Samstag, 16. April 2016

Jetzt wird's mir aber nicht zu bunt ....

Was macht man mit einem Haufen alter Weißwäsche, darunter ein Großteil ausrangierter Hotelkopfkissenbezüge, von denen kein Mensch weiß, warum die mein Daddy vor Jahren auf einem Flohmarkt gekauft hat? 
Man macht sie erstmal bunt.


Die großen Laken habe ich zu verschiedenen Zwecken im Einsatz, wobei jene, die das Tochterkind einst ihren Rennmäusen zum Knabbern überließ, heute eigentlich ein überwiegend nutzloses Dasein fristen...  

In Anbetracht meines akuten Nähanfalls überkam mich die Lust, mich mal wieder an Patchwork zu wagen. Die letzten derartigen Versuche liegen 12 Jahre zurück und führten zu einigen, mittlerweile schon ziemlich abgeliebten Sofakissen. 

Vor meinem inneren Auge ist die geplante Sommerdecke schon fertig: 
In kühlen Grün- und Blautönen und einem Muster aus Sechsecken. Da lag es nahe, die überflüssigen Stöffchen dem derzeit arbeitslosen Osterhasen zum Färben zu überlassen.
Nachdem die grünen und blauen fertig waren, habe ich für die letzten langweiligen Stoffe des Häufchens auch noch Farben ausgesucht.
Während die Waschmaschine rotierte, tummelte ich mich in den Tiefen des Netzes auf der Suche nach weiteren Patchworkinspirationen. 
Dummerweise stieß ich auf die Informationen, dass Sechsecke so ziemlich die Masterclass sind und normalerweise von Hand genäht werden bzw. dass das von mir geplante Aufeinandertreffen von sechs Nähten (ich möchte die Hexagons aus Dreiecken zusammensetzen) besonders knifflig sei. 

Hätt' ich doch nicht rumgelesen, sondern einfach losgelegt, wie die Hummel, die nicht weiß, dass sie nicht fliegen kann und es einfacht tut, statt nachzulesen.... 
Außerdem habe ich doch eigentlich im Kopf, dass und wie es funktionieren müsste... 

Jetzt brauche ich eine Extraportion Mut für dieses Unternehmen.  
Wobei: Um die ollen Stoffe ist's im Zweifelsfalle wenigstens ned schad'. 

 Die Kopfkissenhüllen:
Lakenteile, teilweise beim Färben abgebunden: 
Die Laken:
(obenauf in blau dieses seltsame überdimensionierte Hängerchen, 
wahrscheinlich ein Korbinnenleben, in altrosa das "angefressene" Laken ):


Memo
- damit ich irgendwann am Ende des Projekts noch weiß, was ich wie und womit gemacht habe: 

Material: alte weiße Stoffe, Kopfkissenbezüge, Laken, ein seltsames Teil mit Aussparungen, das vielleicht die ehemalige Innenverkleidung eines alten Wäschekorbes war.

Farben: Simplicol, die großen Portionen mit beigepacktem Fixierer.
Arktis 1527, Maigrün 1521, Dunkelgün 1530, Beere 2639, Royalblau 1520 und Orange 1522 mit "Weiterentwicklung". 
Obwohl ich alle ziemlich gleichzeitig gekauft habe, habe ich offenbar zwei Generationen erwischt. Jedenfalls sind die Farbtafeln und Namen unterschiedlich. 
Man sieht ja in der Waschmaschine auch von außen schon recht schnell, wie das werden soll. Das Orange drohte, nach gekotzter Kürbissuppe auszusehen. So schüttete ich noch ein Schlückchen aus einer herumstehenden Packung "Beere" dazu, zu der ich den Fixierer verhunzt hatte. Heraus kam ein spannendes Altrosa.   

Die ganze Pracht auf einem Haufen:
In der hellblauen Runde fuhr – um auf die 600g zu kommen – noch ein anderes altes Stoffstück mit, der Rest eines Damastkopfkissenbezuges, aus dem ich so vor 18-19 Jahren den Bezug für die Kinderwagenmatratze genäht habe. (Hach, manchmal hat es schon was, wenn man Sachen lange aufhebt. Daran hätte ich mich sicher nicht mehr erinnert, wenn mir jetzt nicht dieser Stoffrest in die Hände gefallen wäre...) 
Eigentlich war das Stoffstück wirkich nur als "Lückenfüller" in der Maschine, aber ich muss sagen, ich bin ganz hin und weg vom Ergebnis. Der Stoff wirkt jetzt sehr edel und das Muster kommt je nach Lichteinfall wunderbar hervor. Leider sind Farbe und Muster unfotografierbar, wie ich gestern feststellen musste. 
Fortsetzung folgt – hoffentlich. Ich bin gespannt.

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