Samstag, 20. Mai 2017

Rohstoff Hemd: Stoff werde bunt! (I) (Plastiktüte)


Der Rohstoff: ein Duzend Baumwollhemden mit abgewetzten Krägen.
Das Ziel: bunte Stoffe für eine Patchworkdecke.
Vom Sohn gewünschte Farbe: "Wie der Himmel." 
– Dass ich das hinkriege, daran zweifle ich.... 

Vorbereitung: 

Vorwäsche bei 75°, 50% Waschpulver+50%Soda

Hemden zerlegen.
Warum? Flache Stoffstücke sind in jedem weiteren Verarbeitungsschritt leichter zu handhaben als ein komplettes Hemd. Überschüssige Teile wie Krägen und Manschetten verschwenden keine Farbe.

Das erste Hemd habe ich mit der Zackenschere zerschnitten, aber das war recht mühsam. Schätzungsweise sind die Stoffe dicht genug gewebt, dass sie auch bei glatten Schnitten nicht allzusehr fransen.

Vorher - nachher: 

Übrig bleibt etwa 1qm "Nutzfläche" pro Hemd.

Mittlerweile habe ich beim Filetieren eines Hemdes schon Routine entwickelt: Erst mit der Schere Manschetten und Ärmel ab- und die vordere Schulternaht sowie die vorderen Kragenhälften aufschneiden. Dann auf links auf die Matte legen und mit dem Rollschneider die Seitennähte, Passe, Knopfleisten und an den Ärmeln die Ärmelnähte abschneiden. Tasche abtrennen.  

Färben

Alles Wissenswerte und die Hintergründe finden sich in dem Buch "Grundkurs Stoffe Färben" von Christa Rolf.

Folgende Notizen sind zu meiner persönlichen Erinnerung und keine Anleitung zum Nachmachen! 

1. Versuch im Plastikbeutel, nach S.31 im og. Buch

Ziel ist eine strukturierte/marmorierte/ungleichmäßige Färbung

Sodalösung: 50 Soda/1l Wasser

Farblösung mit Procion MX
blau (072): 20ml Pulver/250ml Wasser
gelb (004): 20ml Pulver/166 ml Wasser

Im Buch ist vorgesehen, dass zunächst die Flüssigkeiten in den Beutel kommen, danach der Stoff. Ich habe die umgekehrte Reihenfolge gewählt, denn für Flüssigkeit in Gefrierbeutel bin ich zu ungeschickt. 

Vorgehen:
je ca. 90g Stoff in einen Gefrierbeutel
dazu: 200ml Sodalösung und Farblösung (Reihenfolge unterschiedlich)

50ml blau
40+10ml blau + gelb
45+5ml blau+gelb
30+20ml blau + gelb
40+5ml blau + gelb

Nachdem alles im Beutel ist, wird durchgeknetet. Ich habe später alle fünf Beutel zusammen in einen 3l-Joghurteimer über Nacht im Bad stehen lassen. 
Einwirkzeit ca. 17 Stunden, ausspülen.

Anschließend sollen die Stoffe in der Waschmaschine gewaschen werden.
Ich habe sie jedoch zum Trocknen auf die Leine gehängt, da ich sie am Ende in einem Aufwasch zusammen mit den noch folgenden Färbungen waschen wollte.

Vorher: 6 Hemden, weiß oder weißblau bzw. weißgrün gestreift, filetiert
am nächsten Morgen:
gespült, aber noch nicht gewaschen:

Anmerkungen:
Die Arbeit mit den Plastiktüten ist mir unsympathisch. Wegen der Müllproduktion, weil ich dem Dichthalten nicht traue, weil man sie auch gar nicht richtig dicht verschließen kann, jedenfalls ich nicht, wenn ich Gummihandschuhe trage.
(Tatsächlich standen im Joghurteimer morgens 2 cm Farbflotte.)

Im Vergleich zum Wolle-färben braucht man relativ viel Farbpulver und die Farbe scheint nicht so ergiebig. Manche Stoffe sind deutlich heller geworden, als ich das erwartet hatte. 
Es sind aber auch kräftige Farben dabei. 

Man muss die Stoffe nach dem Färben sehr, sehr viel spülen und das empfinde ich als mühsam und lästig. Sehr viel Farbe geht durch den Abfluss verloren..... 

Die Stücke reichen noch nicht für eine Decke und es ist auch noch angerührte Farbe da, also gibt es zeitnah einen zweiten Versuch mit einigen geänderten Parametern... 

Doch: ein paar Stoffstücke haben wirklich die Farbe des Himmels angenommen..... 


Teil I
Teil II
Teil III 
Teil IV


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