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Donnerstag, 12. Januar 2017

Ein langer, dünner Schal

(fotografiert bibbernd bei Schneefall am letzten Sonntag, bevor er in Gebrauch ging...) 

Nachdem Sohn 1 theoretisch wieder warme Ohren hat, meldete er auch noch Bedarf für einen Schal an. Ich freu mich natürlich immer, wenn ich für meine Lieben was Nützliches werkeln kann und machte mich zeitnah an die Arbeit. 

Der Plan: Pflegeleichte Sockenwolle in fröhlichem Grau, ca 18cm breit, ca 160cm lang.
In meiner Schatztruhe fand ich keine 200g in gleicher Farbe, so griff ich zu zwei Knäulen in schwarz und grau und beschloss, Blockstreifen zu stricken. 
Damit der Schal noch diesen Winter zum Einsatz kommt, durfte die Strickmaschine ran – das war dann ein nettes kleines Projekt für einen kreativ-sportlichen Abend nach einem langen Dreikönigstagsspaziergang. 
Normalerweise stricke ich auf meiner Doppelbettmaschine "Euro 2000 Otto Gilgen" aus den 50er-60er Jahren seit Langem nur Socken, aber Schals kann sie auch.
Normalerweise ist es beim Strickmaschinestricken absolut unerlässlich, eine Maschenprobe zu stricken und zu waschen, aber dazu hatte ich keine Lust.
Und bei einem Schal kommt es ja auch nicht sooo auf Passgenauigkeit an. 

Jetzt ist der Schal ca. 207cm lang und ungedehnt ca. 13cm breit, wobei man ihn viel breiter ziehen kann. Da habe ich mich wohl gründlich in der Elastizität des 3er-Rippenmusters verschätzt. Aber macht nix. Jetzt kann man ihn doppelt nehmen und die Enden vorne durch die Schlaufe ziehen. Sieht gut aus und Sohn hat ihn schon in Betrieb genommen. Ihm gefällt er. Das ist die Hauptsache.  

Kurz-Memo: 
Sockenwolle 4-fädig,
Längsrippen 3r/3l 
Strickmaschine Gilgen, Maschenweite 3
81 Maschen, 796 Reihen
13cm x 207cm, 200g

Rezept zur Erinnerung: 

Maschine einrichten: 
jede 2. Nadel in Position schieben
VNB 41 Nadeln, HNB 40 Nadeln auf Lücke
Schlitten in N-Einstellung
Kontrastgarn
Zickzackreihe
Kamm einhängen, 2 (!) Tonnengewichte
einige Reihen stricken
Seitengewichte einhängen
Maschen mit Umhängenadel auf 3 vorne/3 hinten umhängen
einige Reihen mit Kontrast stricken
1 Reihe Nylonfaden

Schal:
Hauptgarn: Ein Stück für's Abketten abwickeln
stricken, dabei
- nach je 16 R die Seitengewichte hochhängen
- nach je 80R die Farbe wechseln, dabei darauf achten, welche Farbe am Rand vorne und welche hinten liegt und nicht verdrehen! 
(Am Schluss haben beide Farben nicht mehr ganz für je 80R gereicht.)
- wenn die Gewichte den Boden erreichen, den Schal auf den Kamm wickeln und mit einem festen Faden durch das Gestrick und um den Kamm festbinden, damit es sich nicht von selbst wieder abwickelt (Arbeitshaken zum Durchziehen, vor dem nächsten Aufwickeln Schleife und Schnur wieder lösen, ging gut und hat sich bewährt.)

Ende: 
Restfaden übrig lassen zum Abketten
einige Reihen mit Kontrastgarn stricken
Gestrick abwerfen
Anfangs- und Endmaschen aufsammeln (Rundnadel 2,5) und mit mit Ribbeln (Kontrastgarn, Ende) oder Nylonfaden (ziehen, Anfang) freilegen
mustergemäß abketten
alle Fäden vernähen 
waschen

Ich habe die Enden nachträglich von Hand abgekettet. Natürlich gibt es auch Methoden für die Maschine, aber dafür war ich in diesem Fall zu faul. 

Jetzt hätte ich eigentlich Lust, gleich noch einen Schal zu stricken. 

Dann würde ich vorne 59 und hinten 58 Nadeln nehmen, so dass gesamt 117 Maschen auf der Maschine sind. Außerdem habe ich eine Idee für unkomplizierte schmale Ringel durch den Einsatz von 2 Schlitten. 

Aber leider braucht gerade keiner mehr einen Schal und für den Schrank und die Motten mag ich auch nicht produzieren....















Dienstag, 10. Januar 2017

Die Mütze mit der magischen 7

Prolog:
Normalerweise stricke ich Mützen so:
Maschenprobe stricken
Kopfumfang messen,
-> daraus Zahl für Maschenanschlag ermitteln. 
Mit gewünschtem Bündchenmuster anfangen.
Auf einem Spiel in beliebigem Muster so lange hoch stricken, bis ich abnehmen muss. 
Ab einer bestimmten Höhe des Gestricks kann man die Mütze auch anprobieren. 
In der gewünschten Höhe für die Rundung Maschenzahl in 8 Segmente aufteilen. 
In jedem Segment in jeder 2. Runde je eine Masche abnehmen.
Wo und wie diese Maschen abgenommen werden, bestimmt das Aussehen und die Form der Mütze, ich habe schon verschiedene Varianten gestrickt.
Bei Bedarf oder nach Lust ganz am Ende der Mütze in jeder Reihe abnehmen oder auch nicht.

Ausgangslage:
Sohn 1 brauchte eine neue Mütze. Und zwar eine schlichte, unauffällige, praktische Männermütze, die weit entfernt von einer Zipfelmütze sein soll. 

Hauptteil: 
Man – also ich – kann ja auch mal was Neues ausprobieren. 
Zum Beispiel mal was nach einer Anleitung in einem Buch stricken.
Die grüne Mütze in "Eine runde Sache" auf S. 43 gefällt mir gut und sieht so aus, als könne man sie auch gut für handgesponnenes Garn nehmen (später mal).
Für Sohn 1 soll's aber unkompliziert waschmaschinentauglich sein. Deshalb greife ich für dieses Erstexemplar zu schlichter 4-fädiger Sockenwolle in kleidsamem Grau. 
Den Anschlag zu verstehen ist mir jetzt schon mal zu blöd. Dafür kann das Buch aber nichts, ich bin einfach zu faul und schlage so an, wie ich das in solchen Fällen immer mache. Funktioniert auch (und steht wahrscheinlich auch irgendwo als Möglichkeit hinten im Buch.) 
Die erste und die zweite Runde gelingen problemlos, wenngleich es nicht gerade das pure Vergnügen ist, mit nur 14 Maschen im Kreis zu stricken. Aber das wird sich ja bald ändern.
Sehr bald, denn schon am Ende der dritten Runde habe ich 28 Maschen, obwohl es laut Anleitung nur 21 sein sollten. 
Da hilft alles nichts. 
Es reicht nicht, eine Anleitung nachzustricken, man muss wohl auch begreifen, was man da tut. 
Selbst bei einer so simplen Mütze. Ich komme also nicht drum rum, selber zu denken. 
Und stelle fest, dass die Anleitung falsch ist. 
Ich sollte nicht wie angegeben nach jeder Masche eine zunehmen, sondern nach jeder zweiten. 
Also rückwärts stricken und nochmal Runde 3: Jetzt passt es: 21 M. 
Bei Runde 5 denke ich vorsichtshalber vor dem Stricken – zum Glück
Auch hier muss es "2M re" heißen, wo "1M re" steht. Der Fehler zieht sich dann durch alle ungeraden Runden der kompletten Anleitung. Na, ich habe das Prinzip ja jetzt verstanden und komme auch so weiter. 
Allerdings wird die Mütze ganz schön spitz und erinnert leider doch sehr an "Zipfelmütze". Und ich beginne zu glauben, dass meine bewährte Acht doch besser gewesen wäre als die magische Sieben. 
Nun, man soll den Tag nicht vor dem Abend schimpfen oder so ähnlich und ich stricke tapfer weiter. 

Der große Vorteil dieser Art, Mützen zu stricken, soll laut Buch darin liegen, dass man ohne Maschenprobe einfach drauflos stricken und die Mütze zwischendurch anprobieren kann. 
Das stimmt aber nur bedingt, denn durch die Elastizität des Rippenmusters kann man kaum vernünftig feststellen, wann man den gewünschten Kopfumfang erreicht hat. 
Und so lang man noch im Zunehmen ist, kann man auch nicht vernünftig anprobieren.

Als mir die Unmengen von Maschen auf den Nadeln schließlich etwas lästig werden, zähle ich mal nach und stelle eine Hochrechnung an, in die ich den Kopfumfang meines Sohnes, meinen Fußknöchelumfang und meine langjährige Erfahrung beim Sockenstricken mit Schäften im 2r/2l-Muster einfließen lasse.  
Die Maschenzählung ergibt 196 und aus der Berechnung folgt: Bloß nicht noch mehr zunehmen, obwohl die Mütze noch so schmal und dünn aussieht.....
Irgendwann ist sie dann fertig. Und wenn man sie ganz fest auf den Kopf zieht, verschwindet der "Zipfel" weitgehend
Der Kopf unter der Mütze im Bild unten gehört allerdings nicht meinem Sohn sondern steht nur für‘s vorweihnachtliche Foto zur Verfügung.
Sohn 1 hat die Mütze zu Weihnachten bekommen und er mag sie. Zum Glück. 
Außerdem hat er sie anschließend gleich im Urlaub liegen gelassen.... Oh diese Jungs. 
(Er wird sie aber wohl wiederbekommen.)
Memo: 
Sockenwolle 4-fach, Nadelspiel 2,5
58g
maximale Maschenzahl: 196. 
Höhe unterhalb der Zunahmen: ca 16 cm
Muster 2r/2l
7 Segmente

Epilog:
Das nächste Mal besser wieder wie gewohnt mit acht Segmenten arbeiten! 
Und: Trau keiner Anleitung, die Du nicht selbst erfunden hast!

PS: Wie viel man über eine poplige Mütze labern kann ... ist schon erstaunlich.  
Das war die letzte Weihnachtsgeschenknachlese. 
Jetzt geht es wieder aktueller weiter. 
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