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Sonntag, 27. Juni 2021

Stoffspielereien Nähfüße: Freihandfüße und Bandeinfasser an der Pfaff "J"


Alle Beiträge zu den heutigen Stoffspielereien werden bei Nähzimmerplaudereien gesammelt. 

 
Auf geht's: 
Neulich wurden in einem Forum Nähfüße angeboten, die zu meiner Paff passen, günstig genug, um den Spieltrieb zu wecken und die lange gehegte Neugierde zu befriedigen, endlich das Geheimnis der drei verschiedenen Freihandoptionen meiner Nähmaschine zu lüften – oder es zumindest zu versuchen. 

Aber der Reihe nach: 
Ich griff zu und setzte den – ebenfalls lange gehegten – Plan um, mich mal dem Thema Freihandquilten anzunähern.
Ich nähe meistens auf meiner Pfaff Performance 5.0, die bei Pfaff zur Produktgruppe J gehört. 
Die Maschine bietet den Freihandmodus auf "Knopfdruck": Drückt man das Icon, stellt sie alles Notwendige vom Versenken des Transporteurs bis zur richtigen Fadenspannung selbstständig ein. Wichtig ist es allerdings, im Menü den richtigen Nähfuß anzugeben. 
Das Menü bietet grundsätzlich drei Optionen: 


Nummer 1: Der Sensormatic-Freihand-Fuß

Im Standardzubehör der Maschine ist der "Sensormatic-Freihandfuß" enthalten, ein kleines durchsichtiges Plastikteil, dass in den Klickmechanismus des Nähfußhalters einfach eingeklickt werden kann. 
Durch die breite Stichöffnung könnte man diesen Fuß auch mit Zickzackstichen verwenden und dadurch zusätzliche nette Effekte erzielen.
 

Um diesen Fuß optimal zu nutzen, kann und muss die Nähfußhöhe im Menü angepasst werden. Beim Nähen verhält sich der Fuß so: Näht man langsam, hebt und senkt sich der Nähfuß über die Nähfußstange bei jedem Stich. Näht man schneller, dann gleitet der Fuß in einer Höhe über den Stoff.  

Mit dem Sensormatic-Freihandfuß habe ich schon mal herumexperimentiert, als ich die Maschine neu hatte. Er funktioniert eigentlich recht gut, allerdings gab es hin und wieder Fadenrisse. Vermutlich brauche ich einfach mehr Erfahrung, um die Nähfußhöhe optimal einzustellen.  Das Ergenbis ist nicht wirklich sehenswert, lockert aber die "technischen Fotos" hier etwas auf. 

Neu ins Haus kamen mir nun zwei weitere Freihandfüße: 

Nummer 2: Der "dynamische Sprungfuß 6D": 
Von diesem verspricht die Anleitung, er würde die Stoffdicke "messen" und sich anpassen. Wie genau er das macht, erschließt sich mir nicht. 
Möglicherweise ist die aufgebogene Form das Geheimnis. 
Dieser Fuß wird nicht eingeklickt, sondern in ein speziell dafür vorgesehenes Loch am Nähfußhalter gesteckt. Der lange Hals wird als Bügel über die Nadelbefestigungsschraube gelegt und bewirkt, dass sich der Fuß zusammen mit jeder Nadelbewegung hebt und senkt. 
Also genau so, wie bei den früheren Stopffüßen, z.B. dem meiner ca. 60 Jahre alten Pfaff 260.
Das Anbringen ist etwas fummelig, aber wenn man es ein paar Mal macht, geht's schon. 
Und? Er funktioniert. Mehr gibt's dazu eigentlich nicht zu sagen. Es gab keine Fadenrisse. Wie gut das Nähen/Quilten gelingt, liegt dann an der Übung. 
(Mein Übungsfeld waren übrgins zwei Lagen Baumwollbettlakenstoff mit einer Wollvliesfüllung dazwischen, die ich auf der kleinen Fläche nicht geheftet habe, was zu entsprechenden Verwerfungen führte. Aber es war ja auch nur ein Probestück, wiederum eigentlich nicht sehenswert.) 

Nummer 3: - oder auch nicht? "Der offene Freihandnähfuß" (Art.-Nr. 821140096) 

Um es vorwegzunehmen: Noch rätsele ich. Und zwar über zwei Fragen: 

1. Welchen Fuß benötigt man für die Funktion "Sprungfuß Freihand" im Maschinenmenü und was ist konkret der Unterschied oder Vorteil zu den beiden anderen? 

Pfaff schweigt sich auch nach intensiven Recherchen hierzu hartnäckig aus. 
Im Nähfußkatalog wird auf S. 30 ein "offener Freihand-Sprungfuß" (Art.-Nr. 821064096) angeboten. 
Der Name legt nahe, dass er mit dieser Einstellung genäht werden muss – mehr aber auch nicht. Leider kann man nicht erkennen, wie dieser Fuß an der Maschine befestigt ist, was vielleicht einen Hinweis geben würde. 

2. Welche Einstellung benötige ich für mein neu angeschafftes Spielzeug, den "offenen Freihandnähfuß" (Art.-Nr. 821140096). Auch hierüber konnte ich trotz umfänglicher Recherchen nichts finden. 
Rein optisch sind die Unterschiede zum dynamischen Sprungfuß die Öffnung und die Tatsache, dass sich die Sohle weniger nach vorne aufwölbt. Angebracht wird er genau so wie der dynamische Sprungfuß und deshalb "springt" er auch so. 
Sicher ist es auch ein Sprungfuß - aber ist es nun ein "dynamischer" oder nicht? 
Ich habe ihn vorsichtig in beiden Modi ausprobiert und kam zu dem Schluss, dass für das konkrete Projekt, das ich im Sinn hatte, tatsächlich der "dynamische Sprungfuß 6D" am besten ging. Deshalb habe ich das nun nicht weiter verfolgt. 

Aber neugierig bin ich natürlich schon. Also, wenn jemand etwas dazu weiß... 

Nachtrag: 
Dieser Fuß soll mit der Einstellung für den dynamischen Sprungfuß 6D verwendet werden. Der "Sprungfuß Freihand" ist anders konstruiert und erfordert eine andere Fadenspannung. Diese Informationen stammen aus der Antwort auf in eine konkrete Anfrage bei Pfaff über ein soziales Netzwerk. (Quelle Facebook Pfaff)




Nun zum letzten meiner neuen Füße: Dem Schrägbandeinfasser (Art.-Nr. 820245096):

Zunächst: 
Er wirkt solide verarbeitet. Aber: Die Breite des Einstichlochs passt nur mit Ach und Krach bis 7mm, was an einer Maschine mit 9 mm Stichbreite und dem oft gelesenen Hinweis, wie toll man Schrägbänder mit Zierstichen annähen kann, schon gefährlich ist.  

Und dann: 
Um ihn an der Maschine anzubringen, muss man die komplette Nähfußhalterung abmontieren, dann wird er angeschraubt. Also so, wie man seit über 100 Jahren Nähfüße anschraubt. Nur, dass es bei allen alten Maschinen völlig unkompliziert ist, den Nähfuß abzuschrauben, wohingegen das an diesem modernen Ding einen mittelschweren operativen Eingriff darstellt. Ich nehme davon Abstand und wende mich im Fall des Falles auch zukünftig für solche Anwendungen an eine meiner anderen Nähmaschinen. 



So, und an dieser Stelle sollten nun die hübschen Projekte folgen, die ich mit meinem neuen Sprungfuß verwirklicht habe. 
Ja, es gibt sie! Aber dieser Blogeintrag ist für heute schon lang genug und ich habe nach einer Extraktion gerade mit heftigen Zahnschmerzen zu kämpfen. Deshalb gibt es dazu dann später mal mehr, und Ihr müsst Euch noch ein wenig gedulden.  


Übrigens habe ich schon früher über Nähfüße geschrieben: 
  


Ausblick: 


Fortsetzung (Klick) 

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7 Kommentare:

  1. Sehr interessant was es doch für verschiedene Freihandfüße für eine Maschine gibt. Da bin ich dann doch ganz froh, dass ich mich bei meiner ersten Fuß-Auswahlentscheidung für das Freihandquilten nur zwischen einem offenen und einem geschlossenen Quiltfuß entscheiden musste ;-) Ich bin gespannt, welche hübschen Projekte Du mit dem Fuß Deiner Wahl dann gezaubert hast! Liebe Grüße!

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  2. Die Namen der Nähmaschinenfüßchen klingen ja eher nach einem Sportfest, das bringt mich zum Schmunzeln.
    Die Erg3bnisse sehen vielversprechend aus, für kleine Quiltprojekte sind die verschiedenen Füßchen bestimmt gut geeignet. Für mich ist es interessant zu sehen, wie Pfaff Modelle weiterentwickelt hat, zB. auch bei dem Befestigungsmechanismus.Aus welcher Zeit stammt denn die Serie ?
    Danke fürs Zeigen und die genaue Beschreibung,
    Liebe Grüße
    Tyche

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    1. Hallo Tyche,
      danke für Deinen Kommentar.
      Die Performace 5.0 dürfte vor ca.9-10 Jahren auf den Markt gekommen sein. (Ich habe meine seit ca. 3 Jahren.) Aber andere aktuelle Modelle, z.B. die "Expression", haben die gleichen Füße und die gleichen kryptischen Einstellmöglichkeiten dafür. Hier gibt es eine Modellgruppenübersicht: https://www.naehwelt-flach.de/images/Maschinengruppen_PDF/Pfaff_Modellgruppen_2016.pdf
      LG Damaris

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  3. Ah, eine elektronisch beratene und gesteuerte Nähfußperormance. Leider kann ich Dir bei Deinen Fragen nicht weiter helfen. Ich bevorzuge mechanische Maschinen bei denen ich über manuelle Einstellungen und Zubehör Einfluss habe. Da hilft nur Probieren und Erfahrungen sammeln. Wenn Du mit dem dynamischen Sprungfuß 6D gute Ergebnisse erzielst dann benutze ihn.
    Mir ist in letzter Zeit auch aufgefallen, dass bei Nähfußsuche überwiegend Treffer für Vermarktung kommen. Schade dass der Hersteller nicht näher informiert.
    LG Ute

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  4. Mir scheint das Nähfußangebot bei Pfaff und die Informationen dazu ähnlich verwirrend zu sein wie bei meiner Brother. Wirklich schade. Auch das Gefummel, die Nähfüßchen ab- und wieder anzuschrauben, kommt mir sehr bekannt vor. Es verleidet einem wirklich die Lust darauf, die Spezialfüßchen zum Einsatz zu bringen.
    Aber dein Ausblicksfoto sieht so aus, als ob du sowohl die Freihandquiltfüßchen als auch den Bandannäher noch erfolgreich eingesetzt hast. Da bin ich gespannt!
    Liebe Grüße Christiane

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  5. Das ist aber eine unlösbare Aufgabe, wenn die Automatik den Einsatz von Füßchen vorsieht, die es so nicht gibt. Kannst du denn bei deiner Maschine von Automatik auf Manuell umstellen und hast dann alle Freiheiten? Ich benutze zum freien Maschinenquilten immer den gleichen Fuß, da habe noch nie irgendwas vermißt. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse mit dem Bandeinfasser, so einen könnte ich auch brauchen. LG Gabi

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  6. Das sind wirklich sehr sportliche Bezeichnungen für die verschiedenen Füßchen. Der Fuß 6D bringt gute Ergebnisse - dann wohl am besten dabei bleiben (wobei ich schon verstehen kann, dass Du wissen willst, was am anderen anders ist und was er besonders kann).
    Ich kann an Pfaff und Brother leider gar keine Nähfüße wechseln (da steh ich wie der Ochs vor dem Berg) und kann Dir leider auch nicht weiterhelfen - aber vielleicht taucht hier noch jemand auf, der es weiß.
    Nun schau ich mir noch Dein Ergebnis an und bin sehr gespannt.
    Danke fürs Mitmachen und Ausprobieren!
    Liebe Grüße
    Ines

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