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Freitag, 13. November 2015

Das große Kurbeln


Da war doch noch dieser Sack "Gemischte Merinokammzugreste", den ich mir aus unerfindlichen Gründen zugelegt hatte. Als er ankam, konnte ich dann mit dem Inhalt eigentlich nichts Rechtes anfangen. Ziemlich viele dunkle Farben und vieles in zerrupften Knubbeln, die nicht wirklich zum Spinnen einluden. Ein großes, wenig erfreuliches Durcheinander. So landeten die ca 1,5kg Wolle erst einmal im Keller und ich überlegte, ob ich nun doch wieder eine Gruselkiste eröffnen soll. 
Aber in den letzten Tagen hatte ich ja ein bisschen Zeit, und so knöpfte ich mir das Zeug noch mal vor, um es in Ruhe irgendeinem Sinn zuzuführen oder die Entscheidung zur Entsorgung zu treffen. 
Außerdem hatte ich Lust, meine große Kurbelmaschine noch ein bisschen besser kennenzulernen. 
Dazu könnte dieses Material ja vielleicht gut sein.  


Zunächst versuchte ich mich in der Rolag-Erzeugung. 
In zwei Portionen entstanden insgesamt 162g. 
Beim Aussuchen passender Wolle stieß ich immer wieder auf Kammzugabschnitte, die eigentlich sehr schön waren, aber oft in Gewurschtel anfingen und endeten. 
Die trennte ich dann erst mal raus, wickelte sie hübsch auf und legte sie in eine Schüssel.
Sieht doch gleich schon viel besser aus. In diesem Zustand machen sie Lust auf Spinnen.
Auf diese Weise habe ich 570g Kammzüge geborgen. 
Der ganze traurige Rest wurde dann nach Farben sortiert und in den letzten drei Tagen nach und nach durch die Trommelkarde gescheucht und ich muss sagen: 
Es hat sich gelohnt.  Ich bin ganz begeistert von den schönen Batts.
Die Fasern an sich sind nämlich richtig schön. 
Sehr weich und kuschlig und ideal für den langen Auszug. 

Sturmflut
(hell- und dunkelpetrol, marine, hell- und dunkelgrau, dunkelgrün
Eigentlich dachte ich, ich hätte die Farben gleichmäßig auf die drei Batts verteilt..)
78g, 81g, 79g

Novembermeer
(viel petrol, marine, grau)
76g, 74g,79g



Schattengelb
(gelb, petrol, marine)


Morgensonne
(viel gelb, rot, orange)
60g, 52g


Edelstahl
(verschiedene Grautöne, weiß)
81g, 84g


Und dann blieb noch ein allerletzter Rest übrig: 


Der guckte mich an und sagte: 





.... aber das ist eine andere Geschichte. 




Mittwoch, 11. November 2015

Von Kammzug über Batt nach Kammzug

Wos i'n des fia Fäi?
(Was ist denn das für ein Fell?)
- fragte meine urniederbayerische Freundin gestern 
angesichts des wohlgeordneten Wollhaufens, 
der noch vom Sonntagnachmittag auf dem Sofa lag.
(Fürs Foto habe ich einen Teil davon ins Licht getragen.) 

Der Wollberg bestand aus 12 frisch gekurbelten Batts, 
mit deren Hilfe aus langweiligen alten Merinokammzügen 
dermaleinst vielleicht ein schönes Oberteil werden soll. 
Sowas macht man (ich) nur, wenn man gerade nichts anderes tun kann.... 

Allerdings mag ich aus diesen Riesenbatts nicht spinnen und 
daher schnappe ich mir immer wieder mal eines 
und ziehe wieder Kammzüge draus
 - aber ganz ohne Kamm, nur mit den Händen. 







So ungefähr die Hälfte der insgesamt knapp 800g ist geschafft. 
Doof ist nur, dass die Wolle in diesem Aggregatzustand sehr viel Platz braucht.
Wogegen nur Spinnen hilft. 
Aber das muss warten. Leider. 

Über die ersten dieser Batts und die Fortschritte habe ich schon berichtet. 
Sie sind mittlerweile gesponnen, aber noch nicht gezwirnt. 

Das war das Ausgangsmaterial: 
Sofaperspektive am Sonntag Nachmittag.
Die Fasern wurden alle sorgfältig ausgebreitet längs zugeführt, 
damit die Kammzugrichtung optimal erhalten bleibt. 

Fertig gesponnen.

Dienstag, 10. November 2015

Novembernebelsocken

Die waren jetzt schneller fertig, als der Novembernebel kam. 
Der kam nämlich zum Glück noch gar nicht und ich genieße den goldenen Herbst so gut es geht vom Sofa aus und freue mich schon sehr auf die Zeiten, in denen ich mich wieder draußen austoben kann. Hoffentlich schmerzfrei. 
Bis dahin mache ich halt Dinge, die gehen. Sockenstricken zum Beispiel.   
Das geht praktischerweise vollautomatisch, so dass ich nebenbei auch noch lesen kann. 
Das graue Garn lag lange als Single in der Schatzkiste. Ich hatte es im Frühjahr 2013 anlässlich eines Marktes aus dekorativen Gründen an meinem hübschesten gedrechselten Spinnrad gesponnen, aber eigentlich keine rechte Verwendung dafür. 
Neulich zwirnte ich es dann und färbte es blau. 
Kamera und Bildschirm verweigern eine realistische Farbwiedergabe: Es ist in Wirklichkeit eine sehr dezente, gedeckte Farbe, kein bisschen leuchtend. Nebelblau eben. 
Das Garn fühlt sich sehr weich an und ich bin gespannt, wie lange die Socken halten werden. Ich habe sie wieder auf meine Füße maßgestrickt und die Schäfte von unten nach oben gearbeitet, um das Garn optimal ausnutzen zu können. War wieder nicht nötig, es blieb ein kleiner Rest, den ich schon als Kanten für das nächste Paar angeschlagen habe.
Memo: 
Garn: Wolle aus Schottland (Wollschaf)
zweifach gezwirnt, stranggefärbt, 92g, 311m
Socken: Größe 43, Gewicht 84g. 
Nadeln 2,25, 16x4 Maschen (64total)
(rechte Socke Karbonz, linke Socke Zing )
Garnverbrauch lt. nachträglicher Berechnung: ca 240m

Die dürfen heute mal wieder zum creadienstag.