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... habe ich am Samstag, einem heißen Sommer-Sonne-Tag (vor dem Dauerregen, der seit Samstagabend die Pflanzen gießt.)
Eigentlich wollte ich ja irgendwann das ganze Projekt von vorne bis hinten zeigen, aber wer weiß, ob es dann nicht auch auf seinem Weg in den Blog stecken bleiben wird, wie so manches andere.
Also gibt es jetzt einfach mal schnell einen Schnappschuss vom Samstag.
Die Wolle auf dem Bild ist übrigens ein "Zwischenprodukt" auf dem Weg, einen Wunsch zu erfüllen.
Sie kam frisch ab Schaf, wurde sortiert, gewaschen, und einmal durch die Trommelkarde gedreht.
Und am Samstag gefärbt.
In weiteren Schritten soll sie nochmal durch die Trommelkarde, dabei gemischt und zu schönen Batts kardiert werden, gesponnen, gezwirnt und dann als fertiges Garn an die "Wollquelle" zurückgehen.
(Vom Anfang hatte ich hier schon mal Fotos gezeigt.)
Akut plagt mich eine gewisse Blog-Unlust.
Naja, eigentlich plagt mich nicht nur Blog-Unlust.
Manchmal ist es mir einfach ein bisschen zuviel, was einem das Leben so zumutet.
Aber egal.
Es werden auch wieder andere Zeiten kommen und bis dahin heißt es:
Durchhalten, sich den Herausforderungen stellen. Trotzdem leben.
Und zwar nicht erst dann, wenn andere Zeiten da sind. Sondern heute.
Also heute zeige ich jedenfalls mal wieder eine Kleinigkeit, weil es mir doch eigentlich selbst gut tut, sowohl das Werkeln und Nähen als auch das Schreiben.
Wenn ich mich besser hätte konzentrieren können, dann wäre das Initial wie geplant im unteren Drittel des Beutels gelandet.
Um auf Nummer Sicher zu gehen hatte ich die Stickerei beim Zuschnitt des Stoffes von der linken Stoffseite aus besonders im Auge. Ich habe sie im Kopf gespiegelt und gedreht, dann den Stoff nochmal aufgeklappt um zu prüfen, ob wirklich alles passt.
Konsequenterweise habe ich dann auch erst mal die Oberseite zugenäht, weil ich sie für den Beutelboden hielt.
Und weil ich es besonders gut machen wollte, habe ich hierfür sogar extra die Overlock aufgestellt.
Die äußerst stabile Sicherheitsnaht wieder aufzutrennen war mir dann doch zu blöd, auch wenn ich den speziellen Trick dazu kenne.
So griff ich einfach zur Schere und schnitt den Rand samt Naht ab – so dass der obere Abstand noch kürzer wurde.
Aber: Was soll's?
Dieses Beutelchen ist ohnehin für einen sehr profanen Zweck gedacht und wird schon bald Patina ansetzen. Vom Stoffrest dazu könnte ich auch eine Geschichte erzählen, die mindestens 30 Jahre währt ...
Dass dieses Stickmotiv darauf so toll wirken würde, hätte ich gar nicht erwartet.
So bin ich doch recht zufrieden mit dem Ergebnis.
Und meine Schraubenschlüssel hausen nicht mehr wie bisher in einen alten Lumpen gewickelt.
Memo:
Stoffrest: stabile Baumwolle
Stickdatei (Design und Designcopyright): Hatched in Africa
einfacher Zugbandbeutel ohne Futter
Mitunter fällt es mir schwer, Dinge wegzuwerfen, die man noch brauchen könnte.
So schlummert in meinen Schränken so manches Nutzlose vor sich hin.
Manchmal genieße ich es, aus dem Vollen schöpfen zu können und Altes in Neues zu verwandeln.
(Nicht umsonst ist das Label "Zweites Leben" das meistvergebene hier im Blog.)
Manchmal nervt es mich aber auch, dass ich soviel Zeug habe.
Manchmal fallen mir Dinge in die Hände, die ich vergessen habe.
Die man vielleicht noch brauchen könnte – aber wann? Und wozu?
Lohnt es sich, sie wieder wegzuräumen, weiter aufzuheben, wieder zu vergessen?
Bei manchen Sachen denke ich:
Entweder ich (ver-) brauche das jetzt.
Sofort.
Oder es kommt weg. Sofort.
So war es, als mir dieses Sammelsurium diverser alter Kissen in die Hände fiel.
Praktischerweise meldete Sohn II Bedarf an.
Im Baumhaus könne er immer Kissen brauchen, damit's gemütlich ist.
Also wanderte das Ensemble erst mal in die Waschmaschine.
Alle überlebten anstandslos und bewiesen so ihre Baumhaustauglichkeit.
So richtig schön waren sie allerdings nicht mehr, zumal mit kindlichen Motiven und Pünktchen bedruckt.
Im Stoffeschrank fand sich ein stabiler Hosenstoff, den mir mal irgendwer irgendwann geschenkt hatte und der ebenfalls ein nutzloses Dasein fristete.
Zusammen mit kleinen Stickereien wurden flugs Bezüge daraus.
Nun treten die alten Kissen im neuen Gewand ihr neues Leben an.
Ich find' sie lustig. Sohn II auch.
Das sind definitiv Momente, in denen es Spaß macht, aus dem Vollen zu schöpfen, nehmen, was da ist, zu gestalten und Neues daraus zu erschaffen.
Memo:
alte Kissen
Baumwollstoff
Kissengrößen zwischen 33cm und 40cm, teils quadratisch, teils rechteckig.
Stickdesings (Copyright): Freebies von embroideres
... für bessere Fotos fehlte die Gelegenheit.
Die Kissen sind schon nach Baumhausen ausgewandert.