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Montag, 26. Oktober 2015

Blaue und orange Coburger-Fuchs-Schwarzköpfe

 
Lange habe ich überlegt, ob ich es wagen soll, handgezogene Kammzüge zu färben. 
Nun ist es passiert. Sie sind in den Topf gefallen, als dieser sowieso schon auf dem Herd stand. 
Und das Ergebnis ist toll! 
Die Wolle hatte ich im Sommer als Dankeschön für eine Anleitung bekommen 
und bereits Anfang August fertig gekämmt. 
Einen Teil der Kämmlinge (Kämmabfälle) konnte ich kardieren, 
der allerletzte Rest hatte einfach zu zuviel Einstreu und endete als Dünger. 

Und nun sind die Kammzüge blau und die Batts orange geworden. 
Vorher (August) - nachher (jetzt): 
Blau ist eine Farbe, mit der die meisten Bildschirme Probleme haben. 
Meiner auch. In Wirklichkeit sind die Farben noch viel schöner. 

Memo: 
Blau: navy, brillant, sky
Färbung 1 (210g, hoher Korb): sehr viel navy, viel brillant, wenig sky 
in den hellen Stellen mit Spritze. (-> alles durchgefärbt)
Das Navyblue sah im Topf wie fade Auberginenbrühe aus und ließ mich Schlimmes erwarten. 
(Foto: hier 2.v.unten.) 
Das Ergebnis ist aber tatsächlich ein schöner tiefdunkler Blauton.
Färbung 2 (230g, breiter Korb): viel brillant, einiges navy, 
gepulvert. (-> einige Stellen heller geblieben)

Orange: Viel burnt orange, bisschen rot, bisschen bordeaux 
(ist in Wirklichkeit eine gedeckte Farbe, kein Knallorange wie gerade auf meinem Bildschirm.)
Färbung 3 (135g): Die Batts habe ich ausgebreitet, aufeinandergelegt und
"hochkant" in den Topf "gerollt". 
 Farbe und Haptik gefallen mir sehr. Allerdings sieht man die Einstreu jetzt viel besser. 
Es ist viel mehr drin, als ich dachte. 
Mal sehen, was alles beim Spinnen freiwillig noch rausfällt. 

Sowohl die Kammzüge als auch die Batts haben ihre Form super behalten und nicht gefilzt. Traumfasern, an denen sich mein Herz erfreut. 
Wo die Flotte schon heiß war, ist gleich noch mehr hineingewandert, 
aber das ist eine andere Geschichte. 

Samstag, 24. Oktober 2015

Nixenwolle für eine gute Freundin

Ihre Tochter – grün- und blau-Fan – soll eine Weste daraus bekommen. 
Die Merino-Kammzüge hatte ich vor langer Zeit mit den Resten meiner ersten Farbenladung gefärbt. 

Es gab verschiedene Ideen, was daraus werden sollte, aber so recht gefiel mir keine davon 
und so lag die Wolle lange in der Schatzkiste, bis sie jetzt ihre Bestimmung fand.
Vor dem Spinnen habe ich zerrupft und angeordnet, wie die beiden Singels werden sollten. 
Tja, und dann wurden ständig Finger und Hände grün - oh weh!
Die Singles wurden im August fertig.  
Die schlaflosen Nächte der letzten Zeit ließen sich wenigstens zum Zwirnen nutzen.  
Ich weiß nicht, was da schiefgegangen ist. So knuckelig werden meine Garne sonst nicht.
Aber wahrscheinlich habe ich meine Wut und meinen Frust 
über den Ärger an meinem Arbeitsplatz mit in die Wolle hineingezwirnt. 
Und das kann man jetzt sehen. 
Nun gut, es soll ein Perlmuster werden, da mag es gehen. 
Zum Schluss habe ich die drei Stränge noch mal im Säurebad geköchelt 
um die Farbe vernünftig zu fixieren. 

Kleine Nixe, ich wünsche Deiner Mama viel Spaß beim Stricken – gerne bei vielen Tassen Donnerstagstee auf meinem Sofa – und Dir einen warmen Winter in einer kuschligen Weste. 

Memo:
Deutsche Merino, gekaufte Kammzüge
LL gesamt: 725m
Gewicht: 315g
Und wo der große Topf sowieso schon auf dem Herd stand, da ist gleich noch so einiges anderes hineingewandert. 
Aber das ist eine andere Geschichte.  

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Sprang oder die schärfsten Männerbeine der letzten 2500 Jahre

Heute stolperte ich über eine Seite, die sich mit historischer Beinkleidung für Männer beschäftigt. 
In Museen und alten Gebäuden schaue ich mir ja immer gerne Details an, vertiefe mich in die Muster, studiere Mode und Ornamente und staune. 
Klar, dass mir das hier gefällt. 
Und deshalb muss ich mir diese lesens- und vor allem sehenswerte Seite unbedingt merken: 


Sprang finde ich schon lange interessant, auch wenn mir im Moment leider die Zeit dafür fehlt. 
Diese Technik ist nach dem Stand der Forschung wesentlich älter als das Stricken, erzeugt aber ebenfalls Textilien, die dehnbar sind. 

Wenn ich eines Tages genug Muße habe um das auszuprobieren, dann befinden sich zumindest schon mal zwei Bücher in meinem Regal, die mir erklären, wie es geht.  

Dieses liebe ich sehr: 
Bertha Schwetter: Beyers Lehrbuch der weiblichen Handarbeiten. 
Band 1: Was aus dem Faden entsteht. Leipzig 1931

Sprang wird hier unter der Bezeichnung "Ägyptische Flechttechnik" auf den Seiten 129-140 behandelt und die Grundtechnik sowie einige Muster und Probestücke, v.a. Beutel, gezeigt. 




Dann gab es in den 70er Jahren diese Reihe "Kreative Freizeit" des PPI-Verlages. Sprang ist in der Ausgabe von 1977 auf den Seiten 115-128 enthalten. Man findet neben den Grundlagen auch eine Anleitung für eine Hängematte in Sprang-Technik. 
Hach, man müsste mehr Zeit haben..... 
(Dieser Band beinhaltet übrigens auch das Spinnen von Wolle und Flachs.) 
Nun ja, im Moment sind halt eher Projekte dran, die nebenbei gehen. Zum Beispiel köchelt da gerade eine ganz besondere Brühe auf meinem Herd....
Aber das ist eine andere Geschichte.