Samstag, 29. Oktober 2016

Es bleiben so viele Fragen,

auf die es nie eine Antwort geben wird.

Was bleibt, ist die Hoffnung und das Vertrauen darauf, 
dass es ihr dort, wo sie jetzt ist, gut geht, 
dass sie es schön dort hat, schöner als hier, besser als hier.

Trotzdem. 
Ich hätte auch hier noch so viel Schönes mit ihr erleben wollen, mit meiner kostbaren, einzigartigen, geliebten Tochter.

Ich fühle mich wie ein Schauspieler in einem fremden Kostüm, in einem fremden Stück.
Morgen schlüpfe ich da raus und alles ist wie immer und wie es sein soll. Ich flechte ihr die Haare, sie erzählt mir, was sie geträumt hat und alles andere auch und macht sich mit ihrem verschmitzten Lächeln auf den Weg in ihren Tag ...

Und weiß doch, dass es nie wieder sein wird. Dass das jetzt kein Bühnenstück ist, sondern mein neues fremdes Leben ohne sie, das sich falsch anfühlt und an das ich mich trotzdem gewöhnen muss, irgendwie. 
Und weiß doch nicht, wie. 

Es tut so weh.

Montag, 17. Oktober 2016

Milchschaf II oder: Stroh zu Gold spinnen?

Ausgangsmaterial: maschinell kardierte Vliese in braun und weiß
Bliss 1 : 18 langer Auszug
ca 93g/ 165m, Spinnauftrag Kapitel 2 (Kapitel 1)


Was man den beiden Vliesen lassen muss: Sie sind super kardiert!
Es wäre sicher ein Traum, diese Fasern zu spinnen, wenn sie bei oder nach der Schur sachkundig sortiert worden wären.  So aber sind kleinkardierte Einstreu und kürzeste Fasern aus Nachschnitt mehr oder weniger gleichmäßig im ganzen Vlies verteilt. 
Ich bin ein bisschen stolz darauf, mittlerweile so gut spinnen zu können, dass ich das spielend bewältige (Die Lauflängen der beiden Stränge sind völlig identisch!), aber am Ende kommt halt kein kuschelweiches, gleichmäßiges, glänzendes Standardgarn raus, sondern Garn, das in Haptik und Struktur eher rustikal ist und um kleine Strohfizzelchen und größere "Kurzfaseransammlungen" herum etwas noppig und aufgeplustert wirkt. 
Das Garn für sich ist schön und hat Charakter – keine Frage. 
Aber eigentlich wollte der Schafhalter ein homogenes graues Garn haben – was bei einem weißen und einem dunkebraunen Vlies als Ausgangsmaterial aber nur durch zusätzliches aufwändiges Mischen erreicht werden könnte – und nun möchte er diese beiden fluffigen "Test-"Stränge für Socken verwenden.
Ich selbst bin ja mittlerweile überzeugte Handspinnsockenträgerin, aber es ist nicht Jedermannssache, Wollsocken so zu waschen, wie sie es brauchen. Außerdem stricke und trage ich meine Luxussocken bewusst so, dass sie weniger lochanfällig sind, aber das ist fast schon eine Wissenschaft für sich. Jedenfalls befürchte ich, dass Socken aus diesem Garn bei einem strick- und wollunerfahrenen Träger keine nachhaltige Freude hervorrufen werden. 
So habe ich 
diese beiden Stränge mit zwiespältigen Gefühlen gesponnen (einerseits hat es schon Spaß gemacht, aber andereseits dachte ich beim Spinnen ständig daran, dass der Auftraggeber sich eigentlich etwas anderes vorgestellt hat) und 
die "restlichen" ca. 1,5kg Vlies jetzt mit ebenso zwiespältigen Gefühlen zurückgegeben. 

Mal sehen, ob und wie sich diese Geschichte noch weiterentwickelt. 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Reißverschluss III: Der perfekte Täschchenreißverschluss

Fast dachte ich schon, es gäbe ihn nicht, den schön eingenähten Reißverschluss in einer geraden Oberkante, aber dann habe ich ihn doch gefunden! 
Und zwar in diesem "Crazy-Patterns-Blogeintrag". An dieser Stelle ein herzliches Danke!

Das ist der Trick: 
Naht 1: RV festnähen: Zu den Stoffkanten 2cm Abstand halten
Naht 2: RV absteppen (sieht die Anleitung nicht vor, finde ich aber wichtig, damit der RV nicht verklemmt): ebenfalls 2cm Abstand zu den Stoffkanten
Zusätzlicher Zwischenschritt: einen Stoffschnipsel im ca 0,5cm Abstand über die RV-Enden nähen, um diese zu stabilisieren.  
Naht 3: Taschenseiten zusammennähen: Hierbei die Stoffkanten/Nahtzugaben wieder aufklappen und soweit wie möglich bis an die Stoffkanten nähen. 
Hier liegt ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung: Bei meinen bisherigen Versuchen habe ich die Nahtzugaben zurückgeklappt und mit festgesteppt, so dass man beim fertigen Täschchen von oben auf die Nahtzugaben der Seitennähte blicken konnte. Bei dieser Methode verschwinden die Seitennähte aber elegant zwischen den Stoffen.

Mein Chorkrimskramstäschchen war das Testobjekt für diese Methode. 

Fazit: Sie hat relativ gut funktioniert und sie hätte sicher noch besser funktioniert, wenn ich mich in den Abmessungen an die Anleitung gehalten hätte. 

Da ich in der Regel mit 7mm Nahtzugabe nähe, dachte ich, 1,5 cm Naht-Abstand wären ausreichend. Später zeigte sich jedoch, dass 2cm besser gewesen wären. 


Vielleicht wäre es bei diesen knubbelarmen RV-Enden auch möglich, die Absteppnaht schön und ordentlich ganz am Schluss der Näharbeit zu nähen. 


Die Stoffschnippsel habe ich mow "freihändig" festgenäht. Der vordere im Bild macht im Endergebniss einen guten Job. Der hintere hat viel zu viel Abstand zum Stoff und erfüllt seinen Zweck nicht optimal. Merke: Das nächste Mal die 0,5cm beachten! 


Beim vorgesehenen Abstand der ersten Nähte von 2cm zu den Stoffkanten hätte das Füßchen für die Seitennähte mehr Platz gehabt und die Naht wäre etwas exakter geraten.
 

Nichtsdestotrotz ist das Ergebnis ganz gut geworden und die Methode praktikabel. 
Die werde ich mir für die Zukunft merken. 
Geteilt mit Inside-Out – nicht dass die Leser dort meinen, mein erster RV–Post sei der Weisheit letzter Schluss.


Mittwoch, 12. Oktober 2016

Words on Wednesday



... frei verdreht nach einem Satz, den ich in einer Radio-Sendung über Eugen Oker gehört habe. 
Leider nicht immer zutreffend, trotzdem gut ...

Dienstag, 11. Oktober 2016

Was ist Taft? oder: von der Kompetenz engagierter Verkäufer


Ein herrlicher wenn auch kalter Herbstsonntag. 
Marktsonntag in der Innenstadt. 
Ein Stand mit Bastel- und Dekoartikeln und bunten Bändern in Hülle und Fülle...
Mit Muster, ohne Muster, kariert, mit Perlen, dick und dünn, Kordeln, Zackenlitzen, Klöppelbänder... 

Da komme ich natürlich nicht dran vorbei und mir fällt ein, dass ich schon immer mal ausprobieren wollte, was passiert, wenn man Zierstiche auf unifarbenen Bändern platziert. 
Einige der Bänder sehen brauchbar aus und ich ziehe die ein oder andere Rolle aus der Kiste, um sie näher zu betrachten. 
Auf vielen steht nur der Preis, oft 0,20/m, auf manchen steht "Taft".  Nähere Angaben, falls es mal welche gab, sind zusammen mit der papierenen Mitte der Rolle in Fetzen und für immer dahin.
Ich frage die Verkäuferin, aus welchem Material diese Bänder seien. 
Achselzucken und die Antwort "Taft". 
"Aus was ist denn der Taft? Baumwolle, Polyester?"
"Keine Ahnung, Taft halt."
"Kann man diese Bänder aufnähen und waschen?"
"Keine Ahnung, würd' ich nicht machen."  
Ich gucke weiter und da ich mich durch die Aussagen der Verkäuferin nicht hinreichend abschrecken lasse, sieht sie sich zu der Äußerung veranlasst: "Wenn die nass werden, kriegen die Flecken."

Was soll's, denk' ich, teuer sind sie nicht und sie sehen eigentlich stabil aus, fühlen sich an wie Stoff, nicht wie Papier. Ich werde es einfach probieren, die paar Bänder waschen und bügeln und dann wird man schon sehen, was passiert. Mehr als schiefgehen kann es nicht. 
Auf der ein oder anderen Rolle entdecke ich schließlich den Hinweis "wasserfest", was auch immer das heißen mag, auf einer finde ich dann sogar eine Materialzusammensetzung: Baumwolle und Viskose – das hört sich doch gar nicht so schlecht an. 

Als ich vier Farben ausgesucht habe und sie schon abgemessen in der Tüte stecken, entdecke ich weiter hinten noch eine andere Kiste mit Unifarben und ziehe sie zaghaft etwas nach vorne. "Die können Sie sich schon näher holen." sagt die hilfreiche Verkäuferin. "Da sind die waschbaren Bänder drin, die sind wasserfest."

Toll.  
Bei näherer Betrachtung sehe ich in dieser Schachtel allerdings genau die gleichen Rollen mit den gleichen Aufdrucken, wie in der anderen, nur nochmal andere Farben und Breiten, auch hier steht auf manchen "wasserfest", auf anderen nicht....
Ein Lob auf die kompetente Verkäuferin..... 

Wie auch immer. 
Ich habe meine sechs Bänder mittlerweile gewaschen und gebügelt. Nur das breitere beerefarbige hat etwas ausgeblutet, keines hat Flecken bekommen, das lilane hat sich in der Wäsche reichlich verknuckelt (offenbar sind die Randfäden stärker eingelaufen als die Mitte), es war aber nach dem Bügeln wieder schön. 

Na also, wer sagt's denn. Probieren geht über studieren. 

(Was ich natürlich nicht weiß, ist, wie lichtecht die sind)


In der Wäsche: 
frisch gebadet:
auf der Leine
gebügelt und einsatzbereit: 
Versuchsstück auf dem Stoff (bisschen mit wasserlöslichem Tetilkleber fixiert):
unterm Fuß:
hinten Soluvlies:
geht doch:
•••


Memo: 
Oberstoff: Rest von der missglückten und mittlerweile geretteten Hose, 
die nicht in den Blog darf
Futter: Nessel
Band: "Taft", gewaschen und gebügelt
RV: Nähkaufhaus SR3 endlos
Zierstich: Janome (mit Soluvlies unterlegt)
alle anderen Nähte mit der Pfaff 260
Das Täschchen habe ich nur für mich genäht. Tauchgänge in die Tiefen meiner Chortasche werden in Zukunft nur noch nötig sein, um die richtigen Noten zu finden, denn ab jetzt sind  alle verstreuten Kleinteile an einem Ort zusammengefasst.  
Es darf heute zum Creadienstag.


(Hab' ich irgendwann mal von mir gegeben, ich bräuchte keine Täschchen? Welch ein Irrtum!)
 

Freitag, 7. Oktober 2016

Ein Zirkeletui

... aus einer alten Jeans. 
Hoffentlich hält der Zirkel mal ein bisschen länger. 

Schnell genäht nach dem Rezept fürs Zaubertäschchen auf der Pfaff 260 
unter Beteiligung der Janome für fünf Buchstaben, die mal wieder trotz an dieser Stelle extra untergebügeltem Stickvlies nur mäßig gelungen erscheinen. 
Diese Janome nervt in ihrer Unzuverlässigkeit. 
Ansonsen kämpfe ich derzeit mit einer missglückten Hose, die laut Tochterkind nicht in den Blog darf, und einer Borreliose nach Zeckenbiss. (Eindeutig am roten Ring erkennbar. Ich frage mich, warum das für den Arzt und offenbar nicht nur für diesen so ein Reizthema ist, bin aber irgendwie bei allem Blöden auch froh, auch in den Blutwerten eine "handfeste" Begründung für das ständige, undefinierbare Krankheits- und Müdigkeitsgefühl der letzten Wochen zu finden.)

Montag, 3. Oktober 2016

Milchschafwolle: Weiß trifft schwarz

ca 103g/175m, 
aus maschinell kardiertem Vlies im langen Auszug gesponnen
Bliss 1 : 18, Spinnauftrag


Samstag, 1. Oktober 2016

Farbe auf grau und weiß oder



... der Wollkalender im Oktober. 

Die Garne entstanden aus den Singles, die bereits auf dem Augustbild zu sehen sind.
Jeweils zwei Stränge stammen aus der gleichen Färbung. Jedoch wurde einmal auf weißem und einmal auf grauem Kammzug gefärbt.  
Färbungen auf grauer Wolle haben ihren ganz besonderen Charme, wie auch bei diesem Mix-Kammzug.  
Aber ich mag sie alle gern.