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Montag, 3. November 2025

strickbuch (Buchvorstellung) für Strick(maschinen)freunde

 

Heute stelle ich ein weiteres "Strickmaschinen-Buch" vor, wobei sich auch hier – wie bei dem anderen – nur die Hälfte um die Maschinenstrickerei dreht. 

Aber von vorne: 

Das "strickbuch" erschien 1981 beim Verlag für die Frau in Leipzig, also in der DDR. Die Grundlage bildeten zwei Bücher, deren Titel ich mangels Sprachkenntnissen nicht wiedergeben kann, und die 1975 und 76 in der Sowjetunion erschienen, genaugenommen in Kyjiw. 

Als Autoren werden E. M. Chazan (Technologie von Strickteilen) und W.W. Zaruk (Strickmuster) genannt. Die deutsche Bearbeitung erfolgte durch Eva Tiesler, Karin Wiesner und Günter Föllmer. 

Mein Exemplar präsentiert sich in Leinenbindung mit einem Handstrickmotiv auf der Vorder- und einem Maschinenstrickmotiv auf der Rückseite. Als es neu war, war es vermutlich von einem bunten Schutzumschlag umgeben. 




Alle Abbildungen sind schwarz-weiß. 

Im ersten Teil geht es ums Handstricken. Das Buch behandelt in verschiedenen Abschnitten die üblichen Grundlagen und bietet eine ungeheure Fülle an Möglichkeiten der Gestaltung und Ausarbeitung von z.B. Krägen, Bündchen, Taschen, Blenden oder Ärmelabschlüssen, sowie jede Menge Strickmuster mit Strickschriften.


Ich bin mir nicht sicher, ob ein absoluter Strickanfänger mit diesem Buch glücklich würde. 
Die Texte sind treffend und kompakt, dabei sehr knapp gehalten. Abgesehen davon bietet es eine enorme Menge an Inspiration und ich habe jedes Mal wieder viel Vergnügen beim Durchblättern.

Um die Arbeit mit Strickmaschinen geht es im zweiten Teil ab S.122, und zwar zunächst um den Einbettapparat
Die Ausführungen sind meines Erachtens auf alle "einfachen normalen" Einbett-Strickmaschinen anwendbar. 

Ohne langes Blabla bringen die Autoren auf einer Doppelseite alles auf den Punkt, was man wissen muss, um die Möglichkeiten so eines Apparats zu verstehen. Ab da folgen Strickmuster, die – wie im ersten Teil – in der Regel mit Strickschriften übersichtlich dargestellt und auf Anhieb zu verstehen sind, sofern man die Zeichenerklärungen ab S. 232 berücksichtigt. 
Die Bemusterung erfolgt von Hand, indem Maschen umgehängt oder ausgewählte Nadeln händisch in andere Positionen gebracht werden. 

Das Buch ersetzt keine Bedienungsanleitung und setzt voraus, dass man grundsätzlich weiß, wie man seine Maschine zu handhaben hat (z.B. Aufbau der Maschine, Maschenanschlag und Einstellungen). 
Ab S. 152 geht es um das Stricken an der Doppelbettstrickmaschine, wobei die "5443/2 Veritas 360", als jene Maschine genannt wird, auf der die Arbeitsproben entstanden. 
Die Grundbegriffe und Grundfunktionen werden kurz, knapp und treffend erläutert, so dass die Inhalte problemlos auf jede andere "einfache normale" Doppelbettstrickmaschine angewendet werden können. Man sollte lediglich wissen, welche Knöpfe oder Hebel an der eigenen Maschine die jeweiligen Funktionen steuern.

Auch in diesem Teil werden eine ganze Menge Strickmuster gezeigt, die teilweise durch Einstellungen am Schlitten, teilweise durch Auswahl einzelner Nadeln oder durch händisches Umhängen entstehen. Besonders spannend finde ich auch die Möglichkeiten, die sich durch den Versatz der Betten ergeben. 


Sodann werden noch einige grundlegende Techniken, wie verschiedene Anschläge oder das Ausarbeiten von Kanten, Säumen, Taschen oder Knopflöchern etc. erläutert. 




Braucht man dieses Buch? 
Wenn man eine alte Strickmaschine bespaßen will, dürfte es auf jeden Fall sehr nützlich sein. 
Ich weiß noch, dass mir nicht nur ein Licht, sondern gleich ein paar ganze Kronleuchter aufgingen, als ich es damals (als ich anfing, mich mit Strickmaschinen zu beschäftigen) zum ersten Mal gelesen habe. Wobei man dazusagen muss, dass die Bedienungsanleitung zu meiner ersten Doppelbettmaschine (Euro 2000 von O. Gilgen aus der Schweiz) grottenschlecht und äußerst unverständlich ist. Zu anderen Maschinen gibt es deutlich bessere. 

Das Schöne ist, dass ein freundlicher Mensch die Strickmaschinenhälfte des Buchs im Netz hochgeladen und zugänglich gemacht hat. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an jeneN UnbekannteN. 

Wie ich schon schrieb, beschäftigt sich das Buch mit "einfachen normalen" Strickmaschinen, wie sie seit den 50er Jahren von verschiedenen Herstellern auf den Markt kamen, also Handstrickapparate mit einigen überschaubaren Grundfunktionen, jedoch ohne Musterautomatik.  
Spätere und/oder weiterentwickelte Handstrickapparate wurden oft mit Mechanismen ausgestattet, mit der die im Buch beschriebene händische Nadelauswahl durch automatisierte Mechanismen erfolgt. 
Die Nadelvorwahl kann dann z. B. durch einen zusätzlichen Schlitten oder mit Drehknöpfen am Nadelbett erfolgen, die jeweils Nadeln in bestimmten Reihenfolgen auswählen (jede 2., 3., 4. usw,.), per Lochkartensteuerung oder mittels PC-Steuerung. Derlei erleichtert speziell das Sticken von nadelbasierten Mustern natürlich deutlich, erfordert aber auch eine diffizilere und komplexere Mechanik in den entsprechenden Geräten sowie eine gründlichere Einarbeitung in die Materie. 

Übrigens gab es um die 2010er Jahre herum eine Neuauflage des Buchs, die anscheinend um weitere Strickmuster ergänzt wurde. Als Autorin konnte ich Evelin Zernechel ermitteln, kenne diese Ausgabe jedoch nicht selbst. 

Sonntag, 2. November 2025

Toteiskesselwegherbstspaziergang

Gestern haben wir einen schönen Herbstspaziergang auf dem Toteiskesselweg bei Haag (Oberbayern) gemacht. 

So einen Pilz habe ich – glaube ich – noch nie gesehen. 
(Toteislöcher sind relativ tiefe Hohlformen im hügeligen Gelände der voralpinen Moränenlandschaft. Sie entstanden durch "Toteis", also Eiskörper, die nach dem Abschmelzen der Gletscherzungen innerhalb von Moränenmaterial und von diesem bedeckt, noch länger erhalten blieben. Als diese dann endlich auch schmolzen, bildeten sich an diesen Stellen die typischen Kessel.)  
Zwischendurch dachte ich, dass ich gerne noch einen schönen Stein finden würde. In der Nähe von Loch Nummer 9 bei Limberg sammelte ich dann diesen auf, der mitten auf dem Waldweg lag. Er hat so eine lustige angeknabberte Kante, bei der meine Phantasie in die Steinzeit schweift. Ich denke aber nicht ernsthaft, dass es ein Artefakt ist. Die liegen ja normalerweise nicht auf Waldwegen herum. 

Samstag, 1. November 2025

Dickerchen 4 + 4 in Größe 42

Das nächste Weihnachten kommt bestimmt. 

Und weil ich weiß, dass Neffe F. die Dickerchen so gerne mag, habe ich vorausschauend schon mal ein Paar gestrickt. 

Im Fußteil hielt ich mich genau an meinen früheren Plan und probierte vor der Spitzenabnahme sogar noch kurz an (meine zierlichen Füßchen stecken meist auch in 43er Schuhen). Dabei habe ich aber anscheinend unterschätzt, wie schnell die Spitze bei so dickem Garn dünner wird, denn die Socken sind nun doch etwas knapp geraten, eher großzügige 42. 

Nun denn, dann wird sich jemand anders darüber freuen und ich werde bis Weihnachen noch einmal zu dem dicken Nadeln greifen. 

Lustig finde ich, dass die beiden Socken doch recht ähnlich ausgefallen sind, obwohl ich das gar nicht geplant hatte. Bei der wilden Wollrestmischerei für die Dickerchen bilden sich die Farbverläufe ja eher ziemlich zufällig. 

Wobei ich in diesem Fall für den einen Garnpartner ein sehr altes selbstmusterndes 50 g - Knäul Regia aus seinem Dornröschenschlaf geholt habe, für das ich schon seit Jahren erfolglos nach einem passenden Kombigarn für "normale" 4-fädige Socken gesucht hatte. Als zweite Garnkomponente fanden die Reste von diesem und jenem ihre endgültige Bestimmung.  

Memo: 
Sockenwolle 4-fädig, doppelt genommen, Reste
Nadeln: 4 mm
Anschlag: 4 x 12 Maschen 
Schaft: 25 Reihen
Ferse: 10 Maschen mittig
Runden bis Spitze: 53
Abnahmen in Runde: 54 - 57 - 60 - 62 - 64 - 65  und jede weitere
Gewicht: 94 g
Größe: 42