Freitag, 28. September 2018

Baby-Badetuch und Kirschkernkissen

Immer wieder höre ich mal: "Das Badetuch benutze ich fei immer noch."
Dann ist die Rede von einem mit Kreuzstich verzierten Kapuzenhandtuch in Übergröße, das ich gerne zur Geburt und Taufe verschenke. Die Besitzer sind mittlerweile oft schon junge Erwachsene. Das freut mich natürlich. 

Mit Blick auf meine neue Stickmaschine hörte ich neulich dann mal einen anderen Text:
"Könntest Du nicht für mein Patenkind so ein schönes großes Kapuzentuch mit Namen drauf nähen?" 

Konnte ich. Aber nur für eine beste Freundin.
Und weil das Handtuch-Einfassen mit Schrägband nun wirklich eine sehr langweilige Sache ist, ebenso langweilig wie ein maschinenbesticktes Badetuch, das man heutzutage "personalisiert" in vielen einschlägigen Babyshops kaufen kann, die das billiger und mit weniger Tüftelei können, als ich, griff ich dann doch zu Karopapier, Buntstiften, Nadel und Sticktwist und werkelte ganz traditionell von Hand in Kreuzstich.  

Die Stickmaid kam dann doch noch zum Einsatz, denn besagte Freundin hatte im Sommer fleißig Kirschkerne saubergelutscht und wünschte sich den Luxus eines persönlichen Kirschkernkissens.

Na, dann: 
Die Kerne selbst stecken natürlich nochmal in einem Innenkissen. Der Bezug in "Hotelkissenart" misst gigantische 12cm im Quadrat. Ich hatte nicht erwartet, dass mir das Ergebnis so gut gefallen würde. 
Vielleicht brauche ich auch eins. (Hoffentlich gibt es nächstes Jahr wieder viele Kirschen.)
(Die Datei habe ich bei "Julia's Needle Design" gekauft, Copyright dort.)
Nach wie vor verstehe ich nicht, warum manche gestochen scharfe Bilder nach dem Hochladen in Blogspot hier nur noch verschwommen daher kommen. 
So wie heute. 
Das nervt.

Dienstag, 25. September 2018

Socken aus 6-fach-Garn

Plötzlich ist es kalt.
Da fallen mir meine neuen Socken ein, die schon lange fertig sind und auf den Einsatz warten. 
Eigentlich sind sie völlig unspektakulär und kaum der Rede wert. 

Trotzdem müssen sie unbedingt hier in mein kreatives Tagebuch, damit mir bei einem nächsten Mal nicht der gleiche Fehler passiert. 

Socken aus gekaufter Sockenwolle stricke ich üblicherweise aus 4-fach-Garn. 
Darum hatte ich in einem meiner schlauen Bücher extra nachgelesen, wie viele Maschen ich bei 6-fach-Garn für Größe 43 anschlagen soll: 72 Maschen, also 13 pro Nadel. 
Es kam mir zwar zwischendurch schon mal etwas schmal vor, aber da meine Hände Socken zumeist nebenher stricken, ohne dass ich ihnen spezielle Aufmerksamkeit schenken müsste, war der erste schon fast fertig, bis ich dann doch vorsichtshalber mal reinschlüpfte. 

Nein, das ging gar nicht. Also alles noch mal auftrennen und von vorne. 
Darum: 

Memo: 
Rellana "Spicy" 6-fach-Sockengarn
Nadelspiel Nr. 3
Anschlag: 4 x 14 Maschen
Fersenboden über 10 Maschen 
Gr. 43

Mittwoch, 19. September 2018

Katzenkörbchen

Gittas Blogeintrag brachte mich auf die Idee. 
Ich selbst habe ja keine Katze, aber bei einer lieben Freundin kam neulich ein neues Katzenkind ins Haus. 
Also suchte ich ein paar zweckbefreite Wollknäule aus und häkelte los. 
Unter anderem auf einer Reise, auf der mir eine andere Freundin Herberge bot und mir beim abendlichen Zusammensitzen auf die Finger sah.
Das müsse noch viel größer werden, sagte sie, die keine Ahnung von Wolle und Filzen, aber eine Katze im Haus hat. 
Also häkelte ich unverdrossen immer weiter.  
Auch dieser Strang wurde eingearbeitet. 
Dafür hatte ich in den Anfangszeiten meiner Spinnerei Kardenband mit Henna gefärbt und dann versponnen. Die Wolle gefällt mir nach wie vor sehr gut. 
Jetzt hat es für sie endlich ein Ende mit der faulen Herumliegerei in Dornröschens Schatzkiste. 
Auch jedes andere darin verarbeitete Wollknäuel hätte eine Geschichte zu erzählen, aber manche Erinnerung tut weh.  
Ich liebe diese Häkeloptik, wenn man in Runden häkelt! 
Nach dem Häkeln kam das Körbchen mit in die 60 Grad-Wäsche. 
Ich hatte es vorsichtshalber mit zwei Handtüchern ausgestopft und in ein Wäschenetz gegeben. 
Der Rand hätte ein bisschen steifer werden dürfen. 
Aber man kann ihn ja umschlagen. 
Mal sehen, was Katze Allie dazu meint. 


Dienstag, 18. September 2018

Kochelsee

Die letzte Woche begann zwar mit einem Relax-Wochenende am Kochelsee, mündete dann aber in sehr anstrengende Tage voller Herausforderungen und stundenlanger Autofahrten, die mir kaum Zeit zum Atemholen ließen – bis ich dann endlich am Dorfen-Kreativ Markt am Spinnrad saß und mit dem vertrauten Bewegungsablauf etwas entspannen konnte, dabei die netten Gespräche mit Besuchern genoss und zwischendurch dem Plätschern des Zimmerbrunnens des Ausstellers von Gegenüber lauschte ...

Jetzt finde ich endlich Zeit, die Bilder vom vorletzten Wochenende durchzusehen und dabei ein Stück davon in die Erinnerung zurückzuholen. 


Abendspaziergang am Kochelsee: 
 ein wahrlich energiegeladener Ort
 Man spürt die Gewalt des Wassers unter den Füßen, wenn man auf der Brücke steht. 

Morgentau



Abendspaziergang am Walchensee:



Im Freilichtmuseum Glentleiten – für das man eigentlich eine ganze Woche bräuchte: 


Ich hatte an diesem Wochenende einen halben Handarbeitsladen voller steckengebliebener Projekte dabei und tatsächlich entwickelten sich einige Werkeleien ein gutes Stück weiter. 


Dienstag, 11. September 2018

Dorfen kreativ: Markt am Wochenende

Dieser Eintrag enthält Werbung. 


Dort gibt es neben vielen anderen schönen Sachen auch 
meine handgesponnene Wolle zu sehen und zu kaufen : ) 


Das Spinnrad läuft bei mir zwischendurch und nebenbei eigentlich immer mit. 
So entstehen nach und nach wunderbare Garne – mehr, als ich verarbeiten kann.  
Doch all die schönen Knäule haben es in den letzten Wochen und Monaten 
nicht bis in den Blog geschafft. 

Dafür bekommen sie jetzt einen Premium-Platz im wirklichen Leben. 

Vielleicht sieht man sich dort? 



Mittwoch, 5. September 2018

Der lange Teppich vom Webrahmen

Schon sehr lange wollte ich mal einen Wollteppich auf dem Webrahmen weben, in diesem Fall auf einem 80cm breiten. 

Irgendwann ergab sich die Gelegenheit, ein paar Konen mit grober Teppichwolle in einer Handarbeitscommuninty zu ertauschen. Ich griff zu.  

Die lagen dann lange auf meinem Tisch, bis ich das Projekt in Angriff nahm. 
Ich stellte fest, dass ich nicht den passenden Gatterkamm (20/10) hatte und da ich davon ausging, dass ich mit dieser Art Teppich nicht in Serie gehen werde, wollte ich auch keinen kaufen. Also bespannte ich den 40/10-Kamm "auf Lücke" mit einer Schnur, die auch schon lange in Dornröschens Schatzkiste geschlummert hatte. Sie kam seinerzeit zusammen mit einem gebrauchten Stäbchenwebgerät als Kettgarn ist Haus. Die Feuerprobe lässt auf reine Kunstfaser schließen, doch das Garn ist stabil und für einen Teppich soll es mir recht sein.  
Dann begann ich zu weben. 
Der Teppich wuchs sehr langsam. Da ich keine Anschlaggabel habe, nahm ich den Anschlagkamm eines Schulwebrahmens – und dass ging ganz schön auf die Handgelenke, so dass die Arbeit schließlich in der Ecke landete und auf bessere Zeiten wartete. 
Diese rückten ins Blickfeld, als ich im örtlichen Supermarkt bei den "Haustierwochen" über eine Fellbürste stolperte und sofort messerscharf schloss, dass dies eine komfortable und sehr preiswerte Anschlaggabel für ein Einmal-Teppichwebprojekt ergeben würde. 
Gedacht, gekauft und zum Webrahmen in die Ecke gelegt, bis ich endlich den Drive fand, dieses Projekt fortzuführen. Die Fellbürtse bewährte sich sehr und der Teppich wurde schnell fertig. In der Zwischenzeit hatte ich aber vergessen, wie ich den Webanfang gemacht hatte und so musste ich sehr lange darüber nachdenken, wie ich das Webende gestalten sollte. 
Dann wurde abgeschnitten, die Kanten mit zwei Reihen Dreifach-Zickzack befestigt, der Stoff gewaschen und es begann das große Grübeln über den Kantenabschluss .... das brauchte natürlich auch sehr lange ... bis ich endlich entschied, die bunten Webstreifen eines alten Mangeltuches für eine Einfassung zu verwenden. Die lagen dann nochmal eine lange Weile fertig zugeschnitten, bis ich den Mut fasste, meine Nähmaschine mit dieser groben Aufgabe zu betrauen ...

Mittlerweile liegt mir der Teppich zu Füßen, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze (wo er allerdings unfotografierbar ist) und ich bin trotz schräger Kanten und der – sagen wir mal – kreativ-individuellen Ausführung sehr zufrieden damit. 

Und wie lange brauche ich jetzt noch, um die Fotos zusammenzusuchen, mein langes Geschreibsel zu bebildern und den Teppich endlich in meinen Blog zu bringen? 

Der Teppich selbst ist bei einer Endbreite von ca. 65cm übrigens ca. 135cm lang geworden. 
Vielleicht mache ich doch nochmal einen. Irgendwann. Später mal.