Samstag, 4. März 2017

Ein salonfähiges Shirt in Blau

Nachdem ich nun lange genug an alten Stoffen geübt habe, schnitt ich jetzt endlich tapfer in den neuen Jersey, den ich mir letzten Herbst bei einem Stoffmarkt-Ausflug mit einer kreativen Freundin mal gegönnt habe.

Memo: 
Stoff:
Single-Jersey, bedruckt, 

eigentlich sollte der  100%BW sein, aber er ist extrem bielastisch und gleichzeitig recht stabil, so dass ich fast nicht glauben kann, dass da kein Elasthan drin ist. Beim Verarbeiten dachte ich, der würde sich direkt für ein Trikot oder einen Ballettanzug oder so was eignen.  
Schnitt:  
Neue Mode Stil M 22685, Gr. 46: 
modifizierter Ärmel (Nr.3, gelbes Papier)
modifizierte Körperteile (verlängert und ausgestellt, derselbe wie hier)


Garn: 
Overlock: Snaply-Konen PE
Janome: Gütermann, PE
Nadeln: 
Jersey 70

Da habe ich ziemlich rumprobiert. In einlagigem Stoff gab es direkt Löcher, so dass ich dann an allen Kanten so genäht habe, dass immer mindestens 2 Lagen Stoff gefasst wurden. 
Die Stretch-Nadel 75 brachte aber eher noch schlechtere Ergebnisse
 – Hach, waren das noch schöne Zeiten, wo man mit nur 3 Nadeln auskam – Universal, Jersey und Jeans... 
Fuß: 
Obertransportfuß, am Halsausschnitt mit Schattennahtführung

Stiche: 
Säume an Ärmeln und unten: "Wabenstich" 3/39 in größtmöglicher Breite (7) und Länge (2,5). 

Der gefällt mir an dieser Stelle richtig gut und ist schön dehnbar. 
 Halsausschnitt: "Elastikstich" 1/6 in Originaleinstellung

In den Tiefen des Internets (bei Smilla) habe ich gelesen, der sei für Jersey nicht geeignet. In meinem schlauen Buch steht, es sei DER Geradstich für alle dehnbaren Stoffge und bestens geeignet. 
Mene eigenen Testnähte ergaben, dass es für diesen Fall der beste Stich ist.

Halsausschnitt: 

Auch hier habe ich viel zu viel nachgedacht, weshalb ich mir jetzt unbedingt aufschreiben muss, wie ich es gemacht habe:
Stoffstreifen rechts auf rechts gelegt, 
mit der Overlock und etwas längerer Strichlänge festgenäht
nach innen um die Naht gelegt und noch einmal umgeschlagen
und zwar so, dass auf der linken Seite noch genug Stoff übersteht, um beim Nähen von der rechten Seite im Nahtschatten mitgefasst zu werden. 
Länge des Stoffstreifens: 

Auch hier findet man so viele Informationen (von gleiche-Länge-wie-Kante bis 75-80%-davon), dass man am Ende gar nichts mehr weiß. Mein Streifen dürfte ca 85% haben.
-> beim nächsten Mal länger machen, nur ganz wenig kürzer als die Ausschnittkante!

Idee fürs nächste Mal: 
Man könnte den Streifen auch rechts (Streifen) auf links (Ausschnitt) festnähen und dann von rechts knappkantig auf dem Umschlag absteppen, also genau andersherum. 
Im Prinzip habe ich so schon seit immer Schrägstreifen an Handtücher genäht.... 

Jedenfalls finde ich mein Shirt geglückt und denke, dass ich es viel tragen werde. 



1 Kommentar:

  1. Eine schönes Stöffchen hast du da verarbeit und bestimmt wird das Shirt nicht so häufig den Kleiderschrank von innen sehen.
    Lieben Inselgruß
    Kerstin

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