegin bevorzugt den Weg durch das Beet, muss aber noch über die Kante.
Ich helfe ihr mal lieber. Nicht, dass sie sich noch zwischen den Salatpflanzen verirrt.


Ich mag Weinbergschnecken und freu mich, dass bei uns so viele wohnen.

Freitag, 5. Juni 2020

Pfaff 260: Oberfadenspannung justieren

Vorwort: 
Im Sommer 2016 habe ich eine alte Pfaff 260 mit Tretantrieb wieder instandgesetzt – das war die erste Nähmaschine, die ich zerlegt habe. 

Heute bin ich bei der Suche nach etwas anderem über zwei fertige Blogeinträge gestolpert, die als "Entwurf" in meiner Liste vor sich hinschlummern und die ich wohl nie gepostet habe, weil ich damals eine ganze Serie über meine Reparatur der Maschine geplant hatte, aus der nie etwas wurde. 
Die Veröffentlichung des ersten hole ich jetzt nach. Wenn ich selbst heute noch verstehe, was ich damals geschrieben habe, kann es vielleicht noch für irgendwen nützlich sein. 
Mehr Beiträge zu meiner Pfaff 260 sind hier im Blog unter dem entsprechenden Label zu finden. 

Ende des Vorworts

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Das letzte Kapitel (einer nie geschriebenen Serie): Die Fadenspannung

Die Fadenspannung an der Maschine war generell viel zu streng eingestellt. 
Bei jeder Naht war Unterfaden auf der rechten Stoffseite sichtbar und bei Zickzacknähten zog sich der Stoff wie "Biesen" zusammen.
Selbst in der Stellung auf "0" zog der Oberfaden ziemlich stark. 
Mit lockerer Oberfadenspannung in zwei parallelen Nähten eine Kräuselung zu nähen, wie ich das früher oft gemacht habe, wäre so mit dieser Maschine gar nicht möglich gewesen. 
Da musste noch was geändert werden. 
Wie man die Unterfadenspannung reguliert, steht in der Bedienungsanleitung zur Maschine, aber was tun mit der Regulierungseinheit für die Oberfadenspannung?


Aus dem "Technischen Handbuch" wurde ich nicht so recht schlau, also musste ich rumprobieren. 

So habe ich es gemacht: 
(Blick von oben in die Maschine)
Die Schraube (grüner Pfeil) gelöst und die Fadenspannungseinheit vorne aus der Maschine gezogen. 


Die Schraube (grüner Pfeil) etwas gelöst. Dann den schwarzen Stift sowie diesen Metallring hinter dem Einstellrad (rosa Pfeile) festgehalten und gegeneinander verdreht. 
In die eine Richtung wird die Spannung lockerer, in die andere fester.

Mit einem Stück Nähgarn habe ich immer getestet, wie streng die Spannung gerade ist und als ich das Gefühl hatte: "So passt das", habe ich die Schraube wieder festgezogen, die Einheit wieder in die Maschine gesteckt und auch die andere Schraube wieder angezogen.  

So, jetzt müsste die Maschine endlich nähen, wie sie soll.

Nachtrag: Tut sie auch! 

Dieser Blogeintrag ist keine Anleitung für andere sondern dient lediglich für mich zur persönlichen Erinnerung!

Montag, 1. Juni 2020

Sehen, staunen, freuen

Warum fotografiere ich Blumen – wo es doch schon so unzählig viele Blumenbilder gibt, viele davon besser als meine? 
Das frage ich ich mich manchmal, wenn ich die Kamera zücke. 
Ja, warum eigentlich? 

Gestern spazierten wir durch einige Moränenhügel des Alpenvorlandes.
Blütenpracht am Wegesrand und in manchem ungespritzten Feld. 
Mohnblumen, Kornblumen, Glockenblumen und viele andere zogen immer wieder die Blicke auf sich. 
Diese Farben, diese Formen  – so schön!
So wunderbar! Im wahrsten Sinne Wunder - bar. 
Ich sehe und staune. 
Und möchte etwas davon festhalten. 
Natürlich weiß ich, dass das nicht geht. Diese Schönheit ist vergänglich wie alles auf dieser Erde. 
Doch jetzt ist sie da. Für diesen Augenblick entfaltet sie sich, für Bienen, Insekten, für das Leben, das heute lebendig ist. Wohl auch für eine Zukunft, von der keine der Blumen für sich selbst etwas haben wird. 
Vielleicht versuche ich, mit der Kamera etwas davon festzuhalten, obwohl ich weiß, dass das unmöglich ist. 
Ganz sicher gibt mir der Blick durch die Linse die Gelegenheit, genau hinzusehen, Details wahrzunehmen, selbst ganz im Hier und Jetzt zu sein. 
Kornblumenblau, eine Farbe, die so unbeschreiblich ist wie Mohnblumenrot. 
Am Ende des knapp 11km langen Weges habe ich staunend zu Kenntnis genommen, dass Kornblumen keineswegs immer kornblumenblau sind. 
Manchmal entdecke ich später beim Sortieren der Bilder neues Erstaunliches, wie zum Beispiel die feinen Härchen am Blütenkelch oder die winzigen Raupenaugen. Dann staune ich noch einmal und in all meinem Staunen schwingt das Lob für den Schöpfer, der sich das alles erdacht hat. 
Manchmal formt die Landschaft auch Gedanken, die ich festhalten und erinnern möchte. 
Ich sehe nicht, wohin dieser Weg führt, ja nicht einmal, ob er überhaupt weiterführt. 
Obwohl ich es weiß. 
Ich habe die Landkarte gelesen. 
Trotzdem ist von hier aus alles ungewiss, was hinter dem Hügel liegt, denn es ist unsichtbar. 
Gefällt mir, was ich dort finde? 

Dennoch bin ich gewiss, dass es den Weg gibt.
Dass er zu bewältigen ist. 
Ja, dass es ein guter Weg ist. 
Ich kenne das Ziel und habe Karte und Kompass. 
Jetzt aber und hier zählt der Abschnitt, der jetzt dran ist, und hier.