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Freitag, 22. Juli 2016

Die versponnenen Gurken – oder wie viel Platz braucht Wolle?

 Das Ausgangsmaterial waren 
- diese giftgrünen und ziemlich scheußlichen Resultate 
meiner ersten Rohwollfärbe- und -kardierversuche vor einigen Jahren sowie
 - das restliche Vlies von diesem Jackenprojekt
Hellgrün und tannengrün wurden auf der Trommekarde 
im Verhältnis 1 : 2 gemischt (je 20g hell und 40g dunkel) 
und mit Rundhölzern als Riesenrolags abgezogen. 
Die Gurken, die dabei enstanden, 
habe ich als weiteren Streckenabschnitt meiner Tour de Fleece auf's Rad genommen. 
Den letzten tannengrünen Vliesrest habe ich gleich auch noch zu Gurken verarbeitet und gesponnen.
Memo: 
Gurkenmix: ca 483g/760m in drei Strängen
Unigurken: ca 79g/80m
Bliss, langer Auszug, 1 : 12, Zwirn: Malottke

Und welchen Schluss zieht der geneigte Leser und Betrachter aus folgenden Bildern?  

Dienstag, 19. Juli 2016

Ein Röckchen

 ...für's Tochterkind. 

Ein gemeinsamer Bummel in die Münchner Stoffboutique ließ ein leichtes Baumwollstöffchen in die Tüte wandern. Es soll sehr gute Qualität sein, den Namen des englischen Labels vergaß ich postwendend wieder.
Der Tochter gefiel der Stoff wegen des hübschen Musters und des schönen, fließenden Falls. 

Na, mal sehen, wie er sich bewährt und ob der Rock zum Lieblingsstück wird.  

Im Laden war ein Musterrock zu sehen und ich bilde mir ein, dass bei diesem Rock das Bündchen keine sichtbare Naht hatte, also der Rockstoff quasi zwischen dem Bundstoff und die Naht im Bund inwendig lag. (Vielleicht habe ich das aber auch nur nachts drauf so geträumt.)

Jedenfalls wollte ich es auch so und ich weiß nun, wie es nicht funktioniert: 
Man muss beim Nähen den Rockstoff zwischen das Bündchen rollen. Ganz sicher.
Aber weder eine Wendeöffnung im Bündchen noch ein Stück offene Naht an der Verbindung Bund-Rock lassen es zu, dass beim Wenden etwas anderes als ein interessantes Gewurschtel rauskommt, jedefalls ergibt das keinen Rock.

Man müsste den Zwischnnäh- und Wendetrick wohl anwenden, bevor man die Seitennaht geschlossen hat. Aber wie gelänge in diesem Fall eine schöne Seitennaht am Übergang zum Bund? Vielleicht, indem man die Naht bis zum Bund mit der Nähmaschine schlösse und den Bund von Hand?

Naja, ich habe halt wieder aufgetrennt und den Bund ganz normal festgenäht. 
Hätte ich das von Anfang an gemacht, wäre der Rock ruckzuck fertig gewesen, aber so habe ich ganz schon viel rumgepfriemelt. 

Memo: 
Dieser Rock ist komplett mit der Overlock genäht.  
Am "Saum" habe ich mich mal mit einem 2-Faden-Rollsaum ausgetobt, der mir an dem feinen Stoff sehr gut gefällt.
An der Seitennaht habe ich ebenfalls die Rollsaumfunktion eingestellt (mit 4 Fäden), weil die Naht so am schönsten wurde. 
Das ist heute mal wieder ein Fall für den Creadienstag.

Donnerstag, 14. Juli 2016

schöner lesen

Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich die Romane von Agatha Christie liebe? 
Weniger wegen der Krimihandlung an sich als vielmehr, weil sie oft so treffende Passagen voller Lebensweisheit und tiefem Witz enthalten. 
Vor allem bei der Lektüre neuerer Bücher stelle ich leider zunehmend öfter fest, dass mir für so einen Schmarrn eigentlich meine Zeit zu schade ist und dies auch nicht die Art von Input darstellt, die mein Verstand und meine Seele mögen. 
(Es gibt natürlich auch gute neue Bücher, aber ab und zu treffe ich auf ziemlichen Müll und man weiß es halt erst hinterher, was zwischen den Buchdeckeln steckt.) 

So greife ich tatsächlich ab und zu gerne auf Altbewährtes zurück und manche Bücher haben ihren festen Platz im Regal, während andere ganz schnell wieder ausziehen. 
Christie und Sayers und Simenon gehören zu den Stammplatzhütern.
Ein Vorteil fortschreitenden Alters besteht bekanntlich darin, dass das Gedächtnis nachlässt. 
Dass ich mir Romanhandlungen nicht mehr über längere Zeiträume merken kann, führt dazu, dass ich gute Bücher später noch einmal lesen und genießen kann, ohne mich dabei zu langweilen. 
Sehr praktisch.
Weil mir die Inhaberin des örtlichen Gebrauchtwarenladens neulich eine ganze Tüte unverkaufbarer Krimis in die Hand drückte, habe ich jetzt einige doppelt. Diese bekommt eine Freundin. Damit die ollen Schinken beim Lesen schöner in der Hand liegen, habe ich einen größenverstellbaren Einband ungefähr nach diesem Rezept dazu genäht.
Gestern war absolut kein Wetter für's Fotoshooting
Memo: 
Die steife Gewebeeinlage ist wirklich zu steif.
(... was ich hier schon mal festgestellt hatte, aber da war auch der Obertsoff aus einer alten Leinentischdecke steif. Der Leinenvorhang, der diesmal zum Einsatz kam, ist dagegen sehr schlabberig und ich dachte, die Taschenbücher könnten ein wenig mehr "Stand" vertragen und habe wieder eine der beiden Lagen mit dieser Gewebeeinlage bebügelt.)
Die vielen Stofflagen innerhalb der Buchdeckel (Innenklappen und Streifen zum Unterstecklen der Lasche) tragen ganz schön doll auf. 
Die Einstecklasche müsste man bei einem nächsten Mal etwas schmaler machen, damit sie besser unter den Streifen passt.