Samstag, 8. August 2015

Flohmarktschätze

Drei alte Schachteln fuhren mit nach Hause. 
Was mag wohl drin sein? 
Dinge aus Holz und Dinge aus Bein, aber wozu sind sie gut? 


Die erste Schachtel: 
Was ihren Inhalt betrifft, so habe ich keine Ahnung, was das sein könnte. 
(Jedenfalls sind es keine 10 Tafeln hochfeine Schokolade, wie der Aufdruck vorgibt.) 
Der Gegenstand ist aus Holz und sehr ordentlich gearbeitet. 
 Er besteht aus zwei Teilen. 

Außen ist eine Art Rohr mit einer sich leicht konisch verjüngenden Bohrung. 
In diese passt eine Art Stöpsel, der ebenfalls leicht konisch zuläuft. 
Von einer Seite kann man ihn durchschieben. Er passt, steckt aber locker, mit Zwischenraum. 
Von der anderen Seite passt er etwa zur Hälfte rein. 

Außen auf der glatten und offenbar ordentlich bearbeiteten Hülse ist eine Rille und etwa auf gleicher Höhe gibt es auch innen eine Rille, die eine Art Absatz verursacht. 
Die muss einen Sinn haben, sonst hätte sich kaum jemand die Mühe gemacht, sie anzubringen.
Oben und unten ist je eine leichte trichterartige Vertiefung. 

Die Schachtel trägt eine Bleistift-Beschriftung, wovon ich aber nur "Flaschen" entziffern kann. Vielleicht heißt es "Flaschen Stöpsler", vielleicht hat diese Aufschrift aber mit dem Inhalt ebensowenig zu tun wie Schokolade.
Und wenn es ein Flaschenstöpsler ist – das kenne ich auch nicht. 
Was ist das? 
Sollte hier jemand mitlesen, der es weiß: 
Sachdienliche Hinweise sind willkommen! 

Jedenfalls ist es ein hübsches Holzteil, das sicher eine interessante Geschichte hat. Den Dorn könnte man immerhin als Wickeldorn verwenden, auch wenn das wahrscheinlich mit seiner ursprünglichen Bestimmung nichts zu tun hat. 

Die zweite Schachtel: 
Sie enthält lauter kleine kegelartige Figürchen, überwiegend aus Bein oder ähnlichem. 
Zwei sind aus Holz und eines anscheinend aus Horn. 
Meine erster Gedanke war: Das sind Zierknöpfe von einem Spinnrad, aber schon während des Denkens war mir klar, dass das kaum der Fall sein dürfte. 
Die Frau vom Nachbarstand tippte auf Klöppel zum Klöppeln, aber auch das scheint mir unwahrscheinlich, dazu sind sie viel zu klein. 
Mich erinnern die filigranen Stöpselchen an ein Steckspiel, wie etwa Solitär. 
Falls das zutrifft, waren es jedenfalls edle Spielfiguren. Wahrscheinlich sind sie Zeugen einer Zeit, in der es noch keinen Kunststoff gab.   
Jedenfalls ziehe ich den Hut vor der feinen Drechselarbeit und freue mich an den Kegelchen. 
Vielleicht kann ich sie ja eines Tages zur Verzierung von irgendetwas verwenden. 

Die dritte Schachtel: 
Ihr Inhalt erschloss sich mir auf den ersten Blick und lachte mich zunächst gar nicht an:
Drehstockwebrahmen kenne ich aus Kindertagen und mittlerweile habe ich deutlich Besseres im Haus. Den brauche ich eigentlich nicht. 

Der zweite Blick weckte dann die Neugier: So schöne Holzgewinde! 
Und warum sind da so viele Löcher in den mutmaßlichen Seitenteilen – ist das vielleicht eine Schärhilfe? Dazu vier Schiffchen und eine Art Lesestab: davon hat man ja eigentlich nie genug. 
Das Ganze mit einer vermuteten Breite von ca. 60cm. 
Also durfte der Webrahmen auch noch mit. 
Zuhause sah ich ihn dann genauer an und studierte die beiliegende Anleitung von 1957.
Doch, das hört sich durchaus interessant an. Damit werde ich mich bei Gelegenheit doch mal intensiver beschäftigen. 

Ich freu' mich über meine Flohmarktschätze, auch wenn sie alle drei nur Spielereien sind. 
(Oder gerade deswegen.)
(Und weil ich mir so gerne Geschichten zu Dingen mit Geschichte ausdenke.)








Kommentare:

  1. Kann leider nicht mithelfen wozu die Teile mal gedacht waren, aber ich kann mir vorstellen, dass es eine schöne Verwendung gibt. LG Anke

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  2. Hallo, doch, es gibt Flaschenstöpsel, zB für angebrochene Weinflaschen. Nur ein Beispiel
    http://www.amazon.de/PINO-Flaschenverschluss-Champagner-Edelstahl-Walnuss/dp/B00APLA2F2
    Schönen Blog hast Du!
    LG, Anna

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  3. Danke für Deine Nachricht.
    Ja, diese Flaschenstöpsel kenne ich auch. Aber ganz einleuchtend finde ich es nicht. Es sieht mehr nach Alltags-Gebrauchsgegenstand als nach so einem Luxusartikel aus.
    Momentan denke ich, es könnte vielleicht zu Flaschen verkorken dienen - wenn man die Hülse auf eine Flasche setzt und oben einen Korken reinschiebt (oder den Korken schon vorher in die Röhre oder auf die Flasche steckt) und dann mit dem Dorn von oben reindrückt.
    Ich werde das bei Gelegenheit mal testen, habe aber im Moment keine passende Flasche.
    Freut mich, dass Dir mein Blog gefällt.
    LG, Hummelbrummel

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