Freitag, 13. Januar 2017

Die kleine orange Nähmaschine

... steht schon lange im Schrank. 
Am Sonntag wollte ich mal ausprobieren, ob sie geht. 
Tut sie bis jetzt noch nicht. Aber sie ist hübsch

Es folgen viele Fotos.  

Zunächst das gute Stück in voller Größe: 
Oder muss man besser sagen, in aller Kleine? Das Standard-Nähmaschinenölfläschchen dient als Größenvergleich:
Der Nähfußheber: 
Die Kindernähmaschine stammt aus der Sowjetunion, ich vermute mal aus den 70er/80er-Jahren des letzten Jahrhunderts.
In der Klappe im Holzsockel ist die einseitige Anleitung, aber ich kann sie nicht lesen. 
Wobei die Maschine an sich selbsterklärend aussieht. 
Sie näht nur mit einem Faden und bildet Kettenstiche. (Wenn sie näht.)
Das ist auch der Grund, warum ich mir die Kleine endlich einmal vornehmen wollte: 
Meine Nichte J – gelernte Damenmaßschneiderin und Studentin im Modebreich – erklärte mir neulich, der einfädige Kettstich wäre viel besser als der zweifädige Doppelsteppstich üblicher Nähmaschinen. Gründe wusste sie mehrere, aber das ist ein anderes Thema....  

Jedenfalls regte mich das Gespräch dazu an, mal auszuprobieren, ob man mit diesem Spielzeug was Hübsches anstellen kann. 
Unter dem Nähfuß lag eine betagte Nähprobe, die zeigt, wie der Stich (auf der Stoffunterseite) aussehen kann bzw. soll.

Nähversuche: 
1. Versuch: 
Es geht gar nichts, weil der weiße Faden auf der Spule so brüchig ist, dass er schon beim Hingucken reißt. Weiter als bis ins Nadelöhr schafft er es nicht. 
Außerdem dreht sich die Spule nicht, auch dann nicht, als ich die Spannungsfeder komplett abschraube. Als ich sie abnehme, stelle ich fest, dass die grüne Plastikspule innen ziemlich eng ist und daher offenbar auch bei früherer Reibung schon einiges an Material verloren gegangen ist. Die Brösel sitzen in der Achse.

2. Versuch: 
So probiere ich mal mit einer anderen kleinen Spule aus meiner Schatzkiste, die ich einfach so lose aufstecke. 
Sie näht irgendwie, aber die Schlaufen sind viel zu locker. 
Als nächstes schraube ich am Gehäuse mal auf, was an Schrauben oberflächlich sichtbar ist und öle an allen Reibungsstellen. 

Ein Blick unter die Stichplatte, die anscheinend zusätzlich festgeklebt war: 

Nadel unten:
 Nadel oben.

Ein Blick in die vordere Mechanik (Nadel oben, Nadel unten):

Und noch ein Blick in die Wartungsöffnung. (Die beiden Ölstellen auf der Oberseite des Gehäuses habe ich natürlich auch bedacht.)

Tatsächlich läuft die Maschine anschließend viel ruhiger und nicht mehr so hakelig, aber nähen tut sie trotzdem nicht. 
Als nächstes wechsle ich die Nadel aus. In dem Nähpröbchen steckte ja noch eine frische Nadel (im Bild oben steckt schon die alte.) Es scheinen normale Flachkolbennadeln zu sein, allerdings mit kyrillischer Beschriftung. 
3. Versuch:
Der Faden bleibt wahlweise in der Unterwelt hängen oder es bilden sich gar keine Stiche, wenn ich die Spule von Hand etwas bremse. Ich vermute, dass die Kettenschlingen ohne Spannung viel zu locker werden und sich dann irgendwie in der unteren Mechanik verhakeln. Wahrscheinlich liegt das Geheimnis der ganzen Stichbildung in der genau richtigen Fadenspannung.

Versuchsweise greife ich zu einer Unterfadenspule der Pfaff, aber da ist die Aufnahme so klein, dass ich sie gar nicht erst aufstecken kann. 
Anschließend wickle ich den brüchigen Faden von der grünen Plastikspule ab und spule auf der Pfaff frischen Faden auf. 
Aber auch damit geht es nicht. Die Spule dreht einfach nicht frei auf der Achse und deshalb wird kein Faden nachgeführt. Ich wüsste ja schon gern, ob diese Spule ein Orginalteil ist und es sich hierbei um ein Produkt planwirtschaftlicher Passgenauigkeit handelt oder ob da einst Mami eine Unterfadenspule ihrer Nähmaschine spendiert hat und das Original verloren ging. Oder hat sich das Plastik im Lauf der Jahre verformt, so dass es nun klemmt?
Jedenfalls werde ich wohl mal die Augen nach einer passenden Unterfadenspule offenhalten, mit der ich dann später nochmal experimentieren kann. 
Bis dahin darf das gute Stück Deko bleiben. 
Fotogen ist es auf jedem Fall. 


1 Kommentar:

  1. Oja, sie ist wirklich fotogen. wenn sie noch nähen würde.. aber als Hingucker hat sie auch eine tolle Aufgabe, oder?
    Lieben Inselgruß
    Sheepy

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