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Donnerstag, 7. Juli 2016

Randbemerkung zu Spitzen und Blonden

Den Textile Geschichten - Blog lese ich immer wieder gerne.
Heute kam am Rande des interessanten Beitrages die Frage auf, ob es einen Unterschied zwischen Spitzen und Blonden gebe. Die Suche im Netz sei wenig erfreulich – wie man sich bei den Begriffen leicht denken kann. 

Nun bin ich zwar keine Fachfrau, aber ich habe ein Fachbuch. 
Als ich es zur Hand nahm, war ich mal wieder beeindruckt, wie viel unterschiedliche Spitzenarten es gibt. Das ist eine Wissenschaft für sich! 
Nach dem Begriff "Blonden" suchte ich allerdings vergebens.
Zweiter Versuch:
Ich befragte das gute alte Lexikon, und zwar im wörtlichen Sinne: 
Mein Herders Konversationslexikon entstand zwischen 1902 und 1910. 
Unter dem Stichwort "Blonden" fand sich lediglich der Verweis auf "Spitzen".  
Na immerhin eine Fährte. 
Und dort heißt es dann: 


Wieder was gelernt! 


Dienstag, 5. Juli 2016

Lust- und Laune-Garn

ca. 145g/ knapp 300m, Schwarzkopf ab Schur verarbeitet
Bliss 1 : 18, Zwirn: Bayernrad

Dieser Strang entstand auf der Tour der Fleece
Das erste Stück der Strecke ist bewältigt! 
Dies Fasern hatte ich seinerzeit ab Schaf verarbeitet: sortiert, gewaschen, handgekämmt, 
später die Kammzüge gefärbt ... 
Und dann lagen sie da und lachten mich so gar nicht an. 
Die Farben waren so schön, 
aber die Wolle wirkte irgendwie stumpf und rauh,
so dass ich gar keine Lust darauf hatte. 

Doch nun kam sie endlich unter die Räder auf das Rad und – was soll ich sagen: 
Die vorgezogenen Fasern flutschten quasi von selbst auf die Spule.
Und nach der Strangwäsche gefällt mir das Garn jetzt richtig, richtig gut.  
Es fühlt sich glatt an und hat einen leichten Glanz, nichts mehr von "stumpf und rauh". 
Vielleicht ist es sogar zu schade für die geplanten Socken?


Zum Zwirnen kramte ich mal mein altes flügelgebremstes Rad hervor. 
Ich mag es immer noch sehr. 
Natürlicherweise hat das Spinnrad eine Übersetzung von 1 : 4,5, 
aber mit der Ashford-Spule kann ich es es auf 1 : 9,5 tunen. 
Trotzdem:  Einbeinig mit  1 : 9,5 zu zwirnen – das ist schon echter Sport.  
Da weiß ich den Komfort meiner modernen Räder doch zu schätzen.
Mal sehen, was es sonst noch so beim Creadienstag gibt.

Freitag, 1. Juli 2016

Kühle Farben und warme Wolle oder ...


... der Wollkalender im Juli.

Als ich letztes Jahr das Kalenderbild für den Juli auswählte, stand ich noch ganz im Bann des heißen Sommers
Wenn die Pflanzen die Blätter hängen lassen, der Boden knochentrocken und rissig ist und man selbst seine Bewegungsaktivitäten am liebsten auf Schildkrötenniveau senken möchte, dann tut es gut, wenn der Blick auf kühle Farben fällt – so dachte ich. 
Erfrischendes Nass und einladende Wellen waren meine Assoziationen dazu.

Tja, dieses Jahr hatten wir zumindest hier im Süden Deutschlands bis jetzt noch keine nennenswerte Hitzewelle, dafür Wasser in Fülle und mancherorts auch zuviel davon. 

Mal sehen, was der Juli bringt. 

Zum Glück hat Wolle ja bekanntermaßen bemerkenswerte temperaturausgleichende Eigenschaften, die man sich auch in diesem Fall zunutze machen kann: Sollte der Sommer zu kühl und nass werden, denkt man einfach an die wohltuende Wärme der Wolle, wenn das Auge auf dem Kalenderbild ruht. 

Es zeigt selbstgefärbte deutsche Merinokammzüge, die mittlerweile unter den Händen einer Freundin zu einer Kinderweste wurden. Hier habe ich schon davon berichtet.